Die Kinder des Dschinn 3: Das Rätsel der neunten Kobra 
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Freitag, 21. März 2008

Das Rätsel der neunten Kobra

Originaltitel: Children of the Lamp: The Cobra King of Kathmandu
Übersetzt von: Bettina Münch

3. Band der Reihe

Untergenre: Fantasy
Verlag: Oetinger
Erschienen: September 2006
ISBN: 978-3-7891-4028-0
Preis: 14,90 EUR

394 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
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Zum Inhalt:

Als der Dschinnjunge John zwei Einbrecher auf frischer Tat überrascht, hinterlassen diese (nachdem sie durch Johns Mutter Layla in zwei Weinflaschen verwandelt wurden) ein rätselhaftes Medaillon, das John und seine Zwillingsschwester Philippa auf die Spur des alten Schlangenkults der Acht Kobras bringt. Dessen Anführer besaß einen Talisman, der ihm die völlige Macht über einen jungen Dschinn verlieh. Doch was bedeutet die Neun auf dem Medaillon der Einbrecher? Um das herauszufinden, machen sich John und Philippa in Indien auf die abenteuerliche Suche nach dem vergessen geglaubten Talisman. Ein gefährliches Unterfangen, denn hinter der neunten Kobra verbirgt sich ein dunkles Geheimnis.

Meinung:

"Das Rätsel der neunten Kobra" ist der dritte Teil der "Die Kinder des Dschinn"-Reihe von P. B. Kerr. Neben den altbekannten Figuren wie den Zwillingen John und Philippa, ihrem Onkel Nimrod, dessen Butler Groanin und dem alten Dschinn Mr. Rakshasas, tritt in diesem Band die Dschinnfamilie von Dybbuk Sacstroker ein wenig mehr in den Vordergrund.

Dybbuks Schwester Faustina ist seit einer Dschinn-Austreibung vor ungefähr zwölf Jahren rätselhafterweise verschwunden, die Ehe seiner Eltern kurz darauf zerbrochen und Dybbuk selbst ein aufsässiger Junge, der nichts lieber tut, als sich über die Anweisungen seiner Mutter hinwegzusetzen und andere in Schwierigkeiten zu bringen. Dabei meint es Buck, wie Dybbuk sich gerne nennen lässt, nicht böse. Er sieht nur nicht ein, dass er seine Dschinnkräfte nicht in vollen Zügen genießen soll.

Als sich Buck schließlich zusammen mit dem Vater eines Schulkameraden auf einen Museumsraub einlässt, gerät er in unbeschreibliche Schwierigkeiten und wendet sich Hilfe suchend an John und Philippa. Die Zwillinge stellen schnell fest, dass Bucks Probleme, die Einbrecher mit dem rätselhaften Medaillon und die weltweite Diebstahlserie bei Zahnärzten irgendwie zusammenhängen. Da ihr Onkel Nimrod und Mr. Rakshasas zu einem unbekannten Ziel verreist sind, erklärt sich der Butler Groanin bereit, die Kinder nach Indien zu begleiten, um mit ihnen zusammen Nachforschungen über den Kult der Acht Kobras anzustellen.

Mit "Das Rätsel der neunten Kobra" wird die Geschichte um die Dschinnzwillinge etwas komplexer als in den beiden vorhergehenden Bänden. Zwar gab es auch schon im zweiten Band der Reihe, "Gefangen im Palast von Babylon", zwei nebeneinander laufende Handlungsfäden, doch hier nun beginnt der Autor, die aktuellen Erlebnissen der Zwillinge mit Geschehnissen, die vor zwölf Jahren ihren Anfang nahmen, der Geschichte um Bucks Familie und der Vorgeschichte um Mr. Rakshasas zu verknüpfen.

Eine weitere neue Tendenz entsteht durch die größere Rolle, die der Dschinn Buck einnimmt. Im Gegensatz zu John und Philippa ist er kein netter, gut erzogener Junge. Buck genießt es, anderen Streiche zu spielen und setzt seine Kräfte ein, ohne über die Folgen nachzudenken. