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Die Erde schlägt zurück  Drucken E-Mail
Bücher: Sachbuch Natur, Wissen & Technik
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Freitag, 7. August 2009

Die Erde schlägt zurück

Verlag: Droemer
Erschienen: April 2009
ISBN: 978-3-426-27503-0
Preis: 25,00 EUR

256 Seiten
Inhalt
10.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
9.8

Wertung:
9.8
von 10
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Zum Inhalt:

Nichts wird bleiben, wie es war! Deutschland und der Alpenraum im Jahr 2035: Unsere Welt ist nicht wiederzuerkennen. Naturkatastrophen, Wassermangel, Seuchen, Energieknappheit, politische Unruhen und Klimaflüchtlinge - das Leben der Menschen ist von Grund auf verändert.

Meinung:

Claus-Peter Hutter und Eva Goris nehmen sich in ihrem Buch "Die Erde schlägt zurück" dem Thema "Klimawandel" an. Hiermit legen sie ein Werk vor, mit dem dieses umfangreiche Gebiet jedem Leser näher gebracht wird, unabhängig davon, über wie viel Vorwissen er verfügt. Dabei gelingt es den Autoren problemlos, jede Facette dieses Themengebiets verständlich darzustellen.

Beide sind erfahrene Sachbuch-Autoren, die nicht nur gemeinsam, sondern auch alleine arbeiten. Außerdem engagieren sie sich neben ihrer Autorenaktivität auch sonst sehr stark in Sachen Natur. So ist Claus-Peter Hutter Präsident der Stiftung "NatureLife-International", während Eva Goris als Pressesprecherin der "Deutschen Wildtier-Stiftung" tätig ist.

In ihrem Buch widmen sich die beiden Autoren den Bereichen "Orkanen", "Gletscherschmelzen", "Klimaflüchtlinge", "Hochwasserkatastrophen", "Insektenplagen und neue Krankheiten", "Verwüstung, Dürre und Hungersnot", "Weltweites Artensterben" und "Energieknappheit". Diese Auswirkungen des Klimawandels werden in aller Ausführlichkeit behandelt. Zuerst bekommt der Leser einen fiktionalen Text präsentiert, der beschreibt, wie Deutschland im Jahre 2035 unter einer der Konsequenzen des Klimawandels leiden würde.

Nach dieser Geschichte am Anfang eines Kapitels folgt der dementsprechende wissenschaftliche Anteil zu diesem Thema. Hier wird noch einmal dargestellt, was genau die aktuelle Problematik ist, wobei zahllose Grafiken und Tabellen den Text unterstützen. Zusätzlich werden auch bekannte Persönlichkeiten interviewt, die sich in ihrem Leben mit einem dieser Themen intensiver beschäftigt haben, wie der ehemalige Umweltminister Klaus Töpfer. Durch diese Prominenten erhält das Buch noch einmal zusätzliche Glaubwürdigkeit.

Abgerundet wird dieser Titel durch einen großen Epilog und einen umfassenden Anhang. Dort ist zum Beispiel eine Anleitung enthalten, die beschreibt, was der Leser selbst tun kann, um seinen persönlichen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Denn schon kleine Dinge, wie unnötigen Stromverbrauch zu vermeiden, können zur Rettung der Erde beitragen. Ebenso gibt es an dieser Stelle auch ein ausführliches Glossar, in dem die wichtigsten Begriffe noch einmal kurz und knapp erläutert werden. Hier merkt man noch einmal deutlich, dass die Autoren wirklich jeden erdenklichen Aspekt des Themas bedacht und in ihr gemeinsames Werk eingebaut haben.

Doch was "Die Erde schlägt zurück" aus der Menge an thematisch ähnlichen Werken hervorhebt, sind die fiktionalen Kapitel-Elemente. Mit diesen Passagen sollen wohl vor allem Leser angelockt werden, die sonst der Auffassung sein könnten, dass der Text in einem Sachbuch zu trocken geschrieben sei, um interessant zu wirken. In diesen Abschnitten wird eine Vision von Deutschland im Jahre 2035 beschrieben, die keine glückliche Zukunft vorhersagt. Aufgrund des Klimawandels ist das Leben der Menschen auf der ganze Welt in Unordnung geraten. Klimaflüchtlinge sind unterwegs, Städte versinken in Fluten und Krankheiten wie Malaria verbreiten sich ungehindert. Darunter leiden die vorhandene Weltordnung, was von Agitatoren ausgenutzt wird, die ihr eigenes, politisches System durchsetzen wollen.

Die Autoren konzentrieren sich in diesen Textpassagen nicht auf eine einzige handlungstragende Person, sondern stellen in jedem fiktionalen Abschnitt neue Protagonisten vor. Dabei lassen sie die alten Charaktere nicht einfach fallen, sondern erwähnen sie immer wieder in einem Nebensatz oder in sogar einem ganzen Abschnitt. Der alles miteinander verbindenden rote Faden ist dabei die Figur der Reporterin Laura Spinetti.

Dabei werden diese Roman-Passagen durch jede Menge Randbemerkungen, die in kurzer und knapper Form Details aus der Geschichte aufgreifen und mit Fakten untermauern, gestützt. Dadurch wird dem Leser schnell deutlich, dass die geschilderten Ereignisse zwar überspitzt dargestellt sein mögen, jedoch auf realen Daten basieren. Spätestens ab diesem Punkt des Buches fängt man an, sein eigenes Leben zu überdenken und zu versuchen, es schrittweise umzustellen.

Fazit:

Falls es noch jemanden gibt, der am Klimawandel zweifelt, sollte derjenige "Die Erde schlägt zurück" von Claus-Peter Hutter und Eva Goris lesen. Detailliert schildern die Autoren in diesem Buch auf über 250 Seiten, was passieren wird, wenn der Mensch nicht endlich aktiv wird, um den Klimawandel aufzuhalten. Es ist eine bedrohliche und düstere Zukunft, die sie entwerfen und mit zahlreichen Fakten untermauern. Dabei enthält das Buch sowohl sachliche als auch erzählerische Elemente. Letztere dienen vor allem dazu, das komplexe Thema Menschen näher zu bringen, die sonst eher nichts mit Sachbüchern anfangen können. Erweitert wird dieser Titel durch zahllose Grafiken sowie durch einen umfangreichen Epilog und Anhang.
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