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Der Wolf im Schafspelz tappt im Dunkeln  Drucken E-Mail
Bücher: Sachbuch Kultur & Zeitgeschehen
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Freitag, 19. Dezember 2008

Der Wolf im Schafspelz tappt im Dunkeln

Verlag: Knaur
Erschienen: November 2008
ISBN: 978-3-426-78146-3
Preis: 6,95 EUR

240 Seiten
Inhalt
8.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
7.9

Wertung:
7.9
von 10
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Zum Inhalt:

Wenn uns das "Wasser bis zum Halse steht" vergnügen wir uns bestimmt nicht im Baggersee. Und bei einem "Lippenbekenntnis" tauschen wir auch keine Küsse aus. Aber was verbirgt sich hinter alltäglichen Redensarten?

Meinung:

Hat man eine passende Redewendung auf Lager, ist dies meistens ein Zeichen dafür, dass man über eine entsprechende Bildung verfügt. Doch diese Sprichwörter werden nicht nur bewusst, sondern auch unbewusst verwendet. Dabei ist man sich meistens nicht darüber im Klaren, was für einen Ursprung ein geflügeltes Wort denn nun hat. Um diese Wissenslücke zu schließen, kann man im Buchhandel sehr leicht dementsprechende Nachschlagewerke finden.

Sigi Kubes Buch "Der Wolf im Schafspelz tappt im Dunkeln" ist so ein Lexikon rund um Redewendungen. Es ist das Erstlingswerk der freien Redakteurin und Journalistin, die bislang für diverse Printmedien und den Hörfunk geschrieben hat. In diesen Sachbuch informiert sie den Leser über die Herkunft von Begriffen wie "Tohuwabohu" oder "Paternoster" und weiß dabei interessante Details zu erzählen, wie zum Beispiel die Tatsache, dass das Prinzip des Paternosters ursprünglich aus China stammt.

Es ist anfangs für den Leser unklar, was für eine Gliederung in diesem Buch verwendet wird. Aus dem Inhaltsverzeichnis alleine, welches jede einzelne Redewendung auflistet, lässt sich keine dementsprechende Erkenntnis gewinnen. So folgt auf "Paternoster" "Der schnöde Mammon" und auf diesen wiederum "Perlen vor die Säue werfen". Erst nach einigen Seiten wird die zugrunde liegende Ordnung deutlich: Sigi Kube orientiert sich an der Bibel, die sie ausnahmslos als Quelle und Ursprungsmaterial für die Redewendungen heranzieht. Sie fängt mit dem ersten Buch Moses an und hört mit der Offenbarung des Johannes auf.

Leider tut diese Konzentration auf eine einzige Quelle einem Sachbuch, das die Herkunft alltäglicher Redewendungen klären will, nicht gut. Es gibt noch so viele andere bekannte Sprichwörter, wie zum Beispiel "Etwas hinter die Ohren schreiben" oder "Den Stuhl vor die Tür setzen", deren Ursprung eher im Alltag zu finden sind und die daher nicht berücksichtigt werden.

Von der etwas unglücklichen Entscheidung der Autorin, sich nur auf diese eine Quelle zu stützen, abgesehen, ist dieses Nachschlagewerk aber gelungen. Denn hier wird nicht der Fehler begangen, die Sprichwörter kurz und knapp abzuhandeln, sondern Sigi Kube widmet sich jedem einzelnen von ihnen ausführlich und verständlich. Mindestens zwei Seiten stehen jedem geflügelten Begriff zur Verfügung, manche werden sogar so ausführlich erklärt, dass dafür vier Seiten notwendig sind. Daran merkt man, wie viel Mühe in diesen Titel gesteckt wurde. Der Leser findet sogar Begriffe vor, die sonst eher weniger Verwendung im allgemeinen Sprachgebrauch finden, wie zum Beispiel "Krethi und Plethi".

Leider fehlt dem Buch eindeutig ein alphabetischer Index. Für ein Nachschlagewerk sollte dies eigentlich ein Muss sein, weil so bei einem spontanen Nachgucken nur das sperrige Inhaltsverzeichnis zur Verfügung steht. Die Entscheidung, auf eine solchen geordnete Übersicht zu verzichten, ist nicht gerade leserfreundlich und auch nicht nachvollziehbar. Aufgrund dieses Mangels verliert dieses Lexikon doch etwas an Reiz, so interessant der Inhalt auch sein mag.

Fazit:

"Der Wolf im Schafspelz tappt im Dunkeln" könnte beinahe als ein gutes Nachschlagewerk bezeichnet werden. Sigi Kube erklärt ausführlich den Ursprung und die Entstehung von Sprichwörtern. Dabei beschränkt sich die Autorin ausschließlich auf die Redewendungen, deren Herkunft durch Quellen aus der Bibel abgeleitet werden können. Dadurch werden natürlich andere gebräuchliche geflügelte Worte nicht berücksichtigt, was dem Leser negativ auffällt. Auch vermisst man einen alphabetischen Index, der ein schnelles Nachschlagen der verschiedenen Begriffe ermöglichen würde. So muss man nämlich erst mühsam im Inhaltsverzeichnis nachgucken, ob und wo eine Redensart erklärt wird.
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