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The Beatles - Wie alles begann  Redaktionstipp Drucken E-Mail
Bücher: Sachbuch Film, Musik & Medien
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 9. Juni 2008

The Beatles - Wie alles begann

Originaltitel: Yesterday: The Beatles Once Upon A Time
Übersetzt von: Susanne Tiarks

Untergenre: Bildband
Erschienen: März 2008
ISBN: 978-3-89910-378-0
Preis: 29,90 EUR

176 Seiten
Inhalt
9.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.9

Wertung:
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Zum Inhalt:

Die Beatles haben Geschichte geschrieben und als sie damit 1960 in Hamburg begannen, war Astrid Kirchherr mit ihrer Kamera dabei: Sie hatte die vier Jungs bei deren Auftritten im Hamburger "Kaiserkeller" kennen gelernt und schon da die ersten Fotos gemacht. Als die Beatmusik und die Fab Four 1964 auszogen die Welt zu erobern, fotografierten Astrid Kirchherr und Max Scheler die berühmtesten Engländer aller Zeiten privat, im Studio und beim Dreh von "A Hard Day's Night" und entdeckten Liverpool für Millionen Fans.

Meinung:

Während Liverpool in diesem Jahr ihren Status als europäische Kulturhauptstadt feiert, bringt in Deutschland ein Verlag einen Bildband heraus, der nicht nur die berühmtesten Söhne der Stadt in einem ganz persönlichen Licht zeigt, sondern auch ganz klar die Wurzeln für diese Entwicklung der verarmten Industriestadt zu einem Kulturzentrum aufzeigt. In "The Beatles: Wie alles begann" wurden die beiden in England erschienen Bildbände "Liverpool Days" und "Golden Dreams" zusammengefasst. Kombiniert ergeben die Fotografien von Astrid Kirchherr und Max Scheler eine umfassende Darstellung der Beatles im Jahr 1964.

Als Astrid Kirchherr 1960 die Beatles kennen lernte, waren sie noch zu fünft und spielten in kleinen Hamburger Clubs. Die Fotografin und der damalige Bassist der Gruppe, Stuart Sutcliffe, wurden schnell ein Paar und verlobten sich kurz darauf. Auch nach dem frühen Tod ihres Verlobten bestand die Freundschaft zu den Fab Four weiter und ermöglichte es Astrid Kirchherr, im Frühjahr 1964 ein paar ganz besondere Aufnahmen von John, Paul, George und Ringo zu machen.

Max Scheler hatte damals vom "Stern" den Auftrag bekommen, einen Artikel über das Phänomen der "Beatlemania" in England zu schreiben. Da die Beatles zu diesem Zeitpunkt schon so berühmt waren, dass sie kaum noch Interviews geben wollten, erinnerte sich der Fotojournalist an die Freundschaft zwischen Astrid Kirchherr und den berühmten Pilzköpfen - und bat sie, sich für ihn einzusetzen. Beide Künstler berichten in ausführlichen Vorworten von ihren Eindrücken und Erlebnissen in diesen Wochen, die sie mit den Beatles verbringen durften.

Gemeinsam dokumentierten die beiden die Beatles bei den Dreharbeiten zu "A Hard Day's Night" und wohnten zu dieser Zeit in der Wohnung von Ringo Starr und George Harrison, wobei es ihnen gelang, sehr häusliche Aufnahmen der Musiker zu machen. Auch ein Besuch bei den Eltern der beiden wurde für die Fotografen arrangiert und ermöglichte es, eine sehr private Seite der berühmten Liverpooler Jungs zu zeigen.

Neben diesen sehr familiär wirkenden Fotos bietet der Bildband "The Beatles" auch Aufnahmen vom damals wichtigsten Musikgeschäft Liverpools, das für viele arme Arbeiterkinder eine Hoffnung auf ein besseres Leben als Musiker symbolisierte. Im Kontrast dazu stehen Bilder von Bands wie den "Roadrunners", "Rattles" oder "Merseybeat", die sich damals schon einen Namen gemacht hatten, sowie Fotos, die bei Konzerten im "Cavern Club" entstanden.

Gerade durch diese persönliche Verbindung zwischen Astrid Kirchherr und den Beatles zeigen ihre Fotos eine Seite der Fab Four, wie man sie sonst selten zu Gesicht bekommt. Offen und verletzlich wirken die erfolgreichen Musiker, wenn man sieht, wie sie erschöpft zwischen den Drehpausen auf ihrem Gepäck eingeschlafen sind, oder überwältigt im Flur auf dem Fußboden sitzen, während sich die Fanpost vor ihnen aufstapelt. Geradezu mitreißend hingegen ist zum Bespiel die Fotoserie, bei der man Ringo Starr und Astrid Kirchherr zuhause beim Tanzen beobachten kann.

Neben diesen einzigartig persönlichen Einblicken in das Leben der Beatles im Frühjahr 1964, bestechen besonders die Bilder, die die beiden Künstler von Liverpool gemacht haben. Die Stadt wirkt dunkel, düster und verfallen, als hätte sich seit Kriegszeiten nichts verändert. Trostlose Viertel, in denen sich kleine schmale Häuser in einer endlos langen Zeile aneinander schmiegen, bestimmen das Umfeld, in dem die Musiker aufgewachsen sind. Inmitten dieser bedrückenden Umgebung spielen Kinder mit ausdrucksstarken Gesichtern voller Lebensfreude und voller Hoffnung auf die Zukunft.

Fazit:

Der Bildband "The Beatles: Wie alles begann" zeigt nicht nur ein einzigartig privates Bild der berühmten Musiker, er bringt diese auch in einen Zusammenhang mit Liverpool und den Auswirkungen ihres Erfolg auf die Stadt und ihre Bewohner. Wunderbar offene und persönliche Fotos tragen eine private Seite der Fab Four an die Öffentlichkeit, die man so wohl nur in diesem Bildband zu sehen bekommt. Mit den persönlichen Erinnerungen von Astrid Kirchherr und Max Scheler im Hinterkopf betrachtet man diese Fotos umso intensiver und bekommt eine ganz neue Sicht auf die berühmten Beatles und ihr Werk.

 
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