Banner bookdepository.com

Der Schwur der Orks (Hörbuch)  Drucken E-Mail
Hörbücher: Unterhaltung Fantasy
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Mittwoch, 3. Dezember 2008

Der Schwur der Orks

Gelesen von: Johannes Steck
Art der Lesung: gekürzt
Medienanzahl: 8 CDs

Reihe: Erdwelt-Saga
2. Teil der Reihe

Erschienen: März 2008
ISBN: 978-3-89903-475-2
Preis: 34,95 EUR
Inhalt
9.0
Sprecher
5.0
Bearbeitung
8.0
Preis/Leistung
6.0
Gesamtwertung
7.4

Wertung:
7.4
von 10
Jetzt kaufen



Zum Inhalt:

Nach "Die Rückkehr der Orks" ist "Der Schwur der Orks" Michael Peinkofers neues Werk über die wildesten Geschöpfe der Fantasy. Die Ork-Brüder Balbok und Rammar werden in ihrer Heimat als Helden verehrt. Bei Unmengen Blutbier genießen sie ein ausgelassenes, faules Dasein voller Reichtum und Überfluss. Doch dann wird in der Modermark ein Mensch gefangen, der sich als Botschafter zu erkennen gibt: Zum ersten Mal seit Anbeginn der Zeit bitten die Menschen das verfeindete Volk der Orks um Hilfe. Denn jenseits der friedlichen Reiche bereitet ein finsteres Geschöpf, das über unermessliche Macht verfügt, einen vernichtenden Feldzug vor. Balbok und Rammar brechen zu ihrer gefährlichsten Mission auf. Gemeinsam mit einer zwielichtigen Schar von Gnomen, Orks, Zwergen und Barbaren müssen sie sich einem Gegner stellen, der über eine teuflische Waffe verfügt: übermächtigen Hass auf alles Lebendige in der Welt.

Meinung:

Mit "Der Schwur der Orks" hat Michael Peinkofer eine beeindruckende Fortsetzung zu "Die Rückkehr der Orks" geschrieben. Vor allem gefällt bei dieser Geschichte, dass man als Leser keinerlei Vorwissen aus dem Vorgänger benötigt, um die Handlung zu genießen. Alle notwendigen Informationen werden im Laufe des Werkes automatisch nachgeliefert, sodass man nicht unter Wissenslücken leidet und die Erlebnisse der Orks Balbok und Rammar ungestört verfolgen kann.

Michael Peinkofer geht in dieser Erzählung äußerst respektlos mit den üblichen Elementen des Fantasy-Genres um. Das fängt schon in der Wahl der Protagonisten an, da Orks ja normalerweise eher als die typischen Soldaten des Bösen dargestellt werden. In dieser Geschichte hingegen gelingt es dem Autor, die Rasse so zu beschreiben, dass sie zwar einerseits dunkle Seelen haben, andererseits aber auch glaubwürdige Sympathieträger abgeben. Das Ganze ist vor allem deshalb so stimmig, weil diese - sonst so monströsen - Wesen mit einem gewissen Augenzwinkern geschildert werden. Ihre Kultur und ihre Lebensweisen werden so überspitzt beschrieben, dass man teilweise einen lauten Lacher kaum unterdrücken kann.

Die gesamte Geschichte um die Ork-Brüder und ihre Abenteuer ist mit einer unwiderstehlichen Komik durchsetzt. Der Humor beruht vor allem auf den Unterschieden zwischen den beiden Brüdern Balbok und Rammar, aber auch auf denen zwischen den Orks und den anderen fantastischen Völkern sowie den Menschen, denen man im Laufe der Erzählung begegnet. Allerdings droht die Handlung aufgrund des Witzes teilweise etwas in den Hintergrund zu geraten. Man achtet an einigen Stellen viel zu sehr auf Balboks neue Dummheiten oder konzentriert sich darauf zu verfolgen, wie die beiden Brüder wieder einen Plan schmieden, der garantiert scheitern wird.

Dabei ist die Handlung der gesamten Geschichte wesentlich ernster, als man es aufgrund der lustigen Elemente vermuten würde. Es stirbt sich leicht in der Welt von Balbok und Rammar - und die Art und Weise, wie der Tod daherkommt, wird recht detailliert beschrieben. Dieser Widerspruch zwischen lockerem Humor auf der einen und der recht ernsten Handlung auf der anderen Seite muss vom Hörer erstmal verdaut werden und fällt daher leider etwas negativ auf.

Auch muss man bemängeln, dass die Hörbuchumsetzung leider nicht ganz so zu überzeugen weiß wie die Buchvorlage. Zwar sind die einzelnen Abschnitte mit durchschnittlich sechs Minuten angenehm kurz, doch scheitert der Erzähler an der Gesamtaufgabe. Johannes Steck brilliert, wenn es um die Orks geht. Sobald er etwas auf orkisch sagen darf oder sich die Handlung um Balbok und Rammar dreht, ist er unübertrefflich gut. In diesen Momenten merkt man, dass ihm seine Arbeit an diesem Hörbuch sehr viel Spaß gemacht hat. Doch leider sind nicht nur Orks in dieser Geschichte vertreten, sondern auch andere Rassen. Und wenn diese auftauchen, dann ist die Leistung von Johannes Steck nicht durchgehend überzeugend. An manchen Stellen trifft er den passenden Tonfall, in anderen Momenten klingt seine Stimme - im Vergleich zu seinen Orks - erstaunlich schwach und trübt so den Hörgenuss deutlich.

Fazit:

Im Vergleich zur Romanvorlage ist das Hörbuch von "Der Schwur der Orks" leider etwas enttäuschend. Zwar gelingt es Johannes Steck, die Orks hervorragend zu sprechen, doch bei den anderen Figuren - die keine Orks sind -, schwankt seine Leistung bedauerlicherweise. So kann das Hörbuch der gelungenen Vorlage nicht ganz gerecht werden, die eine Geschichte erzählt, welche die normalen Genre-Elemente im Fantasybereich auf den Kopf stellt und durch einen reizvollen Gegensatz zwischen Humor und ernster Handlung zu überzeugen weiß.
Weiterführende Infos

Hörprobe:

 
Copyright © 2008-2017 by booklove.de. Alle Rechte vorbehalten.