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Rhesus positiv - Rh+ 1  Drucken E-Mail
Comics: Manga Fantasy & Sci-Fi
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 3. August 2009

Rhesus positiv - Rh+ 1

Autor: Ayako Suwa
Zeichner: Ayako Suwa

Originaltitel: RH Plus Vol. 01
Übersetzt von: Burkhard Höfler

1. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Juni 2009
ISBN: 978-3-7704-7080-8
Preis: 6,50 EUR

208 Seiten
Inhalt
6.0
Zeichnungen
5.0
Verarbeitung
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
5.9

Wertung:
5.9
von 10


Zum Inhalt:

Im Wohnheim Gecchoukan geht auf den ersten Blick alles mit rechten Dingen zu. Doch die beiden Schüler Makoto und Ageha liegen nachts nicht brav schlafend in ihren Betten, wie sie eigentlich sollten, sondern bewachen die Welt nach Sonnenuntergang und schreiten dort ein, wo die Macht der Polizei an ihre Grenzen stößt. Ein dunkles Geheimnis umgibt Makoto, Ageha, den Studenten Masakazu und auch den kühlen Verwalter Kiyoi ... eines, dass um jeden Preis geschützt werden muss: Sie sind alle keine normalen Menschen, sondern Vampire!

Meinung:

Die Grundidee zu der Mangareihe "Rhesus positiv - Rh+" ist sehr reizvoll: Eine Gruppe junger Vampire lebt zusammen und geht neben dem normalen Alltag als Schüler und Studenten in der Nacht auf Verbrecherjagd. Dabei müssen sie nicht nur mit den Problemen fertig werden, die ihr "Nebenjob" so mit sich bringt, sondern auch vor aller Welt geheim halten, dass sie Vampire sind - was gar nicht so leicht ist, wenn man von seinen Mitschülerinnen so aufmerksam beobachtet wird.

Für die drei Jungen - besonders für die Schüler Makoto Nogami und Ageha Seto - übernimmt Kiyoi eine Art Vaterrolle. Er ist es, der den jungen Vampiren hilft, mit ihrem Leben unter Menschen fertig zu werden, und der für sie da ist, wenn sie einen erwachsenen Ansprechpartner für ihre Sorgen benötigen. Das Verhältnis zwischen den einzelnen Bewohnern des Gecchoukan wird von Ayako Suwa sehr schön beschrieben. Gerade die Jüngeren schwanken häufig zwischen Freundschaft und Rivalität, während der Student Masakazu über den Querelen der beiden zu stehen scheint und das Leben lieber etwas leichter angeht.

Leider wird auf die Verbrecherjagd in diesem Manga nur in einem Kapitel eingegangen, ansonsten dreht sich die Handlung mehr um den Alltag der vier Vampire. Dabei böten sich in diesem Bereich so viele Möglichkeiten, wie man den Kampf der Schüler gegen das Böse darstellen könnte. Ob man nun auf Detektivarbeit zurückgreift, wie es in den Detektiv-Conan-Manga so schön gemacht wird, oder eher den Schwerpunkt auf die Action setzt, wie es bei den "Gunsmith Cats" oder bei den Weiß-Kreuz-Geschichten zu sehen ist, bliebe dabei der Zeichnerin überlassen. Auf jeden Fall bietet sich in diesem Bereich ein sehr großer Spielraum, der bislang in keiner Weise genutzt wurde.

Finanziell wird das Wohnheim Gecchoukan von einem geheimnisvollen Mann, dem "Mister", unterstützt. Seine Identität ist nur dem Verwalter Kiyoi bekannt, auch wenn der Leser im Laufe des Manga - und das eigentlich viel zu früh in der Handlung - weitere Hintergründe zu dem Verhältnis zwischen dem "Mister" und dem Vampir erfahren wird. Man bekommt das Gefühl, als ob Ayako Suwa sich selbst noch nicht so ganz sicher war, wie sie den Schwerpunkt ihrer Geschichte setzen soll.

Amüsante kleine Szenen wechseln sich mit emotionalen Momenten ab, in denen dem Leser gezeigt wird, wie jung und wie sicherheitsbedürftig Makoto und Ageha noch sind. Statt langsam Hintergründe zu ihren Charakteren aufzubauen, bekommt man viele Informationen sehr schnell präsentiert, was dem Leser die Gelegenheit nimmt, sich selbst seine Gedanken über die Vergangenheit der Vampire zu machen. Die Erzählweise der Mangaka ist auf jeden Fall noch deutlich ausbaufähig, auch wenn bereits diese kleinen Geschichten über die Geschehnisse im Wohnheim Gecchoukan zu unterhalten wissen.

Die Qualität der Zeichnungen von Ayako Suwa reichen von durchschnittlich bis skizzenhaft, aber trotzdem kann man ihren Darstellungen einen gewissen Charme nicht absprechen. Schnell kann der Leser die unterschiedlichen Charaktere auseinanderhalten und die humorvollen Momente genießen. Und da die emotionaleren Szenen sorgfältiger ausgearbeitet wurden, stören die im restlichen Werk fehlenden Details erstaunlich wenig.

Fazit:

Mit dem ersten Band der "Rhesus positiv - Rh+"-Reihe präsentiert Ayako Suwa dem Leser viele unterhaltsame kleine Begebenheiten rund um die vier Vampire, die im Wohnheim Gecchoukan leben. Leider mangelt es diesem Manga an einer durchgehenden Erzählstruktur. So recht scheint die Autorin noch nicht zu wissen, wie sie all ihre Ideen rund um das Leben der Vampire, ihre (eher tragische) Vergangenheit und ihre nächtliche Tätigkeit als Verbrechensbekämpfer stimmig in eine Geschichte packen kann. Auch zeichnerisch ist der Manga noch ausbaufähig, obwohl die detailarmen Darstellungen nicht so negativ ins Auge fallen wie bei vergleichbaren Werken. Ohne Zweifel steckt in "Rhesus positiv - Rh+" noch eine Menge Potenzial, welches hoffentlich in den kommenden Bänden besser genutzt wird.
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