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Leipziger Buchmesse 2008: Lesung mit 'Wir sind Helden' Drucken E-Mail
Geschrieben von Sabine Hut   
Dienstag, 22. April 2008

Lesung aus "Informationen zu Touren und anderen Einzelteilen. Ein Wir-sind-Helden-Tagebuch" mit unplugged Musik.
15.3.2008, 15:00 Uhr bis 16:00 Uhr


Über das Buch: "Was machen Wir sind Helden, wenn ihnen Plattenfirmen drohen: 'Wir breaken euch topdown!' oder wenn sie auf Festivals als 'angemessener Ersatz für Limp Bizkit' angekündigt werden? Wenn sie erfahren, dass man, egal wie groß man ist, im Tourbus nur klein darf? Sie lassen sich nicht ins Bockshorn jagen. Und dann, wenn sie das Bockshorn verjagt haben, schreiben sie ein Buch. Über Träume, die wahr werden, Videodrehs, die Weichteile gefährden, rasante Hubschrauberfahrten und wellige Käsebrötchen in miefenden Fünfquadratmeterräumen, kurzum: über Hysterie und Alltag einer Band, die größer wurde, als sie dachte. Albern wie ein entgleister Abend im Backstage, melancholisch wie eine Nacht im Tourbus, erhellend wie ein Praktikum in der Musikbranche und wundersam wie ein Roman.

Es ist 14:30 Uhr. Schon jetzt wartet eine riesige Schlange vor Saal 3 im Congress Center. Warum? Genau, hier sollen in einer halben Stunde "Wir sind Helden" auftreten und deren Fans freuen sich schon auf eine unterhaltsame Stunde. Ich kann als Mitarbeiterin der Presse zum Glück ohne Warten in den Saal gehen und sehe der Band noch eine Weile beim Proben zu. Instrumente werden gestimmt, Boxen richtig eingestellt, Brötchen gegessen und viel gelacht. Eins muss man ihnen lassen, sie wirken wirklich sympathisch, die vier. "Wir sind Helden" sind eigentlich Judith Holofernes, Pola Roy, Mark Tavassol und Jean-Michel Tourette, die 2003 mit ihrem Album "Die Reklamation" den Durchbruch schafften.

Kurz vor 15:00 Uhr verschwinden die Helden noch einmal und die Türen zum Saal werden geöffnet. Wobei das noch untertrieben ist, denn "geflutet" würde besser passen. Massen von kleinen und großen Fans drängen sich in den Saal. So viele, dass die Stühle nicht reichen und die Kleinsten kurzerhand vorn in den Gang gesetzt werden, damit sie überhaupt etwas sehen können. Als die Helden auf die Bühne kommen, jubelt das Publikum und die Band heizt die Stimmung mit einem ersten Lied an.

Danach wird gelesen. Die vier wechseln sich immer wieder ab, sodass jeder Teile liest, die ihn betreffen. Das macht das Ganze natürlich noch lebendiger, denn der Vorleser weiß schließlich am besten, wie er sich in gewissen Situationen gefühlt hat. Am meisten liest jedoch Sängerin Judith und allen vier Helden sieht man an, dass sie sich immer noch über gewisse Geschehnisse, die im Buch beschrieben sind, amüsieren. So erfahren wir, wie die Band gegründet wurde, von ersten Anläufen in Tonstudios, von Touren und vom Baby Bekommen. Denn Judith ist vor einer Weile Mama geworden. O-Ton: "Ich werde ... wir werden ... äh ... ihr werden ... nein, wir werden Eltern!" Sehr lustig wird beschrieben, wie es Judith während der Schwangerschaft ging und dass sie bei jedem Konzert Angst hatte, sich übergeben zu müssen. Aber Adrenalin hat auch sein Gutes und so wurde das immer schon vor dem Konzert erledigt ...

"Wir sind Helden" lesen sehr gut und emotional, außerdem in einer Art, die es auch den Kindern im Saal leicht macht, dem Buch zu folgen. Immer wieder wird das Lesen zum Musikmachen unterbrochen. Insgesamt dauert die Lesung rund 40 Minuten, der Rest der Zeit wird musiziert. Es wird nie langweilig und die Zeit vergeht leider viel zu schnell. "Wir sind Helden" konnten ihre Fangemeinde mit diesem Auftritt sicherlich noch erweitern , denn so viel Natürlichkeit haben sich nur sehr wenige Stars beibehalten.

Das Buch:

Wir sind Helden
"Informationen zu Touren und anderen Einzelteilen"
416 Seiten, broschiert
Fischer Taschenbuch-Verlag
ISBN 978-3-596-17754-7
12,95 EUR

Das Hörbuch:

4 CDs im Digipak, 288 Minuten
gekürzte Autorenlesung
Argon Hörbuch
ISBN 978-3-86610-532-4
19,95 EUR


 
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