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Otomen 02  Drucken E-Mail
Comics: Manga Liebe & Romantik
Geschrieben von Konstanze Tants   
Dienstag, 15. Februar 2011

Otomen 02

Autor: Aya Kanno
Zeichner: Aya Kanno

Originaltitel: Otomen 2
Übersetzt von: Claudia Peter

Reihe: Otomen
2. Band der Reihe

Verlag: Carlsen Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Januar 2011
ISBN: 978-3-551-73514-0
Preis: 5,95 EUR

192 Seiten
Inhalt
5.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.7

Wertung:
6.7
von 10
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Zum Inhalt:

Groß, stark und cool - Asuka scheint der perfekte Mann zu sein! Das findet auch Ariake, ein schmächtiger Junge, dessen Erscheinung eher an ein Mädchen erinnert. Ariake kürt Asuka zu seinem Meister der Männlichkeit und ahnt nicht, dass in seinem großen Vorbild eine richtige Otome schlummert. Zudem taucht unvermittelt Asukas Mutter auf und verkündet ihrem Sohn eine ungeheure Nachricht: Asuka soll sich verloben ...

Meinung:

Nach dem amüsanten Auftakt der "Otomen"-Reihe kann der zweite Band leider nicht so ganz überzeugen. Denn nach den anfänglichen Geschichten, die sich immer noch darum drehen, dass Asuka seine Leidenschaft für mädchenhafte Dinge vor seinen Mitschülern verbirgt oder versucht, seiner Freundin Ryou zu gestehen, dass er in sie verliebt ist, driftet die Handlung immer mehr ins Absurde ab.

Im ersten Kapitel dieses Manga lernt der sportliche Asuka den jungen Yamato Ariake kennen, der von allen ständig für ein besonders niedliches Mädchen gehalten und deshalb nicht ernst genommen wird. Für den Jungen verkörpert Asuka alles, was ein Mann sein muss, und so versucht er, alles über den älteren Schüler herauszufinden, um sich nach seinem Vorbild entwickeln zu können. Für Asuka ist es hingegen nicht nur lästig, dass Yamato Ariake ihm ständig auf den Fersen ist, er fürchtet auch, den Jungen zu enttäuschen, sollte dieser hinter seine Otome-Neigungen kommen.

Dabei kann Asuka nur zu gut verstehen, wie sich der jüngere Schüler fühlen muss. Auch er hat sich immer bewusst darum bemühen müssen, männlicher zu wirken, und wollte doch eigentlich nur so akzeptiert werden, wie er ist. Diesen Handlungsstrang nutzt Aya Kanno wieder, um auf ansprechende Weise mit Klischees zu spielen und humorvoll mit dem Schubladendenken aufzuräumen, welches immer noch darüber bestimmt, wie ein Mann (oder eine Frau) sein sollte.

Die nächste Geschichte hingegen dreht sich um Asukas Versuch, zusammen mit Ryou und ihrem gemeinsamen Freund Juuta Tachibana Weihnachten zu feiern. Während Juuta daran verzweifelt, dass Asuka es nicht einmal zu dieser Gelegenheit schafft, Ryou klarzumachen, dass er gern mit ihr zusammen sein würde, bemüht sich der Otomen darum, für seine Freunde das perfekte Fest vorzubereiten. Doch dann macht ihm ein Schneesturm am verabredeten Tag einen Strich durch die Rechnung. Nach den amüsanten Szenen zu Beginn dieses zweiten Bandes glänzt die Mangaka hier mit wirklich romantischen Momenten. Auch wenn der Kampf der Freunde durch den Schneesturm etwas zu dramatisch dargestellt wird, ist es bezaubernd zu sehen, wie sich Asukas Weihnachtsfest entwickelt und wie sehr sich Juuta darum bemüht, dass sich seine Freunde endlich nahekommen.

Im abschließenden Teil wird es etwas arg absurd und das schmälert leider den Genuss an diesem Manga. Asukas Mutter, die hauptsächlich im Ausland arbeitet, kommt überraschend nach Hause und verkündet ihrem Sohn, dass sie eine Verlobte für ihn gefunden hat. Die Angst seiner Mutter, dass er so wie sein Vater beschließen könnte, irgendwann ein Leben als Frau zu beginnen, hatte schon von klein auf dazu geführt, dass Asuka versucht hat, alles Mädchenhafte aus seinem Leben zu verbannen. Und nun lässt er sich auf die Pläne seiner Mutter ein, um ihr keinen Kummer zu machen - vor allem, da sie vor lauter Angst um seine sexuelle Orientierung schon gesundheitliche Probleme bekommen hat.

Doch Asukas Zukünftige, Iruka Sakiyama, ist ein extrem verwöhntes Mädchen, das alles daran setzt, seinen Willen zu bekommen. Und nachdem sie erst einmal herausgefunden hat, dass Asuka nicht nur ein ganzer Mann ist, sondern auch noch eine hinreißende weiche Seite hat, will sie dafür sorgen, dass er ihr nie mehr entkommen kann. So amüsant dieser Handlungsstrang vielleicht klingt, übertreibt Aya Kanno in dieser Geschichte doch leider maßlos und sorgt beim Leser eher für Irritation als für Amüsement.

Dabei kann die Mangaka - trotz der enttäuschenden dritten Geschichte - zeichnerisch das Niveau des ersten Bandes halten. Mit unzähligen Details stellt sie Iruka Sakiyamas Zuhause vor und punktet durch ein feines Mienenspiel bei ihren Charakteren. Letztendlich bleibt am Ende die Hoffnung, dass sie sich in den weiteren Teilen von "Otomen" wieder mehr auf die amüsanten Handlungsstränge mit ernsthaftem Hintergrund konzentriert und dafür weniger auf die absurd-komischen Elemente, die in diesem Band nicht überzeugen konnten.

Fazit:

Leider kann der zweite Band der Serie "Otomen" nicht ganz die Erwartungen erfüllen, die der erste Teil geweckt hatte. Aya Kanno beginnt diesen Manga zwar mit zwei niedlichen Handlungssträngen, in denen sie die vertrauten Themen rund um den Schüler Asuka aufgreift, driftet dann aber mit der dritten Geschichte zu sehr in den komischen Bereich ab. Hier lösen weder die Begegnungen mit Asukas Mutter noch seine Verlobte mitsamt ihrer Familie Begeisterung beim Leser aus, obwohl die Mangaka auch diese Szenen wieder mit vielen Details und einem schönen Mienenspiel bei allen Beteiligten dargestellt hat.
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