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Otomen 01  Drucken E-Mail
Comics: Manga Liebe & Romantik
Geschrieben von Konstanze Tants   
Dienstag, 15. Februar 2011

Otomen 01

Autor: Aya Kanno
Zeichner: Aya Kanno

Originaltitel: Otomen 1
Übersetzt von: Claudia Peter

Reihe: Otomen
1. Band der Reihe

Verlag: Carlsen Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: November 2010
ISBN: 978-3-551-73513-3
Preis: 5,95 EUR

208 Seiten
Inhalt
6.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
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Zum Inhalt:

Asuka Masamune ist der coolste Typ der ganzen Schule. Er ist in Judo und Karate unschlagbar und auch noch der Kapitän des Kendo-Teams. Doch Asuka hat ein Geheimnis: Hinter seiner männlichen Fassade verbirgt sich ein sehr weiblicher Kern! Er liebt alles Niedliche, kocht und strickt gerne und liest am liebsten Shojo-Manga! Zunächst kann er diese Seite von sich erfolgreich verbergen, bis ein süßes neues Mädchen in die Klasse kommt ...

Meinung:

Mit ihrer Serie "Otomen" dreht Aya Kanno das übliche Rollenklischee vom starken und beschützenden Jungen und dem häuslichen und niedlichen Mädchen einmal um und präsentiert dem Leser so eine wirklich amüsante Geschichte. Dabei ist Asuka Masamune weder homosexuell noch in körperlicher Hinsicht beschützenswert. Denn um seine Vorliebe für weiche, flauschige und rosafarbene Sachen zu kompensieren und "männlicher" zu werden, hat sich der Schüler schon früh auf Kampfsportarten konzentriert und es in diesem Bereich zu ungewöhnlicher Meisterschaft gebracht.

Asukas Mitschüler kennen ihn nur von dieser sportlichen Seite, denn seine Leidenschaft fürs Handarbeiten, Kochen und romantische Geschichten ist ihm abgrundtief peinlich. Obwohl er alles dafür tut, um diese mädchenhaften Neigungen zu unterdrücken, kommt die romantische Seite in ihm jedoch wieder zum Vorschein, als er sich in eine neue Schülerin verliebt. Je mehr er auf die burschikose Ryou Miyakozuka zugeht, desto größer ist sein Bedürfnis, sich liebevoll um das Mädchen zu kümmern. Und das beinhaltet für einen "Otomen" ("Otome" bedeutet "Jungfrau" und wird verwendet für romantische Kleinmädchenmanga und ihre Fans, "Otomen" soll die männliche Form davon sein), dass er für seine Angebetete liebevoll zubereitete Bentos mitbringt oder ihr bei ihrer Handarbeitshausaufgabe hilft.

Dabei wird Asuka - häufig gegen seinen Willen - tatkräftig von Juuta Tachibana unterstützt. Der ist ebenfalls Schüler und bringt Asuka und Ryou nicht ganz uneigennützig zusammen. Er hat nicht nur ein "berufliches" Interesse an der aufkeimenden Liebesgeschichte zwischen den beiden, sondern es macht ihm auch einen unglaublichen Spaß mitanzusehen, wie unbeholfen Asuka auf das Mädchen zugeht.

In erster Linie ist die Geschichte von Aya Kanno sehr lustig geschrieben, aber es gibt auch so einige nachdenkliche Momente. Vor allem, wenn es für Asuka darum geht, zu seinen beiden so gegensätzlichen Seiten zu stehen. Aufgrund des Entsetzens seiner Mutter über diese Vorlieben und der Angst davor, was die anderen Jungen sagen würden, wenn sie davon wüssten, versucht der Schüler diese weiche Seite immer zu verstecken - und muss doch so langsam einsehen, dass auch diese "Otome"-Neigungen zu seiner Persönlichkeit gehören.

So banal die Idee auf den ersten Blick zu sein scheint, die klassische Rollenverteilung im Manga umzudrehen, überrascht "Otomen" doch durch einen erstaunlich tiefgehenden Umgang mit diesem Thema. Vor allem ist es angenehm, dass mit Asuka kein homosexueller Darsteller gewählt wurde, sondern ein Junge, der von seinen Mitschülern aufgrund seines männlichen Auftretens und seiner sportlichen Fähigkeiten bewundert wird - und trotzdem ein so großes Gefallen an all den Dingen findet, die doch angeblich Mädchensache sind. Allerdings ist es unter diesen Umständen schade, dass Ryou burschikoser dargestellt wird als ein durchschnittliches Mädchen und somit den "männlichen" Part in dieser Geschichte übernimmt.

Aya Kannos Zeichenstil ist sehr gefällig. Die Mangaka verwendet eine dynamische Bildaufteilung, die vor allem bei den Kampfszenen zum Tragen kommt, und hat ein gutes Händchen für Gestik und Mimik. Besonders bei Asuka gelingt es ihr wunderbar, die gegensätzlichen Seiten seines Charakters einzufangen. So wirkt der Schüler mal sehr entschlossen und unnahbar und dann wieder hinreißend begeistert, wenn er für einen Moment vergisst, "männlich" zu sein. Obwohl Aya Kanno in den Nebenbemerkungen behauptet, dass mädchenhafte Manga so gar nicht ihre Sache seien, überzeugt sie auch bei der Darstellung der dazugehörigen niedlichen Details.

Fazit:

Mit "Otomen" hat Aya Kanno eine wirklich nette Grundidee aufgegriffen und zu einem amüsanten Manga verarbeitet. Während der sportliche Asuka versucht, der burschikosen Ryou seine Zuneigung zu gestehen, kämpft er auf der anderen Seite damit, seine "mädchenhaften" Vorlieben für Kochen, Backen, Handarbeiten und Liebesgeschichten zu verbergen. Für den Leser entstehen so viele lustige, aber auch einige nachdenkliche Szenen, die Aya Kanno gut in ihren Zeichnungen umzusetzen weiß. Vor allem die Darstellungen der unterschiedlichen Facetten von Asukas Persönlichkeit sind ihr hierbei sehr gut gelungen.
Weiterführende Infos

 
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