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Biomega 3  Redaktionstipp Drucken E-Mail
Comics: Manga Fantasy & Sci-Fi
Geschrieben von Manuel Tants   
Freitag, 22. Januar 2010

Biomega 3

Autor: Tsutomu Nihei
Zeichner: Tsutomu Nihei

Originaltitel: Biomega Vol. 3
Übersetzt von: Costa Caspary

Reihe: Biomega
3. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Juli 2009
ISBN: 978-3-7704-6987-1
Preis: 6,50 EUR

224 Seiten
Inhalt
8.0
Zeichnungen
9.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.4

Wertung:
8.4
von 10
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Zum Inhalt:

Die "Dronisierung", die durch das N5S-Virus hervorgerufen wurde, breitet sich auf der ganzen Erde aus. Überall irren Zombies herum! Kanoe Zoichi, ein synthetischer Humanoid und Agent der Toha Industries, macht Ion Green ausfindig, eine N5S-Virus-Angepasste. Sie wurde verschleppt und gilt als Schlüssel in der Auseinandersetzung mit der DRF und deren "Plan zur Erneuerung der Menschheit". Kanoe dringt auf eigene Faust in das Hauptquartier des "Amtes für Öffentliche Hygiene" der DRF ein. Nishu Mizunoe, Toha-Agentin wie Zoichi, hat derweil eine gefährliche Flüssigkeit ausfindig gemacht: Das Antiphasen-Abbildungspolymer. Hinter dieser teuflischen Entwicklung steckt Nyaldee, Chefin der DRF ...

Meinung:

Nishu Mizunoe und der sprechende Bär Koslov sind weiterhin gemeinsam auf der Suche nach Lev, von dem sie sich wichtige Informationen im Kampf gegen die übermächtige DRF (Data Recovery Foundation) erhoffen. Dabei stoßen sie nicht nur auf einen wertvollen Informanten, sondern geraten erneut in eine Auseinandersetzung mit DRF-Truppen, bei der sie erstmals mit dem Antiphasen-Abbildungspolymer in Kontakt kommen. Diese unheimliche Flüssigkeit ist nicht nur für sich betrachtet bereits eine höchst gefährliche Waffe, sondern steht offenbar auch in engem Zusammenhang mit den DRF-Plänen, die gesamte Menschheit nach der mittlerweile weltweit fast vollständig vollzogenen N5S-Infizierung zu "erneuern".

Kanoe hingegen gerät deutlich aktiver in Schwierigkeiten: Er macht nicht einmal vor der Höhle des Löwen halt und kämpft sich bis ins Hauptquartier des "Amtes für Öffentliche Hygiene" vor, um Ion Green zu befreien. Dabei kommt ihm zugute, dass Nyaldee, die Leiterin der DRF, im gleichen Moment das - eigentlich der DRF unterstellte - Amt angreift, da die beiden Behörden sich über die genaue Umsetzung des "Plans zur Erneuerung der Menschheit" uneins sind. Während der chaotischen Auseinandersetzungen taucht zudem das synthetische Wesen Narein auf, das über eine ganz besondere Macht verfügt.

Bislang wirkte "Biomega" im Vergleich mit Tsutomu Niheis vorheriger Reihe "BLAME!" deutlich zugänglicher, da die Figuren ihre Handlungen ausreichend kommentierten. Im dritten Band jedoch baut der Autor einige wesentlich höhere Verständnishürden vor dem Leser auf: Die Allianzen der auftretenden Charaktere sind durch die unerwarteten Differenzen zwischen der DRF und dem "Amt für Öffentliche Hygiene" nicht immer sofort klar, und es ist deutlich schwieriger, den Dialogen zu folgen, wenn in den Gesprächen überwiegend Personennamen genannt werden, die man noch nie zuvor gehört hat. Damit nähert sich die Serie nach und nach an die hermetische Undurchdringlichkeit von "BLAME!" an und bringt den Leser dazu, jedem noch so winzigen Hinweis Aufmerksamkeit zu schenken und gegebenenfalls sogar noch einmal die vorherigen Bände aus dem Regal zu ziehen und nach Anhaltspunkten zu suchen, die das Verständnis erleichtern.

Wer sich auf das Spiel Niheis einlässt und sich die Mühe macht, die kryptischen Informationen aus den rar gesäten Sprechblasen zusammenzusetzen, erhält dabei Hinweise auf eine sorgsam ausgearbeitete Hintergrundgeschichte. Leser, die von einer derart "arbeitsintensiven" Lektüre abgeschreckt werden, können sich allerdings inhaltlich auch weitgehend aus der Handlung ausklinken und einfach die leichter zu konsumierende Action genießen, die wieder einmal reichlich vorhanden ist und erneut durch ihre Rasanz zu beeindrucken weiß.

Daneben brilliert Nihei wie gewohnt auch bei der visuellen Umsetzung des Cyberpunk-Szenarios, in der "Biomega" spielt. Neben den endlosen, verfallenden Betonstrukturen sind es besonders die synthetischen Humanoiden und ihre unterschiedlichen Transformationsformen, die von viel Einfallsreichtum zeugen, gleichzeitig aber einander ähnlich genug sind, um die düstere Science-Fiction-Welt wie aus einem Guss wirken zu lassen.

Angesichts einiger Tippfehler im deutschen Text hätte das Lektorat erneut sorgfältiger ausfallen können. Immerhin gibt es sich aber nicht ganz so viele eklatante Blößen wie in den bisherigen Bänden. Obendrein ist die Qualität des Drucks einwandfrei, sodass sowohl durchgehende Schwarzflächen als auch feine Linien gleichermaßen gut zur Geltung kommen.

Fazit:

Im dritten Band entwickelt "Biomega" erste Ansätze der Komplexität und Undurchdringlichkeit, für die die Werke von Autor und Zeichner Tsutomu Nihei bislang bekannt waren. Langjährige Anhänger des Mangaka werden sich daher freuen, endlich auch hier auf die Suche nach gut versteckten Querbezügen gehen zu können, um die befremdliche Hintergrundgeschichte dieser spektakulären Science-Fiction-Horror-Geschichte vollständig zu durchdringen. Doch auch wer weniger Arbeit in die Lektüre des Manga investieren möchte, wird durch die umfangreichen Action-Passagen sowie die stimmig-schaurige Gestaltung der Cyberpunk-Welt und ihrer Bewohner sehr gut unterhalten.
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