Die Zombie-Schule 2: Die Monster-Bauarbeiter 
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Donnerstag, 1. Mai 2008

Die Monster-Bauarbeiter

Originaltitel: Too Ghoul for School - The Bubonic Builders
Übersetzt von: Ilse Rothfuss

2. Band der Reihe

Untergenre: Horror
Verlag: Schneiderbuch
Erschienen: Januar 2008
ISBN: 978-3-505-12443-3
Preis: 7,95 EUR

162 Seiten
Inhalt
6.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.2

Wertung:
6.2
von 10
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Zum Inhalt:

Die Sankt-Sebastian-Schule ist echt der Horror - und das ist kein Witz. Jahr für Jahr sinkt die Schule tiefer in die modrige Pestgrube unter ihren Fundamenten ein und die Geister der Pestopfer, die darunter begraben sind, werden allmählich fuchsteufelswild.

In der Schule ist die Hölle los: Muffige Gaswolken quellen aus dem Ausguss, die Waschbecken im Lehrerzimmer brodeln, und ein Bauarbeiter schlägt wild mit dem Vorschlaghammer um sich, anstatt die Toiletten zu reparieren. James und seine Freund sind sich sicher: Die Pestgeister sind stinksauer und haben von den Bauarbeitern Besitz ergriffen.

Meinung:

Mit "Die Zombieschule - Die Monster-Bauarbeiter" erscheint der zweite Band der Reihe um die Sankt-Sebastian-Schule und die darunter existierenden Geister. Nachdem Edith Codd, die Anführerin der gruseligen Gesellschaft, im Auftakt der Serie, "Horror in Kabine vier", eine vernichtende Niederlage durch die drei Schüler James, Alexander und Lenny hinnehmen musste, sinnt die streitbare Geisterfrau nun auf Rache.

Noch schlimmer will sie mit ihren Anhängern in der Schule spuken, in der Hoffnung es doch noch schaffen zu können, die Schüler aus dem Gebäude zu vertreiben. Angestachelt wird Edith Codd dabei von der Tatsache, dass das "Leben" für einen Geist an der Sankt-Sebastian-Schule noch unerträglicher geworden ist, da Bauarbeiten den ganzen Tag für Krach und Erschütterungen sorgen. Doch mehr als die Lärmbelästigung motiviert die Geister die Angst, dass bei den Arbeiten an der Kanalisation der Schule ihr Schlupfwinkel unter dem Gebäude gefunden und ihre Gebeine weggeschafft werden könnten.

Ediths Lösung ist es, mit ihrem Geist Besitz von den Bauarbeitern zu ergreifen. Wenn die Bauarbeiter so richtig viel falsch machen, wird man die Arbeiten schon abbrechen, denkt sie sich. Doch stattdessen nimmt sie zusammen mit ihren beiden unwilligen Helfern, dem Geisterjungen William Scroggins und Ambrose Harbottle, einem ehemaligen Blutegelhändler, nicht nur die halbe Schule auseinander, sondern sorgt auch für einen spannenden Showdown auf dem Schulhof.

Die Idee hinter der "Zombieschule"-Reihe ist, auch die Kinder fürs Lesen zu begeistern, die sonst nicht so schnell nach einem Buch greifen würden - und das versucht man hier eben über die beliebten Themenbereiche Horror und Humor. Die Hauptfiguren zeigen sich als Stereotypen, wie man sie in so vielen Kinderbüchern findet. Da gibt es den intelligenten Alexander, der vor lauter Bücherwissen keine Freunde findet, den neugierigen James, der ständig in Schwierigkeiten gerät, und zuletzt noch Lenny, der unglaublich stark ist und ein butterweiches Herz besitzt.

Auch wenn gerade die drei Schüler James, Alexander und Lenny sehr stereotyp beschrieben sind, macht sie das nicht unsympathisch. Einzig Alexander, der als Streber und Direktorensohn keinen leichten Stand in der Schule hat, neigt dazu, etwas sehr besserwisserisch aufzutreten. Doch seine beiden Freunde sorgen dafür, dass dies auf den Leser nicht zu extrem wirkt. Wirklich nett beschrieben sind die Nebenfiguren. Da gibt es den kartenspielsüchtigen Schuldirektor, der lieber einer Runde Solitär nachgeht als seiner regulären Arbeit, und den Hausmeister, der meint, schon fast alles gesehen zu haben, was in einer Schule so anfallen kann.

War schon der erste Teil der Serie unterhaltsam, so wartet das Buch "Die Monster-Bauarbeiter" mit mehr Action auf. Die Figuren sind inzwischen eingeführt, die Schüler wissen mittlerweile von den Geistern an ihrer Schule und so muss nicht erst auf ein Zusammentreffen der beiden Parteien hingearbeitet werden. Das sorgt dafür, dass Raum für lustige Szenen bleibt und für die ausführliche Beschreibung des Endkampfs zwischen den besessenen Bauarbeitern und den Schülern unter Einsatz aller verfügbaren Werkzeuge und Maschinen.

Es gibt pädagogisch wertvolle Bücher, von denen viele auch bei Kindern Anklang finden, und es gibt Romane wie "Die Zombieschule". Pädagogisch wertvoll oder anspruchsvoll ist hier nicht besonders viel, aber dafür umso unterhaltsamer für junge Leser. "Die Zombieschule" tritt mit ihrem Konzept das Erbe solch erfolgreicher Serien wie der "Gänsehaut"-Reihe von Robert L. Stine an, ohne dabei ganz so furchteinflößend zu sein. "Die Monster-Bauarbeiter" wartet lieber mit viel Humor, ein wenig Grusel und etwas Ekel auf und trifft so genau den Geschmack der ansonsten oft eher leseunwilligen Jungen.

Fazit:

"Die Monster-Bauarbeiter", der zweite Band der Reihe "Die Zombieschule", ist eindeutig besser geschrieben als der Auftakt-Roman "Horror in Kabine vier". Da die Figuren schon eingeführt sind, bleibt mehr Raum für die Handlung und somit auch für mehr lustige, spannende und eklige Szenen, die beim jugendlichen Leser für viel Unterhaltung sorgen werden. "Die Monster-Bauarbeiter" ist ein Buch, das wohl eher den Geschmack der Kinder als den der Eltern und Lehrer treffen wird. Dafür bekommen die jugendlichen Leser eine Lektüre in die Hände, die wohl besonders Jungen ansprechen dürfte.