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Schatten über Ulldart (Hörbuch)  Drucken E-Mail
Hörbücher: Unterhaltung Fantasy
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Donnerstag, 26. Juni 2008

Schatten über Ulldart

Gelesen von: Johannes Steck
Art der Lesung: gekürzt
Medienanzahl: 6 CDs

1. Teil der Reihe

Erschienen: April 2008
ISBN: 978-3-89903-482-0
Preis: 29,95 EUR
Inhalt
8.0
Sprecher
9.0
Bearbeitung
9.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.4

Wertung:
8.4
von 10
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Zum Inhalt:

Kurz vor seinem Tod prophezeit ein Mönch, dass die Dunkle Zeit den Kontinent Ulldart erneut mit Leid und Zerstörung überrollen werde, sollte der Prinz von Tarpol sterben. Der verwöhnte Prinz wird unterdessen in die Provinz gesandt, um die Stelle des neuen Statthalters einzunehmen. Noch ahnt er nicht, dass das Schicksal seiner Welt in seiner Hand liegt - denn die Dunkle Zeit droht zurückzukehren und er wird der Retter oder der Zerstörer Ulldarts sein ...

Meinung:

"Schatten über Ulldart" ist nicht nur der Auftakt zu einem Fantasy-Zyklus, sondern auch das Erstlingswerk von Markus Heitz. Der Autor hat später nicht nur Fortsetzungen dieses Fantasy-Bandes geschrieben, sondern auch Romane, die im Shadowrun-Universum spielen, sowie das erfolgreiche Fantasy-Buch "Die Zwerge" und andere Bestseller.

Dass dieser Erfolg auf Qualität beruht, hat Heitz schon mit "Schatten über Ulldart" bewiesen. So erschuf er mit Prinz Lodrik, um den es in der Prophezeiung geht, einen eher untypischen Helden. Lodrik ist anfänglich in jeder Hinsicht das exakte Gegenteil von dem, was der Leser von einem Hauptprotagonisten in einer Fantasy-Saga erwartet. Er ist ein fauler, dicker, verwöhnter Junge, der für sein Leben gerne Kekse isst. Außerdem ist der Prinz auch noch ein extremer Tollpatsch. Daher sorgt er eher für Lacher als für Spannung. Seine Erlebnisse erinnern anfänglich sehr stark an Slapstick-Szenen, so zum Beispiel, als er es schafft, sich selbst mit einem Übungs-Säbel zu verletzen.

Nun ist das Buch allerdings kein komischer Roman, sondern setzt mit der Prophezeiung gleich düstere Akzente. Akzente, die anfänglich sowohl durch die Erlebnisse des Piraten Torben Rudgass, andererseits auch durch die nach und nach erzählte Legende über Sinued das Tier in die Geschichte eingebracht werden. Bei Letzterem handelt es sich um einen mächtigen Kriegsherren, der für seinen dunklen Gott ganz Ulldart in die erste Dunkle Zeit gestürzt hat.

Insbesondere Torbens Geschichte gelingt es zunächst, dem Plot um Prinz Lodrik den Rang abzulaufen. Auf seiner Handlungsebene wird von seiner Begegnung mit einem Assassinen berichtet, der auf den Prinzen angesetzt wird. Dieser Auftragsmörder ist äußerst skrupellos und der Pirat kann ihm mehrere Male nur mit Glück um Haaresbreite entkommen. Wie er das Ganze immer wieder bewerkstelligt, wird dabei von Markus Heitz mit einem unverkennbaren Charme dargestellt.

Doch die Hauptperson des Romans bleibt Prinz Lodrik, der von seinem strengen Vater inkognito mit seinen beiden treuesten Dienern in die Provinz geschickt wird, um dort die Regierungsgeschäfte zu übernehmen. Ab diesem Moment vollzieht sich eine langsame Wandlung in dem Protagonisten und somit auch in der Handlung. Aus dem weichen, faulen Prinzen wird langsam eine Person, die sich ihrer Verantwortung - insbesondere den kleinen Leuten gegenüber - bewusst wird. Dadurch schafft er sich Feinde beim Adel, die gegen ihn intrigieren.

So lässt Markus Heitz allmählich die Geschichten von Lodrik und Torben zusammenfließen, denn der Freibeuter erfährt während seiner Abenteuer von diesen Machenschaften gegen Lodrik und will den Prinzen warnen. Gleichzeitig gerät dieser jedoch auch unter dem Einfluss von jemandem, der demselben dunklen Gott dient wie der Kriegsherr Sinued. Damit wird aus dem zuvor humorvollen Buch langsam eine spannende Fantasy-Geschichte.

Die Hörbuchadaption des Romans "Schatten über Ulldart" ist sehr gelungen. Die einzelnen Stücke haben mit im Schnitt um die fünf Minuten eine angenehme Länge, ohne zu kurz zu wirken. Auch ist die Lautstärke der Aufnahme auf dem richtigen Niveau - weder muss der Hörer zwischendurch den Ton lauter noch leiser drehen. Aber am meisten weiß der Sprecher Johannes Steck zu überzeugen. So klingt zum Beispiel sein Lodrik richtig schlaff und faul, während man Torben den Freibeuter mit bitterer Erfahrung schon bei den ersten Worten abnimmt. Hier hat Johannes Steck eine hervorragende Arbeit geleistet.

Fazit:

Auch wenn in Markus Heitz' "Schatten über Ulldart" die Geschichte um Prinz Lodrik eine Weile braucht, um in die Gänge zu kommen, weiß sie am Ende doch noch zu überzeugen. Ab der Hälfte der Geschichte, wenn sich die Handlungsstränge von Lodrik und Torben Rudgass verflechten, kommt der Hörer von der Erzählung nicht mehr los. Dazu kommt auch noch die gelungene Arbeit von Johannes Steck. Ihm gelingt es, mit seiner professionellen Stimme jeder Figur Leben einzuhauchen und sie für den Hörer überzeugend darzustellen.
Weiterführende Infos

Hörprobe:

 
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