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Gunslinger Girl: Vol. 5  Drucken E-Mail
Comics: Manga Allgemeines
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Montag, 8. September 2008

Gunslinger Girl 5

Autor: Yu Aida
Zeichner: Yu Aida

Originaltitel: Gansuringa Garu
5. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: August 2006
ISBN: 3-7704-6485-0
Preis: 6,50 EUR

176 Seiten
Inhalt
9.0
Zeichnungen
9.0
Verarbeitung
9.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.9

Wertung:
8.9
von 10
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Zum Inhalt:

Jemand versucht, Marcos mit seiner Vergangenheit zu erpressen. Aber auch Franca, der Terroristin aus dem Norden, könnten frühere Geschehnisse schaden. Ebenfalls erfährt man bei Pinocchio mehr über seine Hintergründe. Denn sein Onkel soll verhaftet werden, was er zu verhindern versucht. Gleichzeitig soll die Staatliche Gesellschaft für Wohlfahrt den Onkel vor potenziellen Mördern schützen - und so kommt es zur Konfrontation der beiden Seiten.

Meinung:

Der fünfte Band der "Gunslinger Girl"-Serie bringt einige Plots aus früheren Teilen zum Abschluss, dabei dreht sich alles größtenteils um Pinocchio. Dieser ist ein Killer, der für seinen Onkel arbeitet, einen Vertreter der terroristischen Separatisten des italienischen Nordens. Ihnen tritt die im Süden beheimatete Staatliche Gesellschaft für soziale Wohlfahrt entgegen, die auf - in Cyborgs umgewandelte - junge Mädchen setzt. Eines dieser Mädchen ist Triela, das älteste der Gunslinger Girls. Im dritten Band kam es zu einer Konfrontation zwischen dem Mädchen und Pinocchio, bei der er Triela eine herbe Niederlage beibrachte. Daran hat sie immer noch zu knabbern, was auch ihre Beziehung zu ihrem Fratello Hirscher beeinträchtigte.

Zwischen den Gunslinger Girls und Pinocchio gibt es eindeutige Parallelen, die von Yu Aida in diesem Band wieder hervorgehoben werden. Genau wie die Mädchen hat auch der Killer eine grausame Vergangenheit, aus der er gerettet wurde. Und ebenso wie die Mädchen wurde auch er im noch kindlichen Alter zu einem Mörder ausgebildet, während die absolute Loyalität zu seinem Vaterersatz an die Beziehung zwischen den Gunslinger Girls und ihren Partnern, den Fratelli, erinnert. Die einzigen Unterschiede sind sein Alter (er ist bereits erwachsen) und die Tatsache, dass er kein Cyborg ist. Doch das hinderte ihn nicht daran, Triela einen ebenbürtigen Kampf zu liefern.

Yu Aida verwendet den vorliegenden Band auch dazu, die anderen bekannten Gegenspieler der Gesellschaft näher zu charakterisieren. Der Leser erfährt nicht nur mehr über die Vergangenheit von Pinocchio, sondern auch einige interessante Details über das bombenlegende Paar Franco und Franca. Die beiden hat man bereits im zweiten Band der Reihe das erste Mal kennengelernt. Was man bis jetzt wusste, war, dass sie - obwohl sie für den Norden arbeiteten - nicht immer mit allen Zielen der Separatisten einverstanden sind, und wenn es möglich ist, vermeiden sie unschuldige Opfer. Erst jetzt enthüllt Yu Aida die Vorgeschichte des Paares und macht so Franca noch sympathischer als sie bislang schon dargestellt wurde. Der Leser kann sich zwar nicht mit ihren Zielen identifizieren, aber aufgrund ihrer Vergangenheit mag man diese Figur einfach. Auch wenn sie aus Rache agiert, lässt sie von dieser jedoch nicht ihr ganzes Leben bestimmen ... Ganz im Gegensatz zu den Leuten, die Franca in der zweiten Geschichte des Manga entführen. Es ist nicht ganz klar, wieso und weshalb diese die Frau gefangen nehmen und misshandeln. Aber Rache und Ehrgeiz scheinen zu den Faktoren zu gehören, die hier hineinspielen. Yu Aida beschränkt sich bei der Charakterisierung der Entführer auf das Allernötigste, denn sie sind im Grunde nur Staffagen für die Rettungsaktion von Franco und Pinocchio. Dadurch wird der Zusammenhalt zwischen den dreien gestärkt, was für die späteren Kapitel noch von großer Bedeutung ist.

