Das Buch von André Meinunger versteht sich als sprachwissenschaftliche Antwort auf Bastian Sicks erfolgreiche Buchreihe "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod". Der Autor greift einzelne, exemplarische Aussagen des Erfolgsschriftstellers auf und erklärt auf humorvolle Weise die Fehler, die Herrn Sick bei seinem Diskurs durch die deutsche Sprache unterlaufen.
Meinung:
André Meinunger lehrt allgemeine und deutsche Sprachwissenschaften an der Universität Leipzig und gehört daher zu den Experten der deutschen Sprache. Auch wenn Meinunger zu Beginn von "Sick of Sick" mehrfach erwähnt, dass er Bastian Sicks Büchern auch Positives abgewinnen kann, lässt er keine Gelegenheit aus, diese zu kritisieren.
Meinunger macht darauf aufmerksam, dass Sick sprachliche Äußerungen in unangebrachten Fällen wörtlich nimmt und daraufhin Fehler in diesen erkennt, die keine sind. An anderer Stelle weist Meinunger auf Aussagen Sicks hin, die sich sprachwissenschaftlich nicht halten lassen. Einerseits geht es hier um die Auffassung Sicks, ein Wort könne nur eine Bedeutung haben. Andererseits um widersinnige Äußerungen wie die, dass "je" eine Konjunktion sei.
Durch den beständigen Humor, mit dem der Autor seine Argumentation begleitet, ist das Buch sehr unterhaltsam. Allerdings zeigt es sich deutlich anspruchsvoller als Sicks Bücher, da Meinunger nicht mit sprachwissenschaftlichen Fachwörtern geizt, die er aber ebenso fleißig und simpel für unwissende Leser erklärt.
"Sick of Sick" bekommt jedoch Probleme, sobald Meinunger sein eigenes Spezialgebiet verlässt. Denn dann werden seine Anmerkungen unzuverlässig. So tadelt er beispielsweise Sicks Aussage, "Stundenkilometer" sei deshalb kein physikalisch richtiger Begriff, weil er nicht das Produkt aus Stunden und Kilometern meine und daher so nicht benutzt werden sollte. Meinunger zieht zur Untermauerung seiner Kritik das Beispiel "Newtonmeter" heran, das genauso kein Multiplikationsergebnis aus Herrn Isaac Newton und der Einheit Meter, aber trotzdem korrekt sei. Leider lässt er dabei die Einheit Newton außer Acht, die im Newtonmeter eigentlich gemeint ist. Hierbei handelt es sich um eine der wenigen Stellen im Buch "Sick of Sick", an denen Meinunger zu übereifrig auf seinen Kontrahenten losgeht und dabei selbst Falschaussagen trifft.
Für linguistisch erfahrene Leser ist das Buch zwar unterhaltsam, aber auch leicht durchschaubar, denn die Fehlaussagen der gewählten Zitate Sicks springen direkt ins Auge. Da alle behandelten Textstellen zitiert werden, ist es nicht nötig, die Bücher Sicks gelesen zu haben, um dem Inhalt von "Sick of Sick" folgen zu können. Meinunger untermauert seine Argumentation mit Texten vieler angesehener Linguisten und bietet somit auch einen kleinen Einblick in die Sprachwissenschaft und ihre Arbeitsweise. Sein erklärtes Ziel, den schlechten Ruf der Linguistik aufzubessern und auf grobe Fehler Sicks hinzuweisen, hat er mit diesem Werk allemal erreicht.
Fazit:
"Sick of Sick" ist vor allem denen zu empfehlen, die mit Begeisterung und blindem Vertrauen die Bücher der "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod"-Reihe verschlungen haben, denn hier erfährt man, inwieweit die darin von Bastian Sick gemachten Aussagen unzutreffend sind. Wenngleich André Meinunger leider an einigen Stellen selbst falsche Argumente liefert, lohnt sich dieser kleine Einblick in die Linguistikforschung für sprachwissenschaftlich interessierte Leser und Studenten auf jeden Fall.
