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Claymore 01  Drucken E-Mail
Comics: Manga Fantasy & Sci-Fi
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Freitag, 24. Oktober 2008

Claymore 01

Autor: Norihiro Yagi
Zeichner: Norihiro Yagi

Originaltitel: Claymore
Übersetzt von: Daniel Büchner

Reihe: Claymore
1. Band der Reihe

Verlag: Tokyopop
Format: Taschenbuch
Erschienen: Juli 2008
ISBN: 978-3-86719-387-0
Preis: 6,50 EUR

192 Seiten
Inhalt
8.0
Zeichnungen
5.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.8

Wertung:
6.8
von 10
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Zum Inhalt:

Silberne Augen, riesiges Schwert und jede Menge Kampfgeist: Die einsame Kriegerin Clare zieht auf ihrer Jagd nach den gestaltwandelnden Yoma eine Schneise der Verwüstung durchs Land. Aber egal, wie viele Angreifer sich der kaltblütigen Schönheit in den Weg stellen, sie ist ihren Gegnern immer einen Schritt voraus. Denn schließlich fließt auch das Blut ihrer Feinde durch Clares Adern.

Meinung:

Norihiro Yagis Erstlingswerk "Undeadman" brachte dem Zeichner den Akasuka-Preis für Nachwuchskünstler ein, der von dem Magazin Gekkan Shonen Jump verliehen wird. Dieses veröffentlichte auch seine erste reguläre Mangaserie, "Angel Densetsu", die bislang noch nicht in Deutschland erschienen ist. Yagis aktuelle Mangareihe, "Claymore", begann er im Jahr 2001. Zuerst lief sie ebenfalls in dem Magazin Gekkan Shonen Jump, ehe dieses eingestellt wurde, seitdem bringt Jump Square die Serie heraus.

Die Geschichte spielt in einer mittelalterlichen Welt. Ihre Bewohner werden durch Dämonen, so genannte Yoma, bedroht. Diese ernähren sich von Menschenfleisch und können ihre Gestalt verändern und so zum Beispiel als Mensch durchgehen. Nur die Claymores - Frauen, die halb Mensch, halb Yoma sind -, können diese Dämonen ausfindig machen und töten. Eine solche Claymore ist auch Clare, die Heldin der Serie.

Im ersten Kapitel soll Clare ein Dorf von einem Yoma befreien. Dabei lernt sie Raki kennen, einen Jungen, dessen Familie dem Dämon zum Opfer gefallen ist. Als einziger Dorfbewohner hat er vor ihr keinerlei Angst. Bereits hier zeigt sich eine gewisse Atmosphäre der Bedrohung, da unklar bleibt, wo der Yoma ist. Dabei wird auch Clare in dem Dorf mit einem gewissen Misstrauen begegnet, was ihr jedoch nichts auszumachen scheint.

Im weiteren Verlauf des Manga gerät die Claymore in eine Falle, trifft den jungen Raki wieder und steht vor einigen schwierigen Entscheidungen. Der Leser erfährt einiges mehr über die Kräfte der Claymores, die nicht nur zum Angriff gut sind, sondern auch zur Heilung. Auch verrät Norihiro Yagi im vierten Kapitel sehr viel über ein schreckliches Schicksal, das wohl allen Claymores droht. Und es stellt sich für den Leser die Frage, was mit den Claymores geschieht, die nicht rechtzeitig erlöst werden.

