Die Kinder des Dschinn 4: Entführt ins Reich der Dongxi 
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Freitag, 21. März 2008

Entführt ins Reich der Dongxi

Originaltitel: Children of the Lamp: The Day of the Djinn Warriors
Übersetzt von: Bettina Münch

4. Band der Reihe

Untergenre: Fantasy
Verlag: Oetinger
Erschienen: September 2007
ISBN: 978-3-7891-4031-0
Preis: 14,90 EUR

448 Seiten
Inhalt
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Zum Inhalt:

Überall auf der Welt verschwinden Jadeschätze aus den Museen. John und Philippa sind sofort alarmiert, als sie hören, dass asiatische Schwertkämpfer in den Diebstahl verwickelt sein sollen. Dieselben unheimlichen Kämpfer sorgen nämlich auch in der Geisterwelt für Angst und Schrecken. In China bestätigt sich ein furchtbarer Verdacht: Jemand hat die Terrakotta-Armee des Kaiser Qin zum Leben erweckt. Und noch viel gefährlicher als die so genannten Dongxi ist das düstere Geheimnis, das die Krieger in ihrer Jade-Pyramide bewachen.

Meinung:

P. B. Kerr führt im vierten Band der "Die Kinder des Dschinn"-Reihe, "Entführt ins Reich der Dongxi", die komplexeren Handlungsstränge aus dem Buch "Das Rätsel der neunten Kobra" zu einen gelungenen Ende. Johns und Philippas Mutter Layla hat die Kinder verlassen, um der neue Blaue Dschinn zu werden. Doch noch hegen die Zwillinge die Hoffnung, dass das Dschinnmädchen Faustina Layla vor diesem Schicksal retten kann.

Bevor die Kinder es schaffen, Faustina um Hilfe zu bitten, werden die Dschinnzwillinge in die Geschehnisse rund um die Jadediebstähle verwickelt. Selbst mit Hilfe ihres Onkels Nimrod und des weisen alten Dschinn Mr. Rakshasas scheint es kaum möglich, die vor ihnen liegenden Aufgaben zu bewältigen. Währenddessen bringt sich ihr Freund Buck wieder einmal in Schwierigkeiten, aus denen ihn die Zwillinge dieses Mal wohl nicht retten können.

Wie es der Leser schon aus der Reihe "Die Kinder des Dschinn" gewöhnt ist, führen die Abenteuer rund um die rätselhaften Jadediebstähle die Zwillinge an die verschiedensten Schauplätze auf der ganzen Welt. Von Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett in London über Venedig bis nach China reisen John und Philippa in der Begleitung ihres Onkels Nimrod, um das Geheimnis der Dongxi zu lösen und Faustina dazu zu bringen, der nächste Blaue Dschinn zu werden.

Neben den üblichen Hauptcharakteren trifft man dabei auch auf Nebenfiguren, die man schon in den vorhergehenden Bänden ins Herz geschlossen hat, wie zum Beispiel Finlay, der vor einiger Zeit von John in einen Falken verwandelt worden war. Aber auch neue Charaktere wie die Dschinnpflegerin Marion Morrison, die bei dem Butler Groanin großen Eindruck hinterlässt, und ein berühmter historischer Entdecker bereichern die Geschichte um John und Philippas Abenteuer.

Während in "Entführt ins Reich der Dongxi" die Dschinnkräfte von John und Philippa fast nur noch die Grundvoraussetzung für die anstehenden Aufgaben bilden, wird die Erzählung immer komplexer. P. B. Kerr gelingt es, für seine "Die Kinder des Dschinn"-Reihe immer mehr Hintergründe zu schaffen und eine Welt aufzubauen, die inzwischen weit von den üblichen Fantasyklischees oder den Erzählungen von Tausendundeiner Nacht entfernt ist.

Die Charaktere entwickeln immer mehr Tiefe und dadurch, dass es nicht mehr nur um die Zwillinge John und Philippa, sondern um eine größere Gruppe vielschichtiger Persönlichkeiten geht, wirken die handelnden Figuren realistischer und sympathischer. Gerade Nebencharaktere wie Finlay, die sich im Laufe der Zeit eine größere Rolle in der Erzählung sichern, sorgen für neue Impulse und somit auch für gute Unterhaltung.

Etwas schade ist es, dass das im Titel erwähnte "Reich der Dongxi" bei den verschiedenen Handlungssträngen fast schon ein bisschen zu kurz kommt. Während die Reisegruppe eine längere Zeit in Venedig verbringt und der Autor dabei auch sehr schöne Beschreibungen der Stadt einfließen lässt, fliegen die Dschinn schnell nach China, besuchen ein chinesisches Restaurant und die berühmte Ausgrabungsstätte mit ihren Terrakottakriegern - und das war dann leider schon alles, was der Leser über dieses interessante Land erzählt bekommt.

Fazit:

P. B. Kerr gelingt es auch in seinem vierten Band der Reihe um "Die Kinder des Dschinn", neue Ideen zu entwickeln und so eine spannende und lustige Geschichte nicht nur für Kinder zu schaffen. Gerade die vielen verschiedenen Handlungsstränge, die die Erzählung weniger linear verlaufen lassen, als es oft bei Kinderbüchern der Fall ist, machen den besonderen Reiz des Buches "Entführt ins Reich der Dongxi" aus, ohne dass die Geschichte dadurch für Kinder ungeeignet würde. Besonders schön ist es zu sehen, wie sich die verschiedenen Nebenfiguren entwickeln und eine immer entscheidendere Rolle spielen, wenn es für die Dschinnzwillinge John und Philippa gilt, neue Abenteuer zu bestehen.