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Gunslinger Girl: Vol. 7  Drucken E-Mail
Comics: Manga Allgemeines
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Sonntag, 28. September 2008

Gunslinger Girl 7

Autor: Yu Aida
Zeichner: Yu Aida

Originaltitel: Gansuringa Garu
7. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: April 2007
ISBN: 978-3-7704-6727-3
Preis: 6,50 EUR

176 Seiten
Inhalt
9.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.4

Wertung:
8.4
von 10
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Zum Inhalt:

Petruschka lebt sich in ihre neue Heimat im Süden Italiens ein und trifft dabei auf Claes. Zusammen geraten die beiden sehr gegensätzlichen Gunslinger Girls in eine Mission. Ein Anschlag auf eine Staatsanwältin ist geplant und die Mädchen der Staatlichen Gesellschaft für soziale Wohlfahrt sollen diesen verhindern.

Meinung:

Yu Aidas erste Mangaserie "Gunslinger Girl" geht in die siebte Runde - und zum ersten Mal wird in einem Band eine durchgehende Geschichte ohne Unterbrechungen erzählt. Der Plot handelt von der Aufdeckung eines Anschlags auf eine mutige Staatsanwältin bis zu den Maßnahmen die dagegen ergriffen werden. Dabei sind die Hauptfiguren der neue Cyborg Petruschka und ihr Betreuer Alessandro. Ihr durchgehendes Auftreten ist in dieser Form neu für die Reihe, denn selbst am Anfang, als sich die meisten Geschichten um Henrietta und José drehten, gab es noch ein, zwei Kapitel, in denen der Fokus auf anderen Personen lag.

Dabei zeigt sich gleich zu Beginn, wie sehr ein Fratello auf seinen Cyborg Einfluss nehmen kann. Um das zu verdeutlichen benutzt Yu Aida zum einen Petruschka und Alessandro und zum anderen Claes und ihren - auf mysteriöse Art und Weise umgekommenen - Partner Ravalo. Petruschka wird von ihrem Mentor dazu angehalten, neugierig zu sein und Dinge näher kennenzulernen. Dies führt sie in einen Konflikt mit Claes, da die beiden vom Charakter her vollkommen gegensätzlich sind.

Während Petruschka eine sehr offene Persönlichkeit ist, ist Claes verschlossen und teilweise geradezu zynisch. Sie trägt eine Brille und ist dadurch an ein Versprechen gebunden, immer brav und harmlos zu sein. Ein Versprechen, an das sie sich immer noch hält, obwohl ihr die Erinnerung an ihren Fratello bereits genommen wurde. Besonders interessant ist eine Szene, in der Claes ziemlich heftig auf Patruschkas Neugier auf die Brille reagiert. Dies zeigt, was für einen Stellenwert die Sehhilfe für das fratellolose Gunslinger Girl hat. Schließlich geraten die beiden Mädchen in einen Auftrag, bei der sich Claes' Zurückhaltung negativ auf ihre Handlungsweise auswirkt. Hier verdeutlicht Yu Aida die negativen Seiten von Claes' Verhalten, ohne es zu bewerten.

Nach der Episode um die beiden Mädchen richtet sich der Fokus der Geschichte auf den Hauptplot, nämlich den Anschlag auf eine Staatsanwältin und die Maßnahmen, die die Gesellschaft dagegen ergreift. Dabei enthüllt dieser Teil der Handlung auch einige weitere interessante Details über die Vergangenheit der Gebrüder José und Jean Croce, ohne dass diese in Erscheinung treten. Stattdessen tauchen neben den bereits bekannten Figuren Petruschka und Alessandro auch Hirscher und Triela auf, die einen wichtigen Part bei den Aktionen einnehmen.

Interessant ist, dass Petruschka teilweise konträre Ansichten im Vergleich zu ihrem Fratello einnimmt. Doch dies wirkt eher naiv, statt so rebellisch wie bei Hirscher und Triela. Bei dem neuen Cyborg scheint es ein Teil pubertärer Rebellion zu sein, ein Aspekt, der bislang noch nicht aufgetaucht ist. Es bleibt abzuwarten, ob und wie dieser Zug von Petruschkas Charakter wieder aufgegriffen wird. Was sich auf jeden Fall andeutet, ist, dass sie wahrscheinlich in ihren Fratello verliebt ist. Unklar ist, ob es sich dabei um eine Liebe handelt, wie man sie bereits von Henrietta her kennt, die nur ein Nebenprodukt der Konditionierung ist.

Während also bei Petruschka und Alessandro die sich intensivierende Beziehung im Mittelpunkt steht, konzentriert sich die Handlung bei Hirscher auf ein Erlebnis, das ihn an seine Vergangenheit erinnert, wobei Triela ein wenig in den Hintergrund gerät. Die beiden haben zwar einige Szenen miteinander, doch entwickelt sich die Figur des Gunslinger Girls kaum weiter. Auch wenn sie bei den Gegenmaßnahmen der Gesellschaft eine tragende Rolle spielt.

Welche Frage sich beim Lesen der Serie immer wieder stellt, ist die nach dem Alter der Gunslinger Girls. Yu Aida zeichnet zwar gewohnt hochklassig, doch gibt es Schwierigkeiten, Claes und Triela in dieser Beziehung einzuschätzen. Gerade Erstere wirkt mit einer anderen Frisur und Kleidung wesentlich älter, als man ursprünglich dachte. Es scheint so, als ob sie im selben Alter wie Petruschka wäre, was eigentlich nicht sein kann. Doch eine interessante Aussage von Hirscher besagt, dass wenn Triela sich wie ein normales Mädchen entwickeln würde, sie jetzt eine junge Frau sei. Die Umwandlung zum Cyborg scheint sich also auf den Alterungsprozess auszuwirken - und für den Leser bleibt zu hoffen, dass Yu Aida diesen interessanten Aspekt noch mal aufgreifen wird.

Ansonsten kann man die Zeichnungen des Mangaka wieder nur loben - besonders, wenn es um Claes und Petruschka geht, zeigt er erstklassige Arbeit. Die beiden Mädchen sind von der Körpersprache her vollkommen gegensätzlich. Während Letztere sehr aktiv agiert, zeigt sich Claes in der Gegenwart von anderen stocksteif und hölzern. Doch nicht nur der Aspekt der Körpersprache soll hervorgehoben werden, sondern auch das Design der auf erwachsen getrimmten Triela. Egmont liefert bei der Übersetzung wieder gute Arbeit ab und im Vergleich zum letzten Band sind dieses Mal keine Sprechblasen abgeschnitten. Auch eine Übersicht über die handelnden Personen bekommt der Leser geboten.

Fazit:

Mit dem siebten Band seiner "Gunslinger Girl"-Reihe konzentriert sich Yu Aida zum ersten Mal auf einen einzigen Plot, der sich durch den ganzen Manga zieht. Dabei entwickelt er auch die beiden neuen Figuren Petruschka und Alessandro weiter. So wird Alessandro zum treibenden Faktor für Petruschkas Verhalten. Er bringt sie dazu, ihrer Neugier nachzugehen und alles zu hinterfragen. Interessant ist, wie sich die Beziehung der beiden entwickelt. Doch nicht nur die beiden neuen Mitglieder der Staatlichen Gesellschaft für soziale Wohlfahrt bekommen ihre Momente, auch Claes', Trielas und Hirschers Geschichten werden in diesem Band weitergeführt. Während der Leser bei Claes auch die Schattenseite des Einflusses durch die Fratelli kennenlernt, ist es bei Hirscher eine Wiederholung vergangener Ereignisse, die die Figur weiter ausbaut.
Weiterführende Infos

 
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