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Leipziger Buchmesse 2008: Cosplay Drucken E-Mail
Geschrieben von Doreen Wustmann   
Dienstag, 22. April 2008

Sicherlich hat sich so mancher Besucher während der Buchmesse über die vielen bunt und skurril erscheinenden Gestalten gewundert. Oftmals kam dann die Frage auf: "Was ist das denn?" Das ist Cosplay!

Dabei verkleiden sich normale Leute als ihre Lieblingscharaktere aus dem Fernsehen, aus Büchern und vor allem aus Manga (japanische Form des Comics). Sogar Personen aus Videospielen sind darunter zu finden oder auch putzige Tierwesen. Man könnte auch einfach sagen, es ist eine zeitunabhängige Art von Fasching, die auf verschiedenen Veranstaltungen, wo sich Fans treffen, ausgelebt wird.

Den Gestaltungsmöglichkeiten sind dabei keine Grenzen gesetzt. Von der Kleidung bis hin zum Make-up steckt viel Liebe zum Detail in den Kostümen. Oft sind die Auftritte mit monatelangen Vorbereitungen verbunden, damit man möglichst originalgetreu aussieht. Als Vorlage dient meist eine Sammlung von Bildern des entsprechenden Charakters, wobei diese möglichst alle Seiten der Figur beleuchten sollten. Dabei entstehen u.a. auch Flügel mit bis zu drei Metern Spannweite oder riesige Accessoires (die zum Teil die Größe der betreffenden Person erreichen können), aber auch kleine, aufwendige Arbeiten, die diese Charaktere mit sich tragen. Es gibt zudem die Möglichkeit, sich die Outfits via Internet zu bestellen oder sie bei einer Schneiderei in Auftrag zu geben. Dennoch gibt es auch weniger ernste Cosplayer, die sich ihre Kostüme wahllos zusammenkaufen, sodass der Bezug zum dargestellten Charakter fehlt.

Bei vielen dieser Veranstaltungen, wie auch hier bei der Leipziger Buchmesse, finden Cosplay-Wettbewerbe statt. Es wird unterschieden zwischen Einzel- und Gruppenwettbewerben, in denen die Bewerber gegeneinander antreten und ein kleines Programm aufführen. Ob nun Tanz, Gesang oder Sketche, alles ist erlaubt und wird von der Jury zur Kenntnis genommen. Ausschlaggebend ist dabei vor allem die Fertigung des Kostüms, das genaustens in Augenschein genommen wird. Anreiz für die Wettbewerbe bieten u.a. - neben dem Spaß, den die Sache Teilnehmern und Publikum bringt - die verschiedenen Preise, wie Bücher und DVDs. Zwischen den Beratungspausen der Jury oder als separater Programmpunkt treten Gruppen auf, die aus Fans bestehen. Diese präsentieren, ebenfalls im Cosplay, lustige Geschichten oder recht professionelle Tanz- und Gesangseinlagen. Bestes Beispiel wäre der Auftritt am Messe-Samstag von Tsuki no Senshi kurz TNS, die auch schon einen großen Fankreis haben.

Häufig kommen Cosplayer in "Rudeln" vor, wobei diese sich meist auf ein gemeinsames Themengebiet beziehen. Auf diesen so genannten Fantreffen tauscht man sich über seine Lieblingsmanga, Anime (jap. Trickfilme) oder Computerspiele aus. Bei den Treffen finden u.a. auch Fotoshootings statt, bei denen sich die Cosplayer gegenseitig fotografieren. Zudem bieten diese die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen und alte Bekanntschaften zu pflegen, da zum Teil große Distanzen zwischen den Wohnorten liegen und man hauptsächlich über das Internet miteinander in Verbindung bleibt. Größtes Portal hierfür ist die Website animexx.de.

Über Cosplayer gibt es sowohl positive als auch negative Meinungen unter den übrigen Besuchern der Messe. Viele sind begeistert von den Kostümen und der aufwendigen Arbeit. Mitunter kommt es vor, dass um ein Souvenirfoto gebeten wird. Andere hingegen scheinen verwundert oder erstaunt, vielleicht sogar schockiert über diese farbenfrohen Wesen. Aber das, was zählt, sind nicht die Meinungen der Zuschauer. Vielmehr geht es um den Spaß, mal eine andere Person darzustellen.


 
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