Klarer Star des Mangas ist natürlich Clare. Sie gibt sich die ganze Zeit kühl und unnahbar. Nur selten zeigt die Claymore Emotionen. So ist sie entsetzt, als sie von einer anderen Claymore eine schwarze Karte erhält. Sie will den damit verbundenen Auftrag eigentlich nicht erfüllen, muss es dann aber doch tun. Doch dies ist außerhalb des Gefechts die einzige Gelegenheit, in der Clare so offensichtlich emotional reagiert. Ganz anders im Kampf: Dort ist sie wie ausgewechselt. Sie verspottet ihre Gegner und je heftiger die Angriffe werden und je mehr sie auf ihre Yoma-Kräfte zurückgreifen muss, desto mehr scheint die Claymore die Auseinandersetzung zu genießen - selbst wenn ihr Körper sich aufgrund der Beanspruchung zu verwandeln beginnt. Über Clares Vergangenheit ist nicht allzu viel bekannt: Wie es scheint, wurde ihre Familie ebenfalls von einem Yoma ausgelöscht und man begegnete ihr allerorts mit Misstrauen.

Raki hingegen ist der totale Gegensatz zu der Claymore. Er zeigt seine Emotionen klar und deutlich. Gleichzeitig ist er auch etwas Besonderes, da er keine Furcht vor Clare zeigt. Das wird sehr schön in der Szene im ersten Kapitel dargestellt, wo er sich einfach zu ihr hinsetzt und sogar ihre Haltung nachahmt. Dies führt dazu, dass er später im Manga Clare als seine Vertrauensperson ansieht, der er folgen kann. Ein einfacher Handel: Er kocht für sie, dafür passt die Claymore auf ihn auf. Eine Situation, die die Organisation, der Clare angehört, mit Misstrauen betrachtet.

Man lernt als Leser nicht allzu viel über diese Organisation. Man erfährt, dass sie die Claymores mit Aufträgen, Kleidern, Waffen und Fähigkeiten versorgt - und dass sie nach erfolgten Aufträgen das Geld einsammelt. Aber mehr ist über diese Gesellschaft nicht bekannt. Zum Beispiel bleibt offen, wie sie von den Aufträgen erfahren oder woher ihr Wissen über die Erschaffung der Claymores kommt. Da gibt es in den weiteren Bänden der Reihe noch einiges zu enthüllen. Clares Kontaktmann aus der Organisation, Rubel, begegnet der Claymore mit Spott und Hohn - dadurch, dass er andauernd lächelt, fällt es dem Betrachter schwer, seine Emotionen einzuordnen. Das Einzige, was für ihn zu zählen scheint, ist Geld und die Gelegenheit, Clare zu überraschen - was ihm auch regelmäßig gelingt.

Was sich bei Norihiro Yagi dringend bessern muss, ist sein Zeichenstil. Während die Action-Szenen wirklich gut gelungen sind, weisen seine Figuren starke Schwächen auf. Manchmal stimmen die Proportionen nicht und die Gesichtszüge sind teilweise ziemlich verzerrt und wiederholen sich des Öfteren. Das kann nur bedingt dadurch erklärt werden, dass es sich hierbei um den ersten Band einer neuen Manga-Serie handelt. Eigentlich sollte Yagi - mit mehr als zehn Jahren Erfahrung - diese Schwächen im Griff haben.

Fazit:

Geht man vom ersten Band der neuen Serie aus, ist Norihiro Yagi mit "Claymore" auf dem besten Weg, eine Manga-Serie zu gestalten, die man als Fantasy-Liebhaber durchaus besitzen sollte. Das Setting ist recht düster und im ersten Band wirft der Autor mehr Fragen als Antworten auf. Im Vordergrund steht eindeutig Clare, die eine mysteriöse Aura umgibt. Man weiß kaum etwas über ihre Vergangenheit und ihre Motive. Klar ist nur, das ihre Familie von Yomas getötet wurde und sie deshalb von ihrem Dorf verstoßen wurde - ein Schicksal das sie mit dem Jungen Raki vereint. Hier darf man gespannt sein, was Norihiro Yagi mit der Figur noch alles vorhat. Es gibt da viele Möglichkeiten, die die Geschichte in der Fortsetzung einschlagen kann. Leider hat der Manga aber starke Schwächen bei der Darstellung der Figuren. Teilweise stimmen die Proportionen nicht, auch die Mienen sind stark fratzenhaft und wiederholen sich zudem.
Weiterführende Infos

 
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