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Prima Klima  Drucken E-Mail
Bücher: Sachbuch Natur, Wissen & Technik
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Freitag, 4. Juli 2008

Prima Klima - Wie sich das Leben in Deutschland verändert

Verlag: Gustav Lübbe
Erschienen: Mai 2008
ISBN: 978-3-7857-2319-7
Preis: 19,95 EUR

316 Seiten
Inhalt
9.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.9

Wertung:
8.9
von 10
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Zum Inhalt:

Stürme, Hitzewellen, Überschwemmungen, Dürren - die globalen Folgen des Klimawandels sind bekannt. Wie sich die extremen Wetterveränderungen aber direkt auf unser tägliches Leben in Deutschland auswirken, wissen wir nicht. Hat bald jeder Deutsche einen Swimmingpool, oder legen wir mittags eine Siesta ein, um dem Hitzekoller zu entgehen? Die Wissenschaftsjournalisten und Bestsellerautoren Marita Vollborn und Vlad Georgescu erklären, wie sich unsere Gesellschaft den klimatischen Bedingungen anpassen wird. Die Aussichten sind allerdings nicht so wolkig, wie man glauben mag, sondern überwiegend heiter: Deutschland könnte als eines der wenigen Länder vom Klimawandel profitieren.

Meinung:

Mit "Prima Klima" ist eine weitere Zusammenarbeit von Marita Vollborn und Vlad D. Georgescu auf den Markt gekommen. Gemeinsame Bücher der beiden Journalisten erscheinen bereits seit 2002. Zu ihren vorherigen Werken gehören Titel wie "Die Gesundheitsmafia", "Brennpunkt Deutschland" oder ihr vielleicht bekanntestes Buch "Die Joghurt-Lüge". Die Arbeit der beiden Autoren hat etwas von "Enthüllungsjournalismus", da sie sich im Laufe eines Buches ausführlich mit einem Thema beschäftigen und es von allen Seiten beleuchten.

In diesem Fall dreht sich ihr Buch um den Klimawandel und darum, wie sich dieser in Deutschland auswirken wird. Die Autoren gehen auf alle Aspekte des Themas ein und erläutern sogar die Ursachen für den Klimawandel. Dabei kritisieren sie unter anderem auch die mangelnde Vielfalt von Obst und Gemüsesorten, bzw. die Konzentration der Industrie auf eine Handvoll spezieller Sorten, mit all den daraus resultierenden Konsequenzen. So ist die Konzentration auf wenige ertragreiche Apfelsorten mit der Gefahr verbunden, dass gerade diese Sorten unter dem Klimawandel am stärksten leiden. Denn je mehr jener stattfindet, desto vielfältiger und größer werden die Gefahren, die für die diversen Obstsorten bestehen, bis sie in den Handel kommen. So kann ein Schädling zum Bespiel schon mal 88% einer Ernte bedrohen. Solche Passagen bringen den Leser dazu nachzudenken und das gelesene zu reflektieren.

Dabei pflegen beide Autoren einen sehr nüchternen Sprachstil und beschreiben den Klimawandel sehr verständlich. Die so präsentierten Fakten werden außerdem noch durch eine beeindruckende Vielfalt an Quellen untermauert . So werden neben Artikeln aus Zeitungen ("Die Zeit"), Zeitschriften ("ADAC Motorwelt") oder Onlineauftritten ("Spiegel Online") auch Reden von Politikern, Publikationen von Bundesbehörden (Behörde für berufliche Bildung) oder Umweltorganisationen (BUND) verwendet. Aber auch Forschungsliteratur wird veröffentlicht, wie zum Beispiel Artikel aus dem Magazin "Forschung".

Selbst Zweifler müssten sich nach diesem Werk eingestehen, dass es den Klimawandel gibt - und dass er Deutschland ganz massiv beeinflusst und noch beeinflussen wird. Dabei verzichten Marita Vollborn und Vlad D. Georgescu darauf, dem Leser falsche Hoffnungen auf eine schnelle Besserung in der Zukunft zu machen. Gerade durch ihren nüchternen, rein auf Fakten basierenden Stil wirken ihre Zukunftsvorhersagen umso schrecklicher. So dürften die erhöhten Temperaturen allgemein zu einem erhöhten Gesundheitsrisiko und bei älteren Menschen zu einer erhöhten Sterblichkeit führen. Eine für Familienmenschen nicht leicht zu verdauende Zukunftsperspektive.

Und so scheint es, als ob es für Deutschland kaum noch Hoffnung gibt, irgendwie mit dem Klimawandel fertig zu werden und vielleicht sogar doch noch irgendwie davon zu profitieren. Das wird besonders deutlich, als sich Marita Vollborn und Vlad D. Georgescu mit neuen potenziellen und klimafreundlicheren Energiequellen beschäftigen. Denn in dieser Hinsicht sieht es für Deutschland eher düster aus.

Doch noch ist nicht alle Hoffnung verloren, da die Autoren gegen Ende des Buches Möglichkeiten aufzeigen, wie Deutschland vom Klimawandel profitieren könnte. Doch es ist selbst in diesem optimistischeren Kapitel nicht zu übersehen, dass es dazu ungeheurer Anstrengungen bedarf. Es wird für Deutschland nicht einfach, mit den Folgen des Klimawandels fertig zu werden, aber es ist tröstlich, dass es doch noch eine Art Licht am Ende des Tunnels gibt.

In diesem Buch befinden sich auch diverse Abbildungen. Sei es eine grafische Darstellung der Temperaturveränderung in den Jahren 1960 bis 1990 oder eine Tabelle über Erträge und Verwendung der wichtigsten Energie-Pflanzen, stets werden sie an der richtigen Stelle eingesetzt, um das Geschriebene noch einmal zu unterstreichen. Dabei bilden die 16 Farbseiten, auf denen die möglichen zukünftigen Temperaturen und Niederschläge in Deutschland mit den Daten aus den Jahren 1961 bis 1990 verglichen werden, den Höhepunkt.

Fazit:

Marita Vollborn und Vlad D. Georgescu liefern mit "Prima Klima" ein sehr schonungsloses Buch ab. Sie präsentieren offen und ehrlich die Ursachen und die Konsequenzen des Klimawandels und untermauern ihre Fakten auch noch durch zahllose Quellen und Abbildungen. Dadurch wirkt das Buch so seriös, dass man es jedem Zweifler geben kann, um ihn von der Realität des Klimaproblems zu überzeugen. Denn der Klimawandel ist real und wird Deutschland noch ziemlich beeinflussen. Doch wie beide Autoren logisch erklären, kann die Bundesrepublik mit einiger Anstrengung auch von diesem Wandel profitieren.
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