Die Zombie-Schule 1: Horror in Kabine vier 
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 27. April 2008

Horror in Kabine vier

Originaltitel: Too Ghoul for School - Terror in Cubicle Four
Übersetzt von: Ilse Rothfuss

1. Band der Reihe

Untergenre: Horror
Verlag: Schneiderbuch
Erschienen: Januar 2008
ISBN: 978-3-505-12442-6
Preis: 7,95 EUR

162 Seiten
Inhalt
5.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
5.3

Wertung:
5.3
von 10
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Zum Inhalt:

Die Sankt-Sebastian-Schule ist echt der Horror - und das ist kein Witz. Jahr für Jahr sinkt die Schule tiefer in die modrige Pestgrube unter ihren Fundamenten ein und die Geister der Pestopfer, die darunter begraben sind, werden allmählich fuchsteufelswild.

Monster-Alarm in der Mädchentoilette: Die Kloschüssel spuckt grünen Schleim, ein violetter Riesen-Tentakel schlängelt sich durch Kabine vier und eine Zombie-Hand löst Angst und Schrecken aus. Doch die Schüler schlagen zurück: James und seine Freunde Alexander und Lenny wollen die Zombies wieder in ihre modrige Grube zurückjagen und dem Monsterbefall ein Ende bereiten.

Meinung:

"Die Zombieschule - Horror in Kabine vier" ist der Auftakt einer aus dem Englischen übersetzten Gruselreihe für Kinder. Die Idee, die hinter dieser Reihe steckt, ist, dass man auch die Kinder fürs Lesen begeistern will, die sonst nicht nach einem Buch greifen würden - und das versucht man hier eben über die populären Themen Horror und Humor. Die Hauptfiguren sind Stereotypen, wie man sie in so vielen Kinderbüchern findet. Da gibt es den intelligenten Jungen, der vor lauter Bücherwissen keine Freunde findet, den Neugierigen, der ständig in Schwierigkeiten gerät, und zuletzt noch den Beschützer, der ein butterweiches Herz besitzt. Diese drei Jungen kommen dahinter, dass es an ihrer Schule nicht mit rechten Dingen zugeht.

Genauer gesagt reicht es den Geistern, die unter der Schule ihr Zuhause haben, einfach mit dem Lärm und den Störungen von oben. Es muss etwas geschehen, beschließt Edith Codd, die unheimliche Anführerin der untoten Gesellschaft, und startet eine Kampagne zur Vertreibung der Schülerschaft. Jeder Geist soll sein Schlimmstes tun, damit die Schule geschlossen wird und die gruselige Gemeinschaft wieder ihre Ruhe hat.

Doch nicht jedes der Pestopfer ist so engagiert bei der Sache wie Edith Codd, besonders der Geisterjunge William Scroggins würde es sehr bedauern, wenn die Schüler der Sankt-Sebastian-Schule verschwinden würden - bringen diese doch etwas Abwechslung in seinen Geisteralltag. Als sich dann auch noch drei Schüler einen Plan überlegen, wie sie dem Spuk ein Ende bereiten können, gerät Edith Codd ganz schön in Schwierigkeiten.

Auch wenn gerade die drei Schüler James, Alexander und Lenny sehr stereotyp beschrieben sind, macht sie das nicht unsympathisch. Einzig Alexander, der als Streber und Direktorensohn keinen leichten Stand in der Schule hat, neigt dazu, etwas sehr besserwisserisch aufzutreten. Doch seine beiden Freunde sorgen dafür, dass er auf den Leser nicht zu extrem wirkt. Wirklich nett beschrieben sind die Nebenfiguren. Da gibt es den kartenspielsüchtigen Schuldirektor, der lieber einer Runde Solitär nachgeht als seiner regulären Arbeit, und den Hausmeister, der meint, schon fast alles gesehen zu haben, was in einer Schule so anfallen kann.

Aber natürlich haben besonders die Mädchen einen Einfluss auf die drei Hauptfiguren James, Alexander und Lenny. Leandra ist Lennys ältere Schwester und steht mit ihrer Freundin Stacey, die das hübscheste Mädchen auf der Sankt-Sebastian-Schule ist, stets bereit, wenn es darum geht, den Jungen bei der Geisterjagd zu helfen. Vor allem, da es doch ihr Mädchenklo ist, auf dem der Spuk der Geister sich mit widerlichem grünen Schleim zum ersten Mal bemerkbar macht.

Es gibt pädagogisch wertvolle Bücher, von denen viele auch bei Kindern Anklang finden, und es gibt Romane wie "Die Zombieschule". Pädagogisch wertvoll oder anspruchsvoll ist hier nicht besonders viel, aber dafür umso unterhaltsamer für junge Leser. "Die Zombieschule" tritt mit ihrem Konzept das Erbe solch erfolgreicher Serien wie der "Gänsehaut"-Reihe von Robert L. Stine an, ohne dabei ganz so furchteinflößend zu sein. "Horror in Kabine 4" wartet lieber mit viel Humor, ein wenig Grusel und etwas Ekel auf und trifft so genau den Geschmack der ansonsten oft eher leseunwilligen Jungen.

Fazit:

"Die Zombieschule - Horror in Kabine 4" ist ein Buch, das wohl eher den Geschmack der Kinder als den der Eltern und Lehrer treffen wird. Großen Anspruch darf man hier nicht erwarten, dafür bekommt der Leser eine sehr lustige Geschichte mit ein paar gruseligen Einlagen und vielen ekligen Beschreibungen, was wohl besonders die Jungen ansprechen dürfte. Ein Vergleich mit der erfolgreichen "Gänsehaut"-Reihe von Robert L. Stine drängt sich regelrecht auf, ohne dass "Die Zombieschule" dabei an das hohe Spannungsniveau herankäme. "Horror in Kabine 4" setzt stattdessen mehr auf Humor als auf den Gruselfaktor und ist somit auch für nicht so nervenstarke Leser sehr unterhaltsam.