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Ins Netz gegangen  Drucken E-Mail
Bücher: Sachbuch Film, Musik & Medien
Geschrieben von Heike Bellas   
Donnerstag, 11. Dezember 2008

Ins Netz gegangen

Erschienen: September 2008
ISBN: 978-3-89602-856-3
Preis: 12,90 EUR

347 Seiten
Inhalt
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
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Wertung:
8.0
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Zum Inhalt:

Judith Alwin, Model, Journalistin und Moderatorin, Anfang vierzig, ist drei Jahre lang als "try2find" online auf Partnerpirsch gegangen - und hat sich mehr als einmal erschreckt! In einem spannenden Online-Tagebuch beschreibt sie ihre ganze persönlichen Erfahrungen bei der Partnersuche im WWW-Dschungel mit einer gehörigen Portion Ironie und Sarkasmus.

Meinung:

Judith Alwin ist Model, Journalistin und Moderatorin, knapp über 40 und Single mit Anspruch. Von einer Freundin überredet, meldet sie sich in einer Onlinepartnerbörse an und beschließt, über ihre Erfahrungen Buch zu führen. Auf ihrer Internetpräsenz www.try2find.de veröffentlichte sie ihre lustigen, traurigen und skurrilen Erlebnisse, bis sie nun ausgewählte Passagen davon in ihrem Buch "Ins Netz gegangen" mit Tipps für die Partnersuche im Internet vereinte.

Und diese Erlebnisse sind durchweg unterhaltsam - manchmal wohl aber auch sehr ärgerlich gewesen. Hinter vielen Männern, die im WWW noch als Mr. Right erscheinen, stecken Mogelpackungen. Da wird gelogen, was Alter, Gewicht, Aussehen an sich, der Familienstand, ja sogar einmal die sexuelle Orientierung angeht. So sieht sich Frau Alwin - in der Erwartung, einen gut aussehenden homosexuellen Kumpel zu einem freundschaftlichen Abendessen zu treffen - plötzlich einem Mann mit Pummelbäckchen gegenüber, der seine Homosexualität nur erfunden hat, damit er nicht von zu vielen Frauen angesprochen wird, sondern "selbst die Wahl hat".

Eine weitere Mogelpackung Mann bilden die Casanovas, die während sie noch die eine Internetliebe besuchen mit deren Internetanschluss schon wieder die nächste Frau an Land ziehen oder versuchen, sich auf dem Onlineweg eine Affäre anzulachen. Leider ist die Autorin auch oft an diese Sorte Mann geraten. Auch wenn Judith Alwin es nicht beabsichtigt und sich in ihrem Fazit deutlich für Internetdating ausspricht, lässt das Buch darauf schließen, dass man - zumindest, wenn man seinen Prinzipien und seinem festen Bild von Mr. Right treu bleibt - im Internet an der falschen Adresse ist. So kann sie auch von keiner erfolgreichen Partnersuche berichten. Die einzige Freundin, die über Kontaktanzeigen an ihren Traummann gelangte, tat dies über Zeitungsannoncen. Doch am Ende des Buches deutet die Autorin an, vielleicht doch in einer Partnerbörse gefunden zu haben, was sie von Anfang an gesucht hat.

Mit "Ins Netz gegangen" liefert Judith Alwin vor allem Netzanfängern eine Anleitung zur Partnersuche im Internet und stellt verschiedene Kontaktseiten vor. Dabei behandelt sie jene ausführlicher, in denen sie sich angemeldet und Erfahrungen und Eindrücke gesammelt hatte. Dazu zählen zum Beispiel so bekannte Seiten wie match.com und parship.de. Sie beschreibt, welche Altersklassen sich in welcher Community aufhalten, wie viel die verschiedenen Börsen kosten und was sie für dieses Geld bieten. Neben den Details über die Partnerbörsen erklärt die Autorin auch, was verschiedene Emoticons und andere Internetabkürzungen bedeuten und was man tun und lieber lassen sollte, wenn man sich den Traummann aus dem Netz fischen möchte.

Amüsant machen das Buch vor allem zwei Aspekte: Zum einen hat Judith Alwin aufgrund ihres Berufs ein wunderbares Sprachgefühl und vor allem einen Hang zu humorvollen Wortspielen. Zum anderen veröffentlicht sie Mailwechsel (natürlich mit geänderten Nicknames), die für sie - mal wegen ihrer Absurdität, mal weil sie einfach beweisen, dass auch ihre Mailpartner ein Gefühl für Wortwitz besitzen - aus der Masse herausgestochen haben. Da fällt es auch nicht so sehr ins Gewicht, dass sich die Autorin gegen Ende des Buches in ihren Geschichten des Öfteren wiederholt.

Fazit:

"Ins Netz gegangen" ist ein humorvolle Ratgeber von Judith Alwin, in dem sie Passagen aus ihrem Internet-Blog mit Ratschlägen verknüpft. Die Autorin hat drei Jahre lang versucht, online ihren Traummann zu finden, und darüber auf ihrem Blog Buch geführt. In diesem Band erklärt sie mit viel sprachlichem Witz und unter Einsatz verschiedener persönlicher Erlebnisse, wie Internetdating funktioniert, bei welcher Partnerbörse man sich am besten anmeldet und wie Kommunikation im WWW in normale Umgangssprache zu übersetzen ist. Dabei erweckt Frau Alwin einerseits ein wenig den Eindruck, dass Internetdating nicht zu Mr. Right führt, spricht sich aber andererseits trotzdem entschieden dafür aus, es zu versuchen, was leider etwas widersprüchlich ist.
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