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Was zum Naschen  Drucken E-Mail
Comics: Manga Liebe & Romantik
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 2. März 2009

Was zum Naschen

Autor: Yaya Sakuragi
Zeichner: Yaya Sakuragi

Originaltitel: Soba nit oitene
Übersetzt von: Dorothea Überall

Verlag: Carlsen Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Dezember 2008
ISBN: 978-3-551-78610-4
Preis: 6,00 EUR

192 Seiten
Inhalt
4.0
Zeichnungen
4.0
Verarbeitung
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
4.7

Wertung:
4.7
von 10
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Zum Inhalt:

Geht Liebe durch den Magen? Für den sanften, schüchternen Yuzuru gibt es nichts Schöneres, als seinen Kindheitsfreund Issei mit leckeren Lunchboxen zu verwöhnen. Schließlich hat der ihn schon immer verteidigt und vor Hänseleien der Mitschüler beschützt. Und am liebsten wäre Yuzuru die Prinzessin an seiner Seite, die ihren Prinzen umsorgt! Eines Tages muss Yuzuru mit ansehen, wie Issei eine Lunchbox von einem fremden Mädchen geschenkt bekommt ... und Eifersucht kocht in seinem Herzen!

Meinung:

In "Was zum Naschen" erzählt Yaya Sakuragi eine recht niedliche Geschichte von zwei Jungen, die sich schon von Kindheit an kennen und mögen. Während Issei ein ganz normaler, sportlicher Teenager ist, betätigt sich Yuzuru lieber (zusammen mit den Mädchen seiner Klasse) im Kochkurs. Für ihn gibt es nichts Schöneres, als Issei mit selbst gemachten Lunchpaketen zu verwöhnen - und sich so dafür zu bedanken, dass der Freund ihn schon seit vielen Jahren vor den Hänseleien anderer Jungen beschützt.

Ein wenig befremdlich ist für den Leser das etwas seltsame Verhalten von Yuzuru. Er sehnt sich danach, Isseis "Prinzessin" zu sein, seine "Braut", und von ihm auf Händen getragen zu werden. Der Teenager ist unglaublich mädchenhaft in seinem Verhalten und sein größtes Problem ist die Tatsache, dass er mit seinen 1,81 m seinen Freund Issei deutlich überragt. Bei Issei ist man sich anfangs nicht sicher, ob er Yuzurus Verhalten nur toleriert oder wirklich etwas für den Freund empfindet. Erst als sich der Kapitän des Karate-Clubs an Yuzuru heranmacht, wird klar, dass auch Issei den Freund eher als Geliebten denn als seltsamen Sandkastenkameraden sieht.

Für Yuzuru geht ein Traum in Erfüllung, als Issei so eindeutig seine Gefühle zum Ausdruck bringt. Doch wie es sich für einen unsicheren Teenager gehört, befürchtet er nun, dass er zu dick, zu groß oder sonst nicht perfekt genug für seinen Geliebten ist - und so darf sich der Leser den Rest des Mangas mit Yuzurus Unsicherheit beschäftigen. Natürlich kommt es dabei auch zu einigen unterhaltsamen Momenten, bei denen die Komik in dieser Geschichte überwiegt. Außerdem bietet die Beziehung zwischen Issei und Yuzuru Yaya Sakuragi einige Möglichkeiten, die beiden beim - dezent dargestellten - Liebesspiel zu zeigen.

Doch wirkliche Höhen oder Tiefen kann dieser Manga weder inhaltlich noch von den Zeichnungen her aufweisen. Die Handlung dümpelt ein wenig vor sich hin, die Problemlösungen sind vorhersehbar und Yuzurus mädchenhaftes Verhalten irritiert an einigen Stellen mehr, als dass es zu unterhalten weiß. Auch kommt es in der Geschichte zu keinen wirklichen Konflikten: Die Schwierigkeiten, die Yuzuru wegen seiner Liebe zu Issei hat, sind zum großen Teil gar nicht so relevant, wie es sich der verliebte Teenager einbildet.

Auch die Zeichnungen bieten dem Leser keinen besonderen Augenschmaus, der einen vergessen lassen könnte, dass der Inhalt nicht sehr anspruchvoll ist. Yaya Sakuragis Stil kann weder durch ausdrucksvolle Gesichter, liebevolle Details noch durch ein lebendiges Arrangement der Bildelemente bestechen. In der Regel lassen sich die verschiedenen Figuren nur durch ihre Frisuren und Haarfarben auseinanderhalten, mehr Individualität haben die Charaktere optisch nicht zu bieten.

Die Zusatzgeschichte "Lass uns gewinnen!" zeigt zwei ehemalige Schulfreunde, die sich eine Wohnung teilen. Ohga ist ein fleißiger Student, während Takatsuki sein Studium zugunsten des Glücksspiels aufgegeben hatte und eine Zeitlang wegen seiner Spielschulden obdachlos war. So sehr Ohga auch von seinem schmarotzenden Mitbewohner genervt ist, so wenig bringt er es doch übers Herz, den Freund vor die Tür zu setzen. Als die beiden sich gegenseitig eingestehen, wie tief ihre Gefühle füreinander sind, ist es mit dem geregelten Leben für den Studenten endgültig vorbei. Auch diese Geschichte bietet für den Leser nicht mehr als belanglose Unterhaltung und hinterlässt so keinen tieferen Eindruck als der Hauptteil um Issei und Yuzuru.

Fazit:

Yaya Sakuragis Manga "Was zum Naschen" ist sowohl inhaltlich als auch optisch nicht gerade ein Höhepunkt für den Leser. Auch wenn es hier und da ein paar ganz amüsante Szenen gibt, bieten weder die Geschichte um den mädchenhaften Yuzuru und seinen Beschützer Issei noch die Episode um den Studenten Ohga und seinen Mitbewohner Takatsuki besondere Höhen und Tiefen für den Leser. Der belanglose Zeichenstil, bei dem man die Figuren in erster Linie anhand der Frisuren auseinanderhalten kann, trägt zu dem banalen Eindruck des Mangas bei und ist nicht in der Lage, das Niveau dieses Titels zu heben.
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