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Gunslinger Girl: Vol. 6  Drucken E-Mail
Comics: Manga Allgemeines
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Freitag, 12. September 2008

Gunslinger Girl 6

Autor: Yu Aida
Zeichner: Yu Aida

Originaltitel: Gansuringa Garu
6. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: November 2006
ISBN: 3-7704-6648-9
Preis: 6,50 EUR

176 Seiten
Inhalt
8.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
6.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.8

Wertung:
7.8
von 10
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Zum Inhalt:

Während einer Mission kommt es zu einem Vorfall, der Jeans Verhalten gegenüber Rico gründlich verändert. Auch wird die Frage aufgeworfen, was der wahre Grund für Jean und Josés Hass auf die Republikaner ist. Und wieso verhätschelt José Henrietta so? Eine neue Generation von Cyborgs entsteht - und dieses Mal werden von der Gesellschaft fast erwachsene Mädchen benutzt. Doch was steckt hinter der Geschichte des neuen Mädchens und wie verläuft sein Training?

Meinung:

Yu Aidas Serie "Gunslinger Girl" geht in die sechste Runde. Die Handlung des sechsten Bandes geht dabei nicht nur bekannte Wege, sondern fängt auch etwas Neues an. Die Geschichte steht ganz im Zeichen des neuesten Mitglieds der "Gesellschaft für soziale Wohlfahrt" - eine Regierungsorganisation, die gegen den separatistischen Norden Italiens kämpft. Petruschka, so der Name des neuen Cyborgs, kommt dabei die Rolle des Prototyps einer neuen Generation zu. Verwendet werden nun nicht mehr junge Mädchen, die gerade erst am Anfang ihrer körperlichen Entwicklung stehen, sondern Jugendliche am Ende der Pubertät.

Die Veränderungen innerhalb der Gesellschaft kann der Leser auch am Beispiel von Alessandro, Petruschkas Betreuer, erkennen, der im Gegensatz zu den anderen Fratelli wesentlich lockerer ist. Er war früher ein Undercover-Agent und scheint auch seinen neuen Partner darin zu trainieren, unerkannt zu agieren. Es bleibt noch abzuwarten, wie sich die Beziehung zwischen ihm und Petruschka entwickeln wird. Aktuell dient sie ihm erst mal nur als "Schmusekätzchen" zur Tarnung.

Alessandro hat ein Auge für andere Menschen, er beobachtet sie und kann anhand dessen Rückschlüsse auf ihre Herkunft und Ziele ziehen. Ein Talent, das ihm wohl während seiner Zeit beim Geheimdienst geholfen haben muss, doch noch ist unklar, wieso und weshalb er jetzt zur Abteilung 2 der Gesellschaft wechselte - und wieso er rothaarigen Frauen gegenüber so merkwürdig reagiert.

Dabei ist die Geschichte des neuen Cyborgs auch wieder auf die übliche Art und Weise tragisch. Petruschka stammt nicht aus Italien und ist daher auch nicht in irgendeiner Form ein Opfer des Kampfes zwischen dem Norden und Süden dieses Landes. Sie kommt aus Russland und war ursprünglich Schülerin an einer Ballettschule, bis ein Beinbruch ihren Wunschtraum von einer vielversprechenden Karriere zerstörte. Ehe sie zu Petruschka wurde, war sie ein kleines, schüchternes Mädchen. Wie sie sich jetzt als Cyborg entwickeln wird, bleibt für den Leser noch offen. Größtenteils ist sie ein noch unbeschriebenes Blatt, doch ein paar Überbleibsel ihrer früheren Persönlichkeit scheinen noch vorhanden zu sein. Auch darf man auf ihre Interaktion mit den übrigen Gunslinger Girls gespannt sein.

Doch Yu Aida vergisst über die Konzentration auf das neue Mädchen nicht die anderen Mitglieder der Gesellschaft. So konzentriert er sich in den ersten beiden Kapiteln dieses Bandes auf die Brüder Jean und José. Es wird einiges über die Vergangenheit von Jean angedeutet, so scheint er zum Beispiel verlobt gewesen zu sein und diese Frau wurde vermutlich von Republikanern getötet. Wesentlich interessanter ist jedoch die 180-Grad-Wendung, die er Rico gegenüber durchmacht. In den bisherigen Bänden war es eher so, dass Jean sein Gunslinger Girl wie ein Werkzeug behandelte, doch das ändert sich, als Rico in Lebensgefahr gerät und zum ersten Mal zeigt Jean ihr gegenüber Gefühle. Die zweite Geschichte gehört hauptsächlich José und erklärt den Grund, wieso er Henrietta so verwöhnt. Der Leser hat bereits in einem früheren Band erfahren, dass die beiden Brüder eine Schwester hatten, die starb. Henrietta ist für ihn nun eine Art Ersatz für seine Schwester Enrica.

Die Zeichnungen von Yu Aida sind in der gewohnt hohen Qualität ausgeführt worden. Er investiert viel Arbeit, die Realität der Gunslinger Girls so gut wie möglich abzubilden. Und wenn er eine russische Ballettschule zeichnet, hat der Leser das Gefühl, dass hier die Details einfach stimmen, was auch auf die italienischen Szenen zutrifft. Besonders gut gelungen ist, dass er sich an Details aus den vorhergehenden Bänden hält, so stimmen die Darstellungen aus dem früheren Haus der beiden Brüder genau mit denen aus dem ersten Band überein.

Leider leistet sich der Egmont-Verlag wieder einige Fehler, was das Platzieren von Sprechblasen angeht, sodass immer wieder Sprechblasen abgeschnitten werden und teilweise sogar Text fehlt. Die Übersetzung war bislang einwandfrei, nur dieses Mal gibt es eine Sache, die merkwürdig anmutet: Elizabeta wurde in Belarus geboren, was in der deutschen Sprache eine nicht ganz so geläufige Bezeichnung für Weißrussland ist.

Fazit:

Die "Gunslinger Girl"-Reihe steht mit dem sechsten Band im Zeichen eines Umbruchs der Gesellschaft, da mit Petruschka und Alessandro zwei vollkommen neue Figuren in die Geschichte kommen. Petruschka ist eine neue und erwachsenere Art von Cyborg - ihre Umwandlung in einen Cyborg ist total, ebenso die Gehirnwäsche, der sie unterzogen wurde. Alessandro ist kein ernster Fratello, sondern nimmt im Gegensatz zu José und Jean alles eher locker. Bei diesen Brüdern enthüllt Yu Aida einiges über ihre Vergangenheit, wodurch Jean um einiges menschlicher wirkt, während man bei José sein Verhältnis zu Henrietta besser nachvollziehen kann. Die Zeichnungen des Mangaka sind in gewohnt hoher Qualität, während sich Egmont wieder einige ärgerliche Fehler bei der Platzierung der Sprechblasen leistet.
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