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Doubt 2  Drucken E-Mail
Comics: Manga Horror & Mystery
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 24. April 2011

Doubt 2

Zeichner: Yoshiki Tonogai

Originaltitel: Doubt Vol. 2
Übersetzt von: John Schmitt-Weigand

Reihe: Doubt
2. Band der Reihe

Verlag: Carlsen Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Februar 2011
ISBN: 978-3-551-75444-8
Preis: 7,95 EUR

200 Seiten
Inhalt
8.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
7.9

Wertung:
7.9
von 10
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Zum Inhalt:

"Rabbit Doubt" ist ein erfolgreiches Onlinespiel, das sechs junge Menschen über ihre Handys spielen. In dem Spiel verkörpert jeder Mitspieler einen Hasen. Doch unter der Maske eines der Hasen versteckt sich ein Wolf, der es darauf abgesehen hat, seine Mitspieler aufzufressen. Die Spieler müssen herausfinden, welcher von ihnen der Wolf ist, bevor alle gefressen werden. Nun haben sich die sechs Onlinespieler miteinander verabredet, um sich in der Realität zu treffen und kennenzulernen. Zunächst scheint es sich um ein fröhliches Treffen zu handeln, doch dann werden die Teilnehmer plötzlich in ein Gebäude verschleppt, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Auf einen Schlag wird den Jugendlichen klar, dass sie sich mitten in ihrem Onlinespiel "Rabbit Doubt" befinden, nur dass es nun kein Spiel mehr ist.

Meinung:

Im ersten Band der vierteiligen Manga-Reihe "Doubt" von Yoshiki Tonogai konnte der Leser Yu, Eiji, Haruka, Rei und Hajime kennenlernen. Alle fünf sind Teilnehmer des Onlinespiels "Rabbit Doubt" und hatten sich vorgenommen, sich einmal real zu verabreden. Schließlich wollten sie endlich wissen, ob sie sich auch bei einem persönlichen Treffen so gut verstehen wie beim gemeinsamen Spielen. Doch schnell finden sich die fünf in einer wirklich unheimlichen Situation wieder.

Eiji, Haruka und Yu, die gemeinsam mit Rei und Yus Schulkameradin Mitsuki beim Karaoke waren, verlieren das Bewusstsein. Als die Jugendlichen wieder zu sich kommen, finden sie sich in einem verlassenen Gebäude eingesperrt. Kaum erkunden sie ihr Gefängnis, da stolpern sie auch schon über die Leiche der schüchternen Rei und über den Studenten Hajime, der so wie sie gefangen genommen wurde. Bald wird den fünf Überlebenden bewusst, dass einer von ihnen - wie im Spiel "Rabbit Doubt" - die Rolle des Wolfes angenommen hat und nun Jagd auf sie macht. Doch wer von ihnen der Verrückte ist, der es auf das Leben der anderen abgesehen hat, das müssen sie noch herausfinden.

Erschwert wird ihnen dies durch Sicherheitsschlösser an den Zimmertüren, die sich nur durch Strichcodes öffnen lassen, die den Gefangenen eintätowiert wurden. Einzig Yu - aus dessen Perspektive der Leser die Geschichte erlebt - weist keinen Strichcode auf und befürchtet, dass die anderen ihn deshalb für den Wolf halten könnten. Gemeinsam entdecken sie einen Raum mit Überwachungsbildschirmen, die anscheinend von einem Mann beobachtet werden. Doch als Yu und Hajime den Mann überwältigen und ihm die Hasenmaske abnehmen wollen, die sein Gesicht verdeckt, müssen sie feststellen, dass er ebenso ein Opfer ist wie sie.

Vor den Augen des Lesers entwickelt sich eine spannende Geschichte, bei der man ständig überlegt, wer von den verbleibenden fünf Gefangenen wohl der "Wolf" sein mag. Jede einzelne Seite durchforstet man nach Hinweisen und macht sich seine Gedanken, warum jemand eine Akte über jeden einzelnen von ihnen angelegt haben mag, welche Motive jemanden dazu bewogen haben mögen, sechs junge Menschen gefangen zu nehmen und ermorden zu wollen, und wer von ihnen das nächste Opfer sein könnte.

Ein wenig schade ist es, dass man recht wenig über die schon getöteten Personen erfährt - und doch steht der Verdacht im Raum, dass mehr Informationen über die Opfer gleichzeitig zu viel über den Täter verraten könnten. So wird die Fantasie des Lesers angefacht und man kann sich beim Betrachten der eindrucksvollen Zeichnungen in wilden Spekulationen verlieren. Yoshiki Tonogai konzentriert sich bei seinen Darstellungen darauf, die verschiedenen Figuren in ihrem Verhalten möglichst individuell zu präsentieren und ihre Reaktionen auf diese ungewöhnliche und beängstigende Situation wiederzugeben. Dabei spart der Mangaka nicht an blutigen oder brutalen Szenen, in denen der Leser zum Beispiel mit Details über die Ermordung der Opfer konfrontiert wird.

Fazit:

Auch mit dem zweiten Band von "Doubt" gelingt es Yoshiki Tonogai, den Leser in Atem zu halten. Während man verfolgt, wie Yu, Mitsuki, Eiji, Haruka und Hajime mit dem Tod von Rei und dem geheimnisvollen Unbekannten umgehen, steht jederzeit die Frage im Raum, wer von ihnen der "Wolf" sein könnte, der es auf das Leben der anderen vier abgesehen hat. Dabei tragen auch die klaren und eindrucksvollen Zeichnungen des Mangaka, in denen er sich auf die individuellen Reaktionen der verschiedenen Charaktere konzentriert, zum unheimlichen Eindruck der Geschichte bei. Doch vor allem sind es die Auslassungen in der Handlung, die die Fantasie des Lesers ansprechen, sodass er sich Gedanken über die Hintergründe der verschiedenen Personen und über die Beweggründe und die Identität des Täters macht. So voller Spekulationen kann man nur ungeduldig auf den dritten Teil von "Doubt" warten, in der Hoffnung, dass dieser ein paar Fragen beantwortet und weitere Hinweise zur Lösung der Geschichte bietet.
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