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Dr. House: Unautorisiert  Drucken E-Mail
Bücher: Sachbuch Film, Musik & Medien
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Samstag, 29. November 2008

Dr. House: Unautorisiert

Herausgegeben von Leah Wilson.

Originaltitel: House Unauthorized: Vasculitis, Clinic Duty and Bad Bedside Manner
Übersetzt von: Wolfgang Thon

Verlag: vgs
Erschienen: September 2008
ISBN: 978-3-8025-1790-7
Preis: 9,95 EUR

204 Seiten
Inhalt
5.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
5.3

Wertung:
5.3
von 10
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Zum Inhalt:

Gregory House ist das am meisten bewunderte Phänomen der modernen TV-Medizin. Ein genialer Arzt, dessen soziale Kompetenzen allerdings einiges zu wünschen übrig lassen. In "Dr. House: Unautorisiert" schreiben 13 Autoren über ihre Lieblingssendung, und dabei werden verblüffende Theorien und Spekulationen aufgestellt: Ist Wilson nur der eingebildete Freund von Dr. House? Was wäre, wenn Dr. House Klempner und nicht Arzt geworden wäre?

Meinung:

Keine Frage, House ist Kult. Dieser mürrische, am Stock gehende Mann, der politisch äußerst unkorrekt auftritt, fasziniert durch seinen Charakter und seine Fähigkeiten. Wie er sich in einen Fall verbeißt und dabei den unglaublichsten Ursachen auf die Spur kommt, muss man einfach gesehen haben. Doch nicht nur die Figur des House ist interessant, sondern auch die Menschen in seiner Nähe und seine Umgebung.

Nun haben sich unter der Führung der Herausgeberin Leah Wilson 13 verschiedene Autoren versammelt und zehn Texte zu dieser Fernsehserie geschrieben. Der vorliegende Titel ist nicht der erste, den die Herausgeberin zusammengestellt hat. In Deutschland ist früher schon "Grey's Anatomy: Unautorisiert" erschienen, während sie in den USA weitere Bücher - unter anderem über die Serie "24" - veröffentlichte.

Die hier versammelten Autoren haben recht unterschiedliche Hintergründe. Man findet darunter Psychologen, aber auch mit Preisen ausgezeichnete Schriftsteller. Zwei deutsche Autoren haben es auch in das Buch geschafft, nämlich Michael Reufsteck und Jochen Stöckle, die den Bestseller "Die kleine House-Apotheke" geschrieben haben. Ihr Text befasst sich auf humorvolle Art und Weise damit, wie sich ihr Leben durch Dr. House geändert hat.

Viele der Texte in diesem Buch sind humorvoll geschrieben - doch ausgerechnet diese Elemente sind der schwächste Teil der Sammlung. Texte wie "House, T.B.A." von Glenn McDonald oder "Wir spielen House" von den beiden Autoren Mikhail Lyubansky und Elaine Shpungin sollen lustig sein, sind es aber nicht, was verschiedene Ursachen hat. Im Beitrag von Glenn McDonald, der normalerweise für diverse Webseiten und Magazine schreibt, werden verschiedene Pitches für House vorgestellt. So ist die Figur mal ein Mitglied einer Baseballmannschaft oder ein Klempner, doch allen gemeinsam ist, dass die Idee nicht wirklich überzeugend dargestellt wird. Die jeweiligen Elemente der unterschiedlichen Berufe wirken auf die bereits bekannten Aspekte der Ärzteserie nur aufgepfropft und nicht gut durchdacht.

Beim Text von Lyubansky und Shpungin, die beide Psychologen sind, geht es hingegen um einen fiktiven Dialog der beiden Autoren mit einer dritten Person. Alle drei versuchen sich der Figur House und ihrer Probleme psychologisch zu nähern. Und genau hier liegt das Problem: Beim Lesen des Textes wird einiges an psychologischem Vorwissen verlangt. Zwar gibt es hier und da einige Erklärungen per Fußnote, doch allzu häufig versteht der normale Leser nur Bahnhof. Diese scheinbar humorvollen Texte bilden knapp die Hälfte des Buches. Etwas gelungener sind da die normalen Beiträge, wobei es auch hier einen Ausfall zu vermelden gibt.

Bradley H. Sinor, ein fleißiger Verfasser von in den USA veröffentlichten Kurzgeschichten, versucht in seinem Beitrag "Der kleine Arzt, der gar nicht da war" dem Leser weiszumachen, dass Wilson, der beste Freund von House, nur eine Illusion ist. Eine Täuschung des Unterbewusstseins des Doktors, zu einem nicht näher bestimmten Zweck. Der Autor nähert sich dem Thema mit einer gewissen Ernsthaftigkeit und versucht seine gewagte These mit Beispielen aus der Fernsehserie zu untermauern. Doch man merkt schnell, dass das Ganze ziemlich vage ist und jedem, der mindestens eine Episode von House gesehen hat, dürften ein Dutzend Gegenbeispiele einfallen. Obwohl die Grundidee durchaus interessant ist, kann dieser Beitrag nicht überzeugen.

Besser ist da die Kurzbiografie von Hugh Laurie, dem Darsteller von Dr. House, die von Geoff Klock geschrieben wurde. Der Autor versucht einen direkten Pfad von Lauries ersten Rollen im britischen Fernsehen zu seiner nun bekanntesten Figur aufzuzeigen, was ihm sogar recht gut gelingt. Leider beschäftigen sich die Texte in "Dr. House: Unautorisiert" nur mit den ersten beiden Staffeln der Fernsehserie, weshalb die interessanten Entwicklungen der dritten und vierten Staffel nicht mit einbezogen wurden.

Fazit:

"Dr. House: Unautorisiert" kann den Leser nicht durchgehend überzeugen. Das Buch scheitert an den humorvollen Beiträgen, denn der Funke will beim Leser einfach nicht überspringen. Die unterschiedlichen Gründe dafür liegen mal daran, dass die Ausgangsidee nicht konsequent genug umgesetzt wurde, mal daran, dass einfach zu viel Fachwissen verlangt wird. Besser sind die Texte, in denen nicht versucht wird, lustig zu sein. Obwohl auch hier der Beitrag von Bradley H. Sinor zu kritisieren ist, der darlegt, dass die Figur Wilson eigentlich fiktiv und als Illusion von House anzusehen ist. Doch die anderen Texte, die sich unter anderem mit dem Schauspieler Hugh Laurie und den Biografien von Houses Helfern beschäftigen, sind qualitativ deutlich besser. Bedauerlich ist allerdings, dass sich "Dr. House: Unautorisiert" nur mit den ersten beiden Staffeln beschäftigt, da sich die Serie seitdem schon enorm weiterentwickelt hat.
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