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Holiday  Drucken E-Mail
Comics: Manga Allgemeines
Geschrieben von Sabine Hut   
Mittwoch, 17. September 2008

Holiday

Zeichner: Hiro Kiyohara

Originaltitel: Shissou Holiday
Übersetzt von: Burkhard Höfler

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Juni 2008
ISBN: 978-3-7704-6881-2
Preis: 6,50 EUR

192 Seiten
Inhalt
6.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.2

Wertung:
7.2
von 10
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Zum Inhalt:

Eine Ausreißerin aus gutem Hause hat das Gefühl, nicht genug vermisst zu werden und beschließt, eine Entführung zu fingieren! Mal sehen, was die Pflegeeltern dazu sagen. Doch dann läuft einiges nicht wie geplant ...

"Holiday" ist ein außergewöhnlicher Coming-of-age-Manga von Hiro Kiyohara, basierend auf einem Roman des 1978 geborenen und bereits mit Preisen überhäuften japanischen Bestseller-Autors Otsuichi.

Meinung:

Für Nao beginnt ein neues Leben, als ihre Mutter einen reichen Firmenbesitzer heiratet und Nao somit in einer ihr vollkommen unbekannten Umgebung aufwächst. Die Mutter stirbt schon zwei Jahre nach der Hochzeit und seitdem lebt Nao mit der Angst, von ihrem Stiefvater in ein Heim gesteckt zu werden - insbesondere als dieser dann neu heiratet und sich Nao mit seiner neuen und jungen Frau nur streitet. Nao kommt sich unverstanden und ungeliebt vor. Ihrer Meinung nach könnten diese Personen sie überhaupt nicht vermissen, denn eigentlich verbindet sie rein gar nichts. Das Mädchen beschließt, sich selbst zu "entführen", wodurch es herausfinden möchte, wie sein Stiefvater und dessen neue Frau darauf reagieren. Doch dafür braucht Nao eine Verbündete, die sie in dem Dienstmädchen Kuniko findet.

Nao wirkt auf den Leser streckenweise etwas verwöhnt, scheint in ihrer Seele jedoch sehr angeknackst zu sein. Seit dem Tod ihrer Mutter lebt sie in Angst. Vielleicht ist sie gerade deshalb so ruppig, weil sie sich einen Schutzpanzer zugelegt hat und so niemanden mehr wirklich an sich heranlässt. Dadurch kommt es auch dazu, dass das Dienstmädchen Kuniko geradezu gar keine andere Wahl hat, als Nao helfen. Nao lässt oft das reiche Töchterchen durchblicken und komandiert Kuniko herum, wo sie nur kann. Kuniko hingegen ist sehr ruhig und würde sich viele Dinge nicht trauen, wenn Nao ihr nicht ständig in den Hintern treten würde. Doch wie sagt man so schön? Stille Wasser sind tief ... Und Kuniko ist es wohl, die den Leser am Ende des Mangas am Meisten überrascht.

Die Story der Geschichte wirkt interessant und vor allem durch die Unterschiedlichkeit der beiden Hauptcharaktere macht es Spaß, über sie zu lesen. Der Zeichenstil passt sehr gut zu der Geschichte. Er ist nicht zu lustig aber auch nicht zu ernst. Somit kann dieser wirklich überzeugen. Manche lustige Szene passt gut in die Situation und wirkt nicht aufgesetzt, genauso verhält es sich mit den SD-Bildchen die ab und an die Geschichte auflockern.

Man muss jedoch sagen, dass man vom Ende des Mangas mehr erwartet haben kann, denn es ist wenig spektakulär. Zudem bleibt die Frage im Raum stehen, warum der Manga die Kennzeichnung "Adult" erhalten hat. Er enthält nichts, was nicht auch in einem Manga vorkommt, der die Adult-Kennung nicht besitzt. Vor allem deshalb war eigentlich anzunehmen gewesen, dass das Ende etwas mehr bieten würde - doch weit gefehlt. Etwas enttäuschend ist auch, dass der Schluss dieser ziemlich tiefgründigen Geschichte keine Moral vermittelt. Einen Satz wie "Es hätte besser laufen können." sucht man vergebens. Lässt man das schwache Ende außer acht, kann die Geschichte in gewissem Maße durchaus überzeugen, wirklich tiefgründig wird sie aber leider nie.

Fazit:

Nao ist ein Charakter, dem man im realen Leben wahrscheinlich eher nicht begegnen will. Sie stellt sich als kleines, verzogenes Mädchen heraus, das alles bekommt, was es will - auf den ersten Blick zumindest ... Tief in ihr sieht es etwas anders aus, denn dort hat sie Angst, ihr jetziges Zuhause zu verlieren. Das Dienstmädchen Kuniko wirkt sehr ruhig und schüchtern. Sie traut sich sehr wenig, wenn Nao ihr nicht in den Hintern tritt. Doch auch hier täuscht der erste Anschein. Die Zeichnungen passen sehr gut zur Art der Geschichte. Sie sind nicht zu dunkel, aber auch nicht zu freundlich. Die Story erreicht nie wirklichen Tiefgang, sondern kratzt lediglich an der Oberfläche der Gefühlswelt der Figuren. Wen das nicht stört, wird mit "Holiday" seinen Spaß haben.

 
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