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Spiral - Gefährliche Wahrheit 01  Drucken E-Mail
Comics: Manga Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Freitag, 21. August 2009

Spiral - Gefährliche Wahrheit 01

Zeichner: Eita Mizuno

Originaltitel: Spiral Vol. 1
Übersetzt von: Miyuki Tsuji

1. Band der Reihe

Verlag: Carlsen Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: August 2009
ISBN: 978-3-551-78701-9
Preis: 5,95 EUR

192 Seiten
Inhalt
6.0
Zeichnungen
7.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.8

Wertung:
6.8
von 10
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Zum Inhalt:

Als an seiner Schule ein Mädchen zu Tode kommt, beginnt Ayumu seiner angeborenen detektivischen Neugier nachzugehen. Er macht sich an die Ermittlung in diesem Fall. Dabei gerät er immer tiefer in düstere Verwicklungen. Seine Nachforschungen scheinen in dieselbe Richtung zu gehen wie die seines Bruders Kiyotaka, der zwei Jahre zuvor spurlos verschwand ...

Meinung:

Ayumu Narumi hat gerade erst ein Schläfchen auf dem Dach seiner Schule beendet, als ein Mädchen von der Außentreppe des Gebäudes auf den Schulhof hinabstürzt und zu Tode kommt. Als er neugierig von der Absturzstelle aus hinunterschaut, wird er von der besten Freundin der Toten beschuldigt, diese gestoßen zu haben. Um sich von diesem Verdacht zu befreien und der ermittelnden Kommissarin, seiner Schwägerin Madoka, zu helfen, forscht der Schüler nach den Hintergründen von Kana Munemiyas Tod.

Mit diesen Ermittlungen tritt Ayumu in die Fußstapfen seines großen Bruders, der nicht nur schon in jungen Jahren ein gefeierter Pianist war, sondern auch eine große Karriere bei der Polizei vor sich hatte. Doch eines Tages verschwand Kiyotaka, als er Spuren in dem rätselhaften "Blade Children"-Fall verfolgte - und weder seine Frau noch sein Bruder haben seitdem etwas von ihm gehört. Ayumu hegt ihm gegenüber zwiespältige Gefühle: Natürlich macht er sich Sorgen darüber, was ihm passiert sein könnte, aber der Schüler glaubt auch, dass er es niemals schaffen wird, sich gegen den begabten Kiyotaka zu behaupten, und ist neidisch auf dessen Fähigkeiten.

Kurz nach dem Mord an Kana wird Ayumu im Musikraum der Schule von der Chefredakteurin der Schülerzeitung befragt. Hiyono Yuizaki will von ihm wissen, wie man sich so als Mörder fühlt, lässt sich aber schnell von dem Schüler überzeugen, dass dieser die Tat nicht begangen hat. Um herauszufinden, wer der wahre Schuldige ist, stellt die Redakteurin Ayumu ihr gesammeltes Wissen über die beteiligten Personen zur Verfügung.

Auch als die Untersuchungen von Kanas Tod zu den mysteriösen "Blade Children" und einer geheimnisvollen "Villa des Todes" führen, steht Hiyono Ayumu zur Seite und versorgt ihn mit dem nötigen Informationen für seine Ermittlungen. Mit diesem Wissen und seiner natürlichen Begabung für das Lösen von Kriminalfällen wird er zu einer unersetzlichen Hilfe für seine Schwägerin Madoka - und ist dieser oft eine Nasenlänge voraus, wenn es um die Hintergründe einer Tat geht. Doch obwohl er ihr bei der Arbeit so zur Seite steht, teilt die Kommissarin ihr Wissen um die "Blade Children" nicht mit dem Schüler, aus Angst davor, dass auch er in Gefahr geraten könnte.

Das Autor- und Zeichnergespann Kyo Shirodaira und Eita Mizuno hat mit dem ersten Band von "Spiral - Gefährliche Wahrheit" einen reizvollen Auftakt zu einer Krimiserie geschaffen. Drei Kriminalfälle enthält dieser Manga, die alle eng miteinander in Verbindung stehen - und jeder dieser Fälle liefert der Hauptfigur Ayumu Narumi einen Hinweis auf die mysteriösen "Blade Children", die mit dem Verschwinden seines großen Bruders Kiyotaka zusammenhängen.

Doch obwohl "Spiral" einen rätselhaften und reizvollen Hintergrund zu bieten hat und auch die Kriminalfälle nicht schlecht aufgebaut sind, fehlen der Handlung noch eine Menge Details, die für eine fundierte Kriminalgeschichte notwendig sind. Weder Ayumu noch die anderen Figuren sind so gut ausgearbeitet, dass sich der Leser mit ihnen verbunden fühlt. So lässt es einen unberührt, wenn jemand zu Tode kommt oder in Verdacht gerät, ein Verbrechen begangen zu haben.

Auch die Tatsache, dass Ayumu alle relevanten Tatsachen von seiner Mitschülerin Hiyono Yuizaki besorgt bekommt, statt sich selbst einmal über die Zusammenhänge zu informieren, trägt leider nicht zur Spannung bei. Die Chefredakteurin der Schülerzeitung gibt ihre Quellen weder gegenüber Ayumu noch gegenüber dem Leser preis, sodass man kaum in der Lage ist, die Relevanz der verschiedenen Informationen zu beurteilen.

So werden in diesem Manga all die Ermittlungsschritte übersprungen, die den Reiz einer gut gemachten Kriminalgeschichte ausmachen und die dem Leser die verschiedenen Charaktere näher bringen können. Es wäre deutlich angenehmer gewesen, wenn sich Kyo Shirodaira einfach mehr Zeit gelassen hätte, um diese Details zu erzählen und so mehr Spannung aufzubauen, statt sich darauf zu konzentrieren, die Handlung schnell voranzutreiben, um Ayumu auf die Spur der "Blade Children" zu setzen.

Die Zeichnungen von Eita Mizuno sind ganz gefällig anzuschauen. Die Schülerinnen sind in der Regel sehr niedlich und mit großen Augen dargestellt, die Kommissarin wirkt etwas burschikoser als die Mädchen, was sehr gut zu ihrem Charakter passt, und der Bildaufbau ist angenehm abwechslungsreich gestaltet. Besonders schön sind die kleinen Elemente, die man rückblickend als Hinweise für die Lösung der Fälle interpretieren kann, wie zum Beispiel die Personen auf dem Schulhof, die vor dem Sturz von Kana zu sehen sind.

Fazit:

So ganz schöpfen Kyo Shirodaira und Eita Mizuno die Möglichkeiten noch nicht aus, die ihnen eine Kriminalgeschichte bietet. Der erste Band von "Spiral - Gefährliche Wahrheit" ist zwar recht unterhaltsam geraten und bietet durch die rätselhaften "Blade Children", die mit dem Verschwinden des großen Bruders von Ayumu Narumi in Zusammenhang stehen, einen reizvollen Hintergrund. Doch die Ermittlungen werden fast schon zu schnell abgehakt, und die Tatsache, dass Ayumu von seiner Mitschülerin Hiyono Yuizaki alle Informationen besorgt bekommt, ohne sich selbst darum bemühen zu müssen, hinterlässt den Eindruck, dass sich Kyo Shirodaira nicht intensiver mit den einzelnen Fällen und den damit verbundenen Figuren befassen wollte. Eita Mizunos Zeichnungen sind erstaunlich niedlich für einen Manga, der sich mit mehreren Morden befasst, und bieten einen schönen Bildaufbau, der den einen oder andern Hinweis auf die Lösung der Fälle beinhaltet.
Weiterführende Infos

 
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