Das Buch von André Meinunger versteht sich als sprachwissenschaftliche Antwort auf Bastian Sicks erfolgreiche Buchreihe "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod". Der Autor greift einzelne, exemplarische Aussagen des Erfolgsschriftstellers auf und erklärt auf humorvolle Weise die Fehler, die Herrn Sick bei seinem Diskurs durch die deutsche Sprache unterlaufen.
André Meinunger lehrt allgemeine und deutsche Sprachwissenschaften an der Universität Leipzig und gehört daher zu den Experten der deutschen Sprache. Auch wenn Meinunger zu Beginn von "Sick of Sick" mehrfach erwähnt, dass er Bastian Sicks Büchern auch Positives abgewinnen kann, lässt er keine Gelegenheit aus, diese zu kritisieren.
Meinunger macht darauf aufmerksam, dass Sick sprachliche Äußerungen in unangebrachten Fällen wörtlich nimmt und daraufhin Fehler in diesen erkennt, die keine sind. An anderer Stelle weist Meinunger auf Aussagen Sicks hin, die sich sprachwissenschaftlich nicht halten lassen. Einerseits geht es hier um die Auffassung Sicks, ein Wort könne nur eine Bedeutung haben. Andererseits um widersinnige Äußerungen wie die, dass "je" eine Konjunktion sei.
Durch den beständigen Humor, mit dem der Autor seine Argumentation begleitet, ist das Buch sehr unterhaltsam. Allerdings zeigt es sich deutlich anspruchsvoller als Sicks Bücher, da Meinunger nicht mit sprachwissenschaftlichen Fachwörtern geizt, die er aber ebenso fleißig und simpel für unwissende Leser erklärt.
"Sick of Sick" bekommt jedoch Probleme, sobald Meinunger sein eigenes Spezialgebiet verlässt. Denn dann werden seine Anmerkungen unzuverlässig. So tadelt er beispielsweise Sicks Aussage, "Stundenkilometer" sei deshalb kein physikalisch richtiger Begriff, weil er nicht das Produkt aus Stunden und Kilometern meine und daher so nicht benutzt werden sollte. Meinunger zieht zur Untermauerung seiner Kritik das Beispiel "Newtonmeter" heran, das genauso kein Multiplikationsergebnis aus Herrn Isaac Newton und der Einheit Meter, aber trotzdem korrekt sei. Leider lässt er dabei die Einheit Newton außer Acht, die im Newtonmeter eigentlich gemeint ist. Hierbei handelt es sich um eine der wenigen Stellen im Buch "Sick of Sick", an denen Meinunger zu übereifrig auf seinen Kontrahenten losgeht und dabei selbst Falschaussagen trifft.
Für linguistisch erfahrene Leser ist das Buch zwar unterhaltsam, aber auch leicht durchschaubar, denn die Fehlaussagen der gewählten Zitate Sicks springen direkt ins Auge. Da alle behandelten Textstellen zitiert werden, ist es nicht nötig, die Bücher Sicks gelesen zu haben, um dem Inhalt von "Sick of Sick" folgen zu können. Meinunger untermauert seine Argumentation mit Texten vieler angesehener Linguisten und bietet somit auch einen kleinen Einblick in die Sprachwissenschaft und ihre Arbeitsweise. Sein erklärtes Ziel, den schlechten Ruf der Linguistik aufzubessern und auf grobe Fehler Sicks hinzuweisen, hat er mit diesem Werk allemal erreicht.
"Sick of Sick" ist vor allem denen zu empfehlen, die mit Begeisterung und blindem Vertrauen die Bücher der "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod"-Reihe verschlungen haben, denn hier erfährt man, inwieweit die darin von Bastian Sick gemachten Aussagen unzutreffend sind. Wenngleich André Meinunger leider an einigen Stellen selbst falsche Argumente liefert, lohnt sich dieser kleine Einblick in die Linguistikforschung für sprachwissenschaftlich interessierte Leser und Studenten auf jeden Fall.