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Doubt 1  Drucken E-Mail
Comics: Manga Horror & Mystery
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 21. Februar 2011

Doubt 1

Zeichner: Yoshiki Tonogai

Originaltitel: Doubt Vol. 1
Übersetzt von: John Schmitt-Weigand

Reihe: Doubt
1. Band der Reihe

Verlag: Carlsen Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: November 2010
ISBN: 978-3-551-75443-1
Preis: 7,95 EUR

212 Seiten
Inhalt
8.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
7.9

Wertung:
7.9
von 10
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Zum Inhalt:

"Rabbit Doubt" ist ein Onlinespiel, das sechs junge Menschen über ihre Handys spielen. Im Spiel verkörpert jeder Mitspieler einen Hasen. Doch unter einer der Masken versteckt sich ein "Wolf", der es darauf abgesehen hat, seine Mitspieler aufzufressen. Die Spieler müssen herausfinden, welcher von ihnen der Wolf ist, bevor alle gefressen werden. Nun haben sich die sechs Onlinespieler miteinander verabredet, um sich in der Realität zu treffen und kennenzulernen. Zunächst scheint es sich um ein fröhliches Treffen zu handeln, doch dann werden die Teilnehmer plötzlich in ein Gebäude verschleppt ...

Meinung:

Der Manga "Doubt" fängt erst einmal ganz harmlos an: Eine Gruppe junger Menschen, die sich bislang nur über das Onlinespiel "Rabbit Doubt" kannten, hat beschlossen, sich zum ersten Mal real zu treffen. Bei diesem Spiel, das über das Handy gespielt wird, übernimmt jeder Teilnehmer die Rolle eines Hasen. Doch hinter einem der Hasen versteckt sich ein Wolf, der nicht nur die Lösungen für die im Spiel gestellten Aufgaben kennt, sondern auch am Ende eines Spieltages eines der Häschen umbringt, wenn seine Identität bis dahin nicht geklärt ist. Der Reiz des Spiels liegt vor allem darin, die verschiedenen Hinweise auszuwerten, jemanden bei einer Lüge zu ertappen und geschickter als seine Mitspieler zu sein.

Doch trotzdem entstehen durch das gemeinsame Spielen Freundschaften, die dazu führen, dass sich die verschiedenen Mitspieler auch real kennenlernen wollen. So kann der Leser - vor allem aus der Perspektive des Schülers Yu - verfolgen, wie die Spieler aufeinandertreffen. Neben dem freundlichen und hilfsbereiten Yu halten auch der eher rabiate Eiji Hoshi, die selbstbewusste Haruka Akechi und die schüchterne Rei Hazama die Verabredung ein, während der Student Hajime Komaba durch eine dringende Angelegenheit aufgehalten worden zu sein scheint.

Gemeinsam mit Yus Mitschülerin Mitsuki, die zufällig zu der Gruppe gestoßen ist, machen sich die vier auf, um den Nachmittag gemeinsam beim Karaoke zu verbringen. Doch was als gemütliches Beisammensein beginnt, nimmt schnell bedrohliche Züge an. Nicht nur gibt es kleine Streitigkeiten innerhalb der Gruppe, da Eijis Verhalten die anderen immer wieder provoziert, der Tag endet auch auf besonders unheimliche Weise. Alle fünf verlieren, während sie noch beim Karaoke sind, das Bewusstsein und wachen eingesperrt in einem verfallenen Gebäude wieder auf.

Schnell steht fest, dass jemand eine grausame "Rabbit Doubt"-Variante mit den Jugendlichen spielt, bei der aber nicht eine virtuelle Häschenfigur, sondern ihr eigenes Leben auf dem Spiel steht. Bald kommt es zu einem ersten Todesfall, der Yu und den anderen vor Augen führt, wie ernst ihre Lage ist. Einer von ihnen muss mehr über die ganzen Vorgänge wissen und derjenige sein, der die anderen in eine Falle gelockt hat. Doch wer von ihnen einen perfiden Plan verfolgt und wer von ihnen zu den Opfern gehört, das müssen die Gefangenen erst noch herausfinden.

Yoshiki Tonogai stellt diese klassische Horrorgeschichte mit klaren und eindrucksvollen Bildern dar, wobei unheimliche und blutige Momente (die auch für die "ab 16"-Empfehlung verantwortlich sind) in einem starken Kontrast zu den heiteren Anfangsszenen der Geschichte stehen. Ab dem Augenblick, als Yu wieder zu sich kommt, ist der Leser damit beschäftigt, den verschiedenen Hinweisen zu folgen und zu grübeln, wer von den Beteiligten dieses mörderische Spiel gestartet haben mag. Dabei steht man erst einmal vollkommen ratlos da, weil man nicht genug über die Figuren und ihre Hintergründe weiß, um fundiert spekulieren zu können.

Die atmosphärische Erzählweise, das drohende Unheil, das über der Gruppe liegt, und all die offenen Fragen beschäftigen einen weit über das Lesen dieses ersten Bandes hinaus und lassen den Leser auf das Erscheinen der Fortsetzung hinfiebern. Obwohl die Grundidee mit einer Gruppe von - anscheinend unschuldigen - Opfern, die ohne ersichtliches Motiv von einem unbekannten Mörder gefangen gehalten und nach und nach hingerichtet werden, nicht neu ist, ist die Umsetzung in "Doubt" wirklich fesselnd gelungen und macht Lust auf weitere Werke von Yoshiki Tonogai.

Mit einem Preis von 7,95 Euro gehört "Doubt" nicht gerade zu den günstigsten Manga-Reihen. Aber dank des etwas größeren Formats, der vier Farbseiten zu Beginn der Geschichte und der Tatsache, dass die Serie mit vier Bänden abgeschlossen ist, kann man mit diesem Preis leben.

Fazit:

Mit "Doubt" gelingt es Yoshiki Tonogai, aus einer klassischen Horrorgeschichte einen fesselnden Manga zu schaffen. Mit klaren und eindrucksvollen Bildern lässt der Mangaka eine unheimliche Handlung vor den Augen des Lesers entstehen und so bangt man nach einem eher heiteren Anfang um das Leben der verschiedenen Charaktere. Doch vor allem sucht man in jedem Dialog und in jeder einzelnen Szene Hinweise auf die Hintergründe der Geschichte und die Identität des "Wolfes" unter den Häschen, für die - eingesperrt in ein unheimliches Gebäude - ein Wettlauf gegen ihren unbekannten Widersacher beginnt. All die ungeklärten Fragen und die Gedanken, die man sich über die Vorgänge macht, sorgen dafür, dass man das Lesen des folgenden Bandes kaum abwarten kann.
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