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Personal Paradise: Assassin Angel  Drucken E-Mail
Comics: Manga Fantasy & Sci-Fi
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 24. August 2009

Personal Paradise: Assassin Angel

Zeichner: Melanie Schober

Verlag: Carlsen Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Juli 2009
ISBN: 978-3-551-79123-8
Preis: 5,95 EUR

188 Seiten
Inhalt
6.0
Zeichnungen
7.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.8

Wertung:
6.8
von 10
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Zum Inhalt:

In nicht allzu ferner Zukunft werden die Städte von staatlich gelenkten Jugendbanden beherrscht. Wer keiner Gang angehört, ist als gesellschaftlicher Außenseiter gebrandmarkt. Die geheimnisvolle Johanna hat die Fähigkeit, die Sünden der Menschen zu erkennen. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die schlimmsten Schuldigen mit dem Tode zu bestrafen. Als sie eines Tages bei einem ihrer Morde beobachtet wird, bekommt sie große Probleme. Von nun an wird sie erpresst ...

Meinung:

Zum dritten Mal führt Melanie Schober den Leser mit "Personal Paradise: Assassin Angel" in ihre marode und von Gangs bestimmte Welt nach dem Dritten Weltkrieg. Gleich zu Beginn gibt es ein Wiedersehen mit Bianca, der intriganten Freundin des Gangleaders der Westsider, die schon in den vorhergehenden Bänden "Personal Paradise" und "Personal Paradise: Miss Misery" für Probleme gesorgt hat. Doch dieses Mal bringt das blonde Biest niemanden in Schwierigkeiten, sondern steckt selbst in welchen. Bianca begegnet Johanna, die die Fähigkeit hat, die Sünden der Menschen zu erkennen.

Von klein auf wurde das Mädchen von seinem fanatischen Vater dazu erzogen, als göttliche Rächerin diejenigen zu ermorden, deren Sünden zu gewaltig sind, um sie noch frei herumlaufen zu lassen. Doch während Johanna Bianca tötet, wird sie von ihrem Ex-Freund Andy gefilmt, der sie von diesem Zeitpunkt an erpresst. Auch Andy Ramirez ist für den Leser kein Unbekannter: Als rechte Hand von Mike Garden, dem Anführer der Westside-Gang, hat er einigen Einfluss auf die Geschehnisse in diesem Teil der Stadt. Und Johanna weiß genau, dass er keine Hemmungen hätte, seinem Gangleader den Film von Biancas Ermordung zu zeigen.

Würde Andy dies tun, müsste Johanna nicht nur um ihre Mitgliedschaft bei den Westsidern fürchten, sondern würde auch sehr schnell ihr Leben verlieren. So lässt sie zu, dass Andy sie wieder in seinen Besitz bringt und sie ihm im Bett zu Willen sein muss. Mit dem erzwungenen Sex könnte sie noch leben, wenn das Gangmitglied sie nicht rund um die Uhr kontrollieren und misshandeln würde. Während Johanna noch einen Ausweg aus ihrer Situation sucht, lernt sie Mike Garden und seine Schwester Marianne näher kennen. Diese hat eine Beziehung zu Nicolas Z, dem Leader der Northside, was Johanna für ihre Zwecke auszunutzen sucht.

Melanie Schober lässt auch in diesem Manga keine Gelegenheit aus, um aufzuzeigen, wie brutal die von ihr geschaffene Welt samt dem herrschenden Gangsystem ist, und auch an Sexszenen spart die Zeichnerin nicht gerade. Doch trotz all dieser Versuche, die harte Realität einer Gesellschaft aufzuzeigen, in der Gewalt und Bandenkriege das alltägliche Leben bestimmen, kann auch diese Geschichte nicht so ganz überzeugen. Das liegt weniger an Johannas ungewöhnlichen Fähigkeiten, die durch Mutation entstanden sein sollen, sondern an der Tatsache, dass der Schwerpunkt zu sehr auf die komischen Momente gelegt wird.

Statt ihre wirklich reizvolle Idee konsequent weiterzuentwickeln und ein bedrückendes Szenario zu entwerfen, konzentriert sich Melanie Schober lieber auf lustige Dialoge und das kindische Benehmen von Mike Gardner. Dieser Gegensatz zwischen der Darstellung einer brutalen Gesellschaft samt einer Hauptfigur, die anscheinend als religiöse Rachefigur ihre Bestimmung gefunden hat, und den Bemühungen der Autorin um komische Szenen, sorgt dafür, dass diese Geschichte letztendlich wenig überzeugen kann. Ein wenig mehr Ernsthaftigkeit würde dafür sorgen, dass die Handlung den Leser deutlich mehr berührt - und die komischen Elemente als willkommene Abwechslung von einem gefährlichen Alltag empfunden werden.

Auch wenn Melanie Schober noch nicht das richtige Gleichgewicht gefunden hat, um mit ihren Personal-Paradise-Geschichten inhaltlich wirklich zu überzeugen, sind ihre Zeichnungen auch in diesem Band recht ansprechend geraten. "Assassin Angel" weist wieder einige liebevolle Details bei den Darstellungen der verschiedenen Charaktere auf und auch die Mischung aus bewegten und ruhigen Szenen ist der Autorin erneut gut gelungen.

Fazit:

Obwohl Melanie Schober für ihre Personal-Paradise-Reihe eine sehr faszinierende Welt geschaffen hat, in der das Leben nach dem Dritten Weltkrieg von Gangs beherrscht wird, gelingt es ihr auch im dritten Teil, "Assassin Angel", nicht, das volle Potenzial dieses Hintergrunds auszuschöpfen. So erzählt die Autorin zwar eine ganz unterhaltsame Geschichte um Johanna, die es als ihre göttliche Bestimmung ansieht, die Stadt von den größten Sündern zu befreien, konzentriert sich dabei aber zu sehr auf komische Szenen, um den Leser wirklich mitreißen zu können. Zeichnerisch bietet auch dieser Band die gewohnte Qualität bei den Darstellungen. Vor allem das Auge der Künstlerin für die kleinen Details und ihr gutes Händchen für den Wechsel zwischen ruhigen und spannungsvollen Szenen fällt dabei positiv auf.
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