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Finder 3: Auf schwarzen Schwingen  Drucken E-Mail
Comics: Manga Liebe & Romantik
Geschrieben von Konstanze Tants   
Donnerstag, 19. Februar 2009

Finder 3: Auf schwarzen Schwingen

Autor: Ayano Yamane
Zeichner: Ayano Yamane

Originaltitel: Finder no Sekiyoku
Reihe: Finder
3. Band der Reihe

Verlag: Tokyopop
Format: Taschenbuch
Erschienen: Januar 2009
ISBN: 978-3-86719-544-7
Preis: 6,50 EUR

196 Seiten
Inhalt
6.0
Zeichnungen
7.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.8

Wertung:
6.8
von 10
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Zum Inhalt:

Auf seiner verzweifelten Suche nach der Diskette mit dem brisanten Datenmaterial verwüstet Feilong nicht nur Akihitos Wohnung, sondern entführt schließlich sogar zwei von dessen Freunden. In dieser ausweglosen Lage wendet sich Akihito an Asami, doch der ist zunächst alles andere als gewillt, diesem zu helfen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt!

Meinung:

Nachdem im zweiten Band der "Finder"-Reihe, "Im Käfig", der Schwerpunkt mehr auf dem Krimianteil der Geschichte lag, konzentriert sich Ayano Yamane in "Auf schwarzen Schwingen" zu Beginn wieder mehr darauf, Sexszenen zwischen dem Fotografen Akihito und dem japanischen Mafiaboss Asami zu zeigen. Feilong Liu, Asamis chinesischer Gegenspieler, ist aus Hongkong angereist, um eine Diskette wiederzubekommen, die er in Akihitos Besitz vermutet. Doch seine Handlanger können die Diskette in der Wohnung des Fotografen nicht finden, und so beschließt Feilong, zwei Freunde von Akihito zu entführen. Entweder der junge Mann besorgt dem chinesischen Mafiaboss die Diskette von Asami oder seine Freunde müssen sterben. Als der Fotograf Asami um Hilfe bittet, lehnt dieser nicht nur ab, die Daten im Austausch gegen Akihitos Freunde auszuliefern, sondern lenkt den jungen Mann auch so viele Stunden mit seinem Liebesspiel ab, dass der mit Feilong vereinbarte Zeitpunkt vorbei ist, als Akihito wieder zu Bewusstsein kommt.

Wieder einmal beweist Ayano Yamane mit ihren expliziten Sexszenen, dass dieser Manga nicht ohne Grund eine "ab 18"-Empfehlung verpasst bekommen hat. Auch wenn in diesem dritten Teil deutlich weniger Gewalt- und Fesselszenen gezeigt werden als in dem Auftakt dieser Serie, "Im Fadenkreuz", hat die Beziehung zwischen Asami und Akihito doch nur wenig mit Zärtlichkeit zu tun. Trotz dieser Anhäufung von Liebesszenen gelingt es der Zeichnerin allerdings sehr gut, die Kontraste zwischen den einzelnen Charakteren auszuarbeiten.

Der Fotograf Asami ist einfach ein stürmischer junger Mann, der sich immer kopfüber in eine Situation stürzt. Für seine Freunde würde er alles tun, für einen Job riskiert er auch mal sein Leben und er ist noch lange nicht erwachsen genug, um über die Konsequenzen seines Handelns nachzudenken. Der Mafiaboss Asami hingegen hat schon früh die Verantwortung für schwerwiegende Geschäfte und die damit zusammenhängenden Menschen übernehmen müssen. Seine Schwäche für den jungen Fotografen bringt ihn vielleicht dazu, sein eigenes Leben in Gefahr zu bringen, aber er würde nie seine Organisation für einen anderen Menschen aufs Spiel setzen.

Der Chinese Feilong hingegen ist wesentlich weniger kalkulierend als Asami. Er stellt auch schon mal seine Rachegefühle gegenüber dem japanischen Mafiaboss über die Interessen seiner eigenen Gesellschaft. Feilong scheint skrupelloser und egozentrischer zu sein als Asami - eine Haltung, die man nur dank der Hintergrundgeschichte aus "Im Käfig" nachvollziehen kann. So gelingt es Ayano Yamane, dass der Leser eigentlich für alle drei Figuren Sympathie aufbringt, selbst wenn sie Dummheiten begehen, die sonst unverzeihlich wären. Doch trotz dieser schönen Charakterdarstellungen fehlt "Auf schwarzen Schwingen" etwas die Tiefe in der Handlung, die den vorhergehenden Band so lesenswert gemacht hat.

Natürlich gibt es auch in diesem Manga wieder zusätzliche Geschichten, die nicht unbedingt etwas mit der Hauptstory zu tun haben. "Love Surprise" ist eine wirklich lustige Erzählung, in der Akihito mit seinen Freunden bei seiner Großmutter Neujahr feiert. Je mehr der Alkoholpegel bei den jungen Männern steigt, desto mehr sind sie bereit, einander aufzuziehen - und so langsam kommt das Gespräch auch auf das Thema Frauen und Freundinnen. Aufgrund des nicht gerade geringen Alkoholgenusses steigert sich Akihito im Laufe der Nacht immer mehr in die Rolle des vernachlässigten Liebhabers hinein und fängt an, Asami telefonisch zu belästigen.

In "Süßer Backfisch" hingegen versucht ein sehr eifriger Unterwäschevertreter mit allen Mitteln, den Verkaufsleiter eines Kaufhauses von seiner Ware zu überzeugen, während es in "Junges Gemüse" um die Freundschaft und Rivalität zweier Männer geht, die zusammen studiert haben. Während die Handlung in "Süßer Backfisch" sehr niedlich ist, bietet die letzte Geschichte nicht so viel Unterhaltung. Zeichnerisch hingegen kann auch dieser Band von der ersten bis zur letzten Seite überzeugen. Unabhängig davon, ob es um Actionszenen oder um zärtliche Momente geht, Ayano Yamanes Darstellungen sind ansprechend, geschmackvoll und mit einem sehr schönen, feinen Strich gezeichnet.

Fazit:

Auch wenn Ayano Yamane in "Auf schwarzen Schwingen" weiterhin das hohe zeichnerische Niveau der "Finder"-Reihe halten kann, enttäuscht es ein wenig, dass sich die Künstlerin in diesem Titel wieder mehr auf die Darstellung von Sexszenen als auf die Weiterentwicklung der Charaktere konzentriert. Doch trotz der weniger tiefgehenden Handlung ist es wirklich sehr schön, wie die verschiedenen Figuren zueinander in Kontrast gesetzt werden. Vor allem die Beziehung zwischen dem Fotografen Akihito und dem japanischen Mafiaboss Asami entwickelt sich wieder ein Stückchen weiter. Bei all den harten und ernsthaften Krimielementen wird es dann umso amüsanter, in der Kurzgeschichte "Love Surprise" eine andere Seite zwischen den beiden Figuren zu erleben.
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