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Computer- und Video-Spielmacher  Drucken E-Mail
Bücher: Sachbuch Natur, Wissen & Technik
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Donnerstag, 15. Januar 2009

Computer- und Video-Spielmacher

Verlag: Gameplan
Erschienen: Dezember 2008
ISBN: 978-3-00-021584-1
Preis: 27,80 EUR

400 Seiten
Inhalt
9.0
Preis/Leistung
6.0
Gesamtwertung
8.7

Wertung:
8.7
von 10
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Zum Inhalt:

Nur drei Jahrzehnte benötigten "Pong" & Co, um sich neben Literatur, Film und Musik als Massenmedium und Kunstform zu etablieren. Hinter dem Siegeszug der interaktiven Pixel stehen begabte Techniker und Kreative, innovative Studios und visionäre Firmen. Spielmacher stellt die Menschen, Teams und Unternehmen hinter 30 Jahren Computer- und Videospielen vor.

Meinung:

Winfried "Winnie" Forster war im Laufe seines Lebens nicht nur als Autor tätig: Älteren Videospiel-Fans dürfte er unter anderem als Leiter der "Maniac", der heutigen "M!Games", in bester Erinnerung geblieben sein. Jüngere Spieler kennen ihn vor allem als Schriftsteller der GAMEplan-Bücher, die im gleichnamigen Verlag erscheinen. Doch seit dem letzten Buch des Autors (und des Verlages) sind inzwischen drei Jahre vergangen. Eine lange Zeit, die wohl vor allem genutzt wurde, um das vorliegende Nachschlagewerk zu kreieren.

"Computer- und Video-Spielmacher" ist ein Lexikon. Alle Einträge erfolgen in alphabetischer Reihenfolge und der Schreibstil ist objektiv, nüchtern, knapp und sehr informativ gehalten. Der Autor berichtet sachlich und zurückhaltend, was man besonders bei den großen Firmen wie beispielsweise Electronic Arts bemerkt. Dieser Branchenriese genießt aufgrund diverser unpopulärer Entscheidungen, die im Laufe seiner Existenz getroffen wurden, bei vielen Spielern einen eher zweifelhaften Ruf.

Das Buch ist knapp 400 Seiten stark und hat insgesamt 1500 Einträge. Dabei entfällt der Löwenanteil mit 1300 Einträgen auf die Firmen, der Rest auf einzelne Personen, wobei nur die wichtigsten Namen aus der Branche berücksichtigt werden. Dadurch fehlen natürlich einige Persönlichkeiten, von denen man als Fan meinen könnte, dass sie einen Eintrag wert seien. Dies gesteht Winfried Forster auch im Vorwort selbst ein. Es arbeiten schlicht und ergreifend zu viele Leute an der Entwicklung von elektronischen Spielen, als dass man alle berücksichtigen könnte.

Die Einträge bei den Firmen sind hingegen so vollständig wie möglich. Die Unternehmen sind in allen möglichen Größen und Kategorien vertreten, von puren Hardware-Herstellern wie Magnavox (Hersteller der allerersten Videospiel-Konsole Odyssey) über berühmte Firmen wie Psygnosis (Entwickler des Kultspiels "Lemmings") bis hin zu kleinen Entwicklungsstudios wie Wideload Games (Entwickler von "Hail to the Chimp"). Dabei bemüht sich Winfried Forster um einen möglichst vollständigen Eintrag und versucht anzugeben, ob ein bestimmter Entwickler noch existiert oder vielleicht übernommen wurde, und welche Gründe für einen Niedergang verantwortlich waren.

Was auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig ist, ist die komplette Schwarzweiß-Darstellung innerhalb des Werkes. Nur äußerst sparsam wird der Text in Form von Fotos und Screenshots aufgelockert. Sie helfen Akzente zu setzen und den Blick des Lesers auf den Inhalt zu lenken. Das Lexikon lädt sowohl zum Durchlesen ein als auch zum Nachschlagen. Ein umfassender Index, aufgeteilt in Personen und Spielen rundet das Buch ab. Allerdings werden die Firmen nicht zusammengefasst aufgelistet, was etwas irritierend ist. Vermutlich meint der Autor, dass der Leser, der nach einem bestimmten Hersteller sucht, sofort an der entsprechenden, alphabetischen Stelle im Werk nachschaut.

Das Nachschlagewerk ist mit 27,80 Euro nicht gerade preisgünstig. Dies lässt sich wohl dadurch erklären, dass es sich bei GAMEplan um einen Fachverlag mit einer kleinen Gesamtauflage handelt, der eine sehr spezielle Zielgruppe anspricht. Videospieler sind zwar gewohnt, einiges an Geld in ihr Hobby zu investieren, doch angesichts des hohen Preises für dieses Buch wird man sich eine Anschaffung zweimal überlegen.

Fazit:

Winfried Forster liefert mit "Computer- und Video-Spielmacher" ein äußerst umfassendes Lexikon ab, das bei den Firmeneinträgen keinerlei Wünsche aufkommen lässt. Sogar der aktuelle Existenzstatus eines Unternehmens wird dabei nicht vergessen. Bei den Personen vermisst man hingegen den einen oder anderen relevanten Namen, was aber aufgrund des Umfangs nicht anders zu erwarten war. Alle Einträge sind sachlich nüchtern geschrieben und bieten knappe, aber präzise Informationen. Das Buch ist, bis auf den Umschlag, komplett in Schwarzweiß gehalten, wobei der Text an einigen Stellen in Form von Fotos oder Screenshots aufgelockert wird. Abgerundet wird das Buch durch einen umfassenden Personen- und Spiele-Index, wobei man hier das Fehlen eines Firmen-Verzeichnisses bemängeln muss. Leider ist der Preis von 27,80 Euro ziemlich heftig, was wohl so manchen potenziellen Leser vom Kauf abhalten wird.
Weiterführende Infos
Leseprobe

 
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