Denn Pinocchios Onkel und Mentor Christiano wird an die Behören verraten, was eine weitere Rettung erfordert, bei der sich Pinocchio und Triela erneut gegenüber stehen und sich einen erbitterten Kampf liefern. Gleichzeitig verhelfen Franco und Franca Christiano zur Flucht. Da ihr endgültiges Schicksal im Gegensatz zu dem von Pinocchio recht offen bleibt, wäre es schön, wenn der Mangaka diese Charaktere im Laufe der kommenden Bände wieder verwenden würde. Denn ohne diese Figuren erscheinen die Terroristen des Nordens recht konturlos und ihre Ziele und Ideale können dem Leser nur schwer nahe gebracht werden.

Der Handlungsstrang um Pinocchio, Franco und Franca dominiert diesen Band deutlich. Doch der Leser erfährt in einem anderen Kapitel mehr über die Vergangenheit von Marco, dem Fratello von Angelica, dem ersten Cyborg der Gesellschaft. Eine frühere Liebe von Marco recherchiert, unterstützt von einem Reporter, über seine aktuelle Tätigkeit. Dass dabei der terroristische Norden seine Finger im Spiel hat, wird dem Leser ziemlich schnell klar. Hier geht Yu Aida vor allem auf die Wahrnehmung der Gesellschaft durch außenstehende Bürger und den terroristischen Norden ein. Es existieren anscheinend tausende Gerüchte, doch weiß niemand etwas Konkretes, was dazu führt, dass die Separatisten alles tun, um mehr über ihre Gegner zu erfahren.

Es geschieht nicht oft, dass der Mangaka eine über mehrere Kapitel ausgedehnte Action-Sequenz zeichnet, denn "Gunslinger Girl" ist ein eher ruhig erzählter Manga, der auf stille Momente setzt, die nur kurz durch Action unterbrochen werden. Doch Yu Aida beherrscht perfekt beide Facetten seiner Erzählweise. Der Kampf zwischen Pinocchio und Triela wird sehr schonungslos dargestellt und wirkt dadurch auch äußerst realistisch. Aber auch in der Liebe zum Detail weiß dieser Band zu überzeugen. Yu Aida muss einiges an Recherchearbeit geleistet haben, denn man kann sogar im Hintergrund ein Wahlplakat eines bekannten italienischen Politik-Bündnisses erkennen, während das vermehrte Zeichnen von detaillierten Hintergründen im Vergleich zu den vorherigen Bänden positiv auffällt. Lob gebührt auch dem Egmont-Verlag, der zum ersten Mal eine Zusammenfassung aller wichtigen handelnden Personen liefert - das Einzige, was dem Leser jetzt noch fehlt, ist ein Überblick über die bisherige Handlung.

Fazit:

Im fünften Band der "Gunslinger Girl"-Serie führt Yu Aida einige ältere Plotelemente zum Abschluss. Der Leser begegnet den Terroristen Pinocchio, Franco und Franca wieder und erfährt mehr über ihre Vergangenheit. Ein Highlight ist dabei besonders der absolut schonungslos dargestellte Kampf zwischen Pinocchio und Triela. Es ist der bislang längste Kampf innerhalb der Serie und zeigt, wie ebenbürtig sich beide sind. Die Zeichnungen des Mangaka erreichen in diesem Titel eine neue hohe Qualitätsstufe. Sie sind äußerst detailliert, realitätstreu und zeugen von einer intensiven Recherche des Künstlers.
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