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Ninja! - Hinter den Schatten 2  Drucken E-Mail
Comics: Manga Sachmanga
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 13. Juni 2010

Ninja! - Hinter den Schatten 2

Autor: Miyuki Tsuji
Zeichner: Baron Malte

2. Band der Reihe

Verlag: Carlsen Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Juni 2010
ISBN: 978-3-551-78155-0
Preis: 5,95 EUR

192 Seiten
Inhalt
7.0
Zeichnungen
7.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.2

Wertung:
7.2
von 10
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Zum Inhalt:

Der fünfzehnjährige Ben wird auf dem Nachhauseweg Opfer eines Überfalls. Die Demütigung nagt an dem sonst so selbstbewussten Jungen und er beschließt, die Künste der Ninja zu erlernen, um sich für die Erniedrigung zu rächen. Kurzerhand reist er nach Japan. Im Land der Schattenkrieger angekommen, lernt Ben einen klugen und alten Ninja-Meister kennen. Bens Bild über die schwarzen Superkrieger zerbröckelt, und eine faszinierende und lehrreiche Reise durch die Geschichte der Ninja beginnt ...

Meinung:

Mit der zweiteiligen Manga-Reihe "Ninja! - Hinter den Schatten" versucht Miyuki Tsuji, die wahre Geschichte der Ninja zu erzählen und deutlich zu machen, dass die historischen Tatsachen nur wenig mit dem Mythos zu tun haben, der durch Film und Fernsehen entstanden ist. Im ersten Band erfuhr der Leser zusammen mit Ben, einem Jungen aus Deutschland, schon eine Menge Grundlagen über das Leben der geheimnisvollen "Schattenkämpfer". Der deutsche Schüler hatte nach einem Überfall auf dem Heimweg beschlossen, dass er sich nie wieder so hilflos fühlen und unbedingt kämpfen lernen möchte. So hat er alles für einen Ferienaufenthalt in Japan organisiert und sogar neben der Schule gearbeitet, damit er den Flug finanzieren kann.

In dem Dorf Iga stellt Ben schnell fest, dass seine Vorstellungen nichts mit der realen Vergangenheit der Ninja-Kämpfer gemein haben. Für diese Krieger waren nicht der Kampf und der Ruhm wichtig, sondern Fähigkeiten, die es ihnen erlaubten, als Spione zu überleben. Nachdem der Schüler von Meister Hattori schon einiges über die Entstehung der Ninja und ihre Ziele gehört hat, wird es Zeit, ihn mit ein paar der grundlegenden Trainingsmethoden vertraut zu machen.

So bringt der alte Ninja-Meister dem impulsiven Jungen eine Atemtechnik der Ninja bei, die es ihm ermöglicht, schneller und ausdauernder zu laufen oder sich - ohne durch sein Atmen aufzufallen - zu verstecken. Auch einfache Übungen, die dazu dienen, die verschiedenen wichtigen Muskeln aufzubauen, zeigt Meister Hattori Ben. Während all dieser Ausbildungsphasen wird der deutsche Schüler immer von Daisuke, einem Schulkameraden von Bens japanischer Bekannten Natsumi, beobachtet.

Auf diese Weise kann Miyuki Tsuji anhand von Bens Lektionen die grundlegenden Dinge des Ninja-Lebens erklären und dem Leser die geschichtlichen Hintergründe dieser "Schattenkämpfer" näher bringen. Daisukes Versuche, den vermeintlichen Rivalen auszuspionieren, bieten der Autorin hingegen die Möglichkeit, fortgeschrittenere Ninja-Techniken zu zeigen und zu erläutern. So bekommt der Leser anhand kleiner Informationskästen verschiedene Hilfsmittel wie das Kikizutsu (ein Abhörrohr) oder Schleich- und Versteckkünste wie das Konoha-Gakure (Laub-Versteck) der Ninja gezeigt.

Wie schon im ersten Manga neigt Ben dazu, seine Fähigkeiten deutlich zu überschätzen. So gelingt es Miyuki Tsuji, mit einfachen Mitteln deutlich zu machen, wie wichtig die kleinen und grundlegenden Dinge bei einer Ninja-Ausbildung waren. Für Ben ist es vor allem unfassbar, dass die Ninja ein Leben lang trainierten und doch nie Ruhm für ihre Taten bekamen. Stattdessen mussten sie zugunsten der Tarnung noch einen "richtigen" Beruf lernen - und diesen möglichst so gut beherrschen, dass sie keinen Verdacht erregten, wenn sie als reisende Sänger, Ärzte oder Kaufleute durch das Land zogen.

Miyuki Tsuji verpackt all diese Details zu den Ninja in eine recht lustige Geschichte, während die Informationen klar und verständlich wiedergegeben und durch die verschiedenen Informationskästen ausführlich erläutert werden. Nach dem Lesen dieser beiden Manga wird man auf jeden Fall ein deutlich realistischeres Bild vom Leben als Ninja haben, als es einem weniger sachliche Medien vermitteln können. Wie schon im ersten Band ist der Stil des Zeichners Baron Malte ein wenig gewöhnungsbedürftig für Mangaleser, vor allem, da gerade bei den Jugendlichen die "fehlende" Nase doch etwas irritierend wirkt. Dafür gelingt es Baron Malte sehr gut, die verschiedenen Informationen des Textes in seinen Bildern umzusetzen, sodass "Ninja! - Hinter den Schatten" ein stimmiges Gesamtwerk geworden ist.

Fazit:

Mit dem zweiten Band von "Ninja! - Hinter den Schatten" schließt Miyuki Tsuji ihre kleine Mangareihe um die wahre Geschichte der Ninja ab. Auch hier lernt der Leser zusammen mit dem deutschen Schüler Ben wieder einiges über die Techniken der geheimnisumwitterten Kämpfer und ihren historischen Hintergrund. Einfache und klare Erklärungen innerhalb der Handlung werden durch interessante Informationskästen ergänzt, sodass für den Leser jedes neue Detail gut zu verstehen ist. Die - für einen Mangaleser erst einmal ungewohnten - Zeichnungen von Baron Malte setzen die unterhaltsame Geschichte ebenso gut um, wie sie die Erklärungen zu den verschiedenen Ninja-Techniken unterstützen.
Weiterführende Infos

 
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