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Ronnie - Die Autobiografie  Drucken E-Mail
Bücher: Sachbuch Biografien
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Donnerstag, 30. Oktober 2008

Ronnie - Die Autobiografie

Originaltitel: Ronnie
Übersetzt von: Stefan Rohmig

Verlag: Heyne
Erschienen: August 2008
ISBN: 978-3-453-15506-0
Preis: 19,95 EUR

416 Seiten
Inhalt
9.0
Preis/Leistung
9.0
Gesamtwertung
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Wertung:
9.0
von 10
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Zum Inhalt:

Ronnie Wood, der legendäre Gitarrist der Rolling Stones, erzählt in seinen Memoiren aus seinem bewegten Leben. Erstmals gewährt er Einblicke hinter die Kulissen der größten Band der Welt und gibt nebenbei die unglaublichsten Anekdoten aus seinem Leben mit Stars wie Muhammad Ali, Bill Clinton, John Belushi, Jimi Hendrix, Bob Dylan und Eric Clapton zum Besten, die sich kein Geschichtenschreiber besser hätte ausdenken können.

Meinung:

Die Rolling Stones? Klar, Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts und Ronnie Wood. Für einige Fans die beste Band der Welt, für andere zumindest eine der langlebigsten und erfolgreichsten Rocker aller Zeiten. Doch wer steckt hinter den Namen? Bei Mick Jagger und Keith Richards weiß man es sofort. Auch bei Charlie Watts fällt einem nach einigem Überlegen vielleicht das eine oder andere biografische Detail ein. Und Ron Wood? Was ist mit ihm? Sicherlich nur ein weiterer typischer Klischee-Rocker, der in die Jahre gekommen ist. Doch dieses Urteil ist deutlich zu kurz gegriffen.

Es stimmt - wenn man die Autobiografie liest, stößt man auf das typische Rocker-Klischee. Zu viel Alkohol und Drogen. Hotelzimmer sind dafür da, sie neu zu dekorieren - notfalls auch gegen die Wünsche der Direktion, was fast immer der Fall ist. Und doch ist da mehr. Wesentlich mehr! Weniger bekannt ist zum Beispiel, dass Ron Wood nicht immer ein Rolling Stone war und dass er eine Zeit lang mit Rod Stewart in einer Band gespielt hat. Oder dass er neben seiner Karriere als Musiker auch noch ein erfolgreicher Maler ist. Oder die Tatsache, dass seine Familie Zigeuner-Wurzeln hat.

All dies sind kleine, aber feine Details, die man beim Lesen dieser Autobiografie erfährt. Und nein, das Buch wurde eindeutig von keinem Ghostwriter geschrieben! Dazu liest sich der Anfang doch etwas holprig. Es scheint so, als ob Ron Wood erst zögerlich angefangen hat, sich hinzusetzen und sein Leben aufzuschreiben. Die ersten Sätze erscheinen etwas ungelenk, so als ob sich der Musiker nicht sicher ist, was er schreiben sollte. Doch dies legt sich sehr schnell und schon nach den ersten Seiten wird der Text wesentlich flüssiger. Und schnell bemerkt der Leser, dass hier jemand zu Wort kommt, dem das Schreiben Spaß macht.

Dieser Spaß zieht sich durch das ganze Buch und Ronnie Wood spart dabei nicht mit Details, egal ob sie amüsant oder schrecklich zu lesen sind. Zwei rote Fäden ziehen sich durch seine Autobiografie: Da ist zum einen sein Umgang mit den Drogen - es ist erstaunlich, an wie viel sich der Musiker - trotz der Tatsache, dass er zeitweise doch schon fast in einem Dauerrauschzustand war - noch erinnert. Dabei bezieht er zu keiner Zeit eine eindeutige Position zu Rauschmitteln. Er beschreibt vollkommen wertfrei, wie er sich zum Beispiel nach seiner zweiten Hochzeit mit seiner Frau und Keith Richards erst mal ein paar Lines reinzog. Dies ist symptomatisch für das gesamte Buch und vielleicht sogar besser so. Denn nun obliegt es dem Leser, sich seine eigene Meinung zu bilden.

Der zweite rote Faden ist Ronnies Familie. Egal, wie sehr der Musiker auf Drogen war, seine Familie kam für ihn immer an erster Stelle. Er hat seine Eltern geliebt und ihr Tod ging ihm ebenso nahe wie die Geburt seiner Kinder. Und auch wenn aktuelle Ereignisse manche Passagen in einem etwas schalen Licht erscheinen lassen, liest man doch aus den Seiten die Liebe zu seiner zweiten Frau heraus.

Das ganze Buch wird mit jeder Menge Fotos und zahlreichen Abbildungen aus Ronnie Woods Leben aufgelockert. Dazu gehören Zeichnungen, wie zum Beispiel die, die seine Frau mit ihrem neugeborenen Baby zeigen, aber auch Kopien von Listen, die einen interessanten Einblick in den Musikeralltag bieten. So gibt es eine Darstellung einer Konzertplanung, bei der festgelegt wurde, wann Ronnie Wood welche Gitarre zu welchem Song spielt. Diese Elemente bilden interessante Details am Rande, die Rons faszinierendes Leben in ungewöhnlichen Facetten aufzeigen. Vor allem zeigen all die Zeichnungen eins: Dass Ron Wood nicht nur ein begnadeter Gittarist ist, sondern ein ebenso guter Künstler!

Fazit:

Bei einem Titel wie Ronnie Woods Autobiografie fragt sich der Leser unwillkürlich: Muss man dieses Buch haben? Soll man wirklich das Geld investieren, um das Klischee eines Rockers erfüllt zu sehen? Doch gerade bei solchen Bedenken sollte man sich diesen Titel zulegen. Denn auch wenn hier einige Klischees bedient werden, steckt hinter Ron Wood doch deutlich mehr als die altbekannten Vorurteile, die man gegenüber Rockern hegt. Der Leser erfährt im Laufe der Seiten einiges über diese Person, was einen durchaus dazu bringen könnte umzudenken. Ron ist nämlich nicht nur ein Rocker, sondern auch ein Künstler und ein Familienmensch. Außerdem wird das Buch noch durch zahlreiche interessante Fotos, Illustrationen und andere Abbildungen aufgelockert und so zu einem informativen und unterhaltsamen Gesamtwerk.
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