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Guns & Flowers  Drucken E-Mail
Comics: Manga Liebe & Romantik
Geschrieben von Konstanze Tants   
Dienstag, 3. März 2009

Guns & Flowers

Autor: Reiichi Hiiro
Zeichner: Reiichi Hiiro

Originaltitel: Katate ni Kenjuu, Kokoro ni Hanataba wo
Übersetzt von: Dorothea Überall

Verlag: Carlsen Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Oktober 2008
ISBN: 978-3-551-78458-2
Preis: 6,00 EUR

178 Seiten
Inhalt
6.0
Zeichnungen
6.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.4

Wertung:
6.4
von 10
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Zum Inhalt:

Haruhi verlor bereits als Kind seine Eltern bei einem Autounfall. Er wurde damals von Verwandten aufgenommen, fühlte sich aber immer einsam und ausgeschlossen. Jahre später sucht er nun nach einem unbekannten Wohltäter, der ihm monatlich Geld schickte und ihm immer wieder Briefe schrieb, die ihn ein Stück seiner Einsamkeit vergessen ließen. Als er den Mann namens Kaga findet, besteht er darauf, bei diesem einzuziehen und eine Zeit lang sein Leben zu teilen. Doch Kaga ist dem so gar nicht aufgeschlossen, denn er ist eigentlich ein Auftragskiller ...

Meinung:

Der Manga "Guns & Flowers" von Reiichi Hiiro führt den Leser in eine Welt, in der der naive Haruhi auf einmal feststellen muss, dass sein liebevoller Wohltäter Kaga in tödliche Machenschaften verwickelt ist. Seit zwei Jahren nun wohnt der Schüler bei dem verschlossenen Mann, nachdem er über die Überweisungen, die ihm Kaga seit dem Tod seiner Eltern jeden Monat schickte, seine Wohnung ausfindig gemacht hatte. Ursprünglich hatte Kaga Haruhi die Tür vor der Nase zugeschlagen, dann aber dem flehenden Schluchzen des Jungen doch nicht widerstehen können.

Doch Haruhi und Kaga bilden nicht nur eine Wohngemeinschaft, sondern sind auch ein Liebespaar. Für Haruhi ist diese körperliche Nähe eine logische Folge der Gefühle, die er für seinen Freund empfindet, aber seinen Klassenkameraden gegenüber würde er diese schwule Beziehung nicht zugeben. Bis eines Tages Mizuki in Haruhis Klasse kommt und diesem offen von seiner Liebe zu einem Mann erzählt. Endlich kann sich auch Haruhi einem anderen gegenüber zu seinen Gefühlen für Kaga bekennen. Allerdings macht ihm Mizukis Neugier auf seinen Freund auch bewusst, wie wenig er Kaga doch kennt.

Haruhi weiß nicht einmal, welchem Beruf Kaga nachgeht, und er kennt auch nur einen Bekannten seines Freundes. Shirou ist der Besitzer des Videoladens, in dem Kaga sich regelmäßig Pornos ausleiht, und scheint den Mann schon seit Langem zu kennen. Erst als Haruhi und Shirou gefangen genommen werden, kommt der Junge dahinter, dass sein Geliebter als Auftragskiller arbeitet und Shirou und seine Videothek nur als Verbindungsstelle zum Auftraggeber der Morde dienen. Doch erst detaillierteres Hintergrundwissen über Kagas Vergangenheit sorgt dafür, dass Haruhi nachvollziehen kann, warum sein Freund diesem Beruf nachgeht.

Reiichi Hiiro erschafft mit dem naiven Haruhi und dem Auftragskiller Kaga ein sehr gegensätzliches Paar. So wie der Schüler über die Vergangenheit seines Geliebten staunt, so kann der Leser auch kaum glauben, was für ein Hintergrund hier aufgebaut werden soll. Eigentlich hat die Geschichte von einer Gruppe, die die perfekten Killer heranzieht, einen altvertrauten Reiz und wird immer wieder gern als Handlung für Martial-Arts-Filme herangezogen. Doch ein einziger Manga-Band, in dem diese Grundvoraussetzung mit einer Liebesbeziehung zwischen den beiden Hauptfiguren gemischt wird, bietet einfach nicht genug Raum, um dieser Geschichte genügend Tiefe zu verleihen.

So bleibt es bei einem leichten Anreißen der Hintergründe, einigen Action- und Liebesszenen (welche auch die Ursache für die Ab-16-Empfehlung des Verlages sind) und dem unbefriedigenden Gefühl, dass man aus der Geschichte doch so einiges mehr hätte machen können. Zeichnerisch hingegen gehört Reiichi Hiiro zu den Mangaka, denen es angenehmerweise gelingt, ihre Figuren deutlich voneinander abzugrenzen. Sowohl Optik als auch Verhalten der verschiedenen Charaktere sorgen für eine Unverwechselbarkeit, die positiv ins Auge fällt. Allerdings sind die - eigentlich recht relevanten - Actionszenen so steif gezeichnet, dass sie den Leser definitiv nicht überzeugen können, und auch den ruhigeren Momenten in diesem Manga kann man eine gewisse Statik nicht absprechen.

Fazit:

Mit "Guns & Flowers" hat Reiichi Hiiro leider längst nicht das Potenzial ausgeschöpft, das die Grundidee dieser Geschichte geboten hätte. Ein Manga-Band ist einfach zu wenig, um sowohl die Liebesgeschichte zwischen dem naiven Haruhi und seinem Freund Kaga als auch die Hintergründe rund um eine Organisation, die Kinder zu Killern heranzieht, zu erzählen. So bleiben beim Leser in allen Belangen ein unbefriedigtes Gefühl und die Gewissheit zurück, dass "Guns & Flowers" als Mehrteiler erfolgreicher hätte werden können. Zeichnerisch hat Reiichi Hiiro ein Charakterdesign zu bieten, das angenehmerweise für eine Unverwechselbarkeit bei den Figuren sorgt. Dafür weisen aber alle Szenen - auch die actionlastigeren - eine Steifheit auf, die der Handlung nicht zuträglich ist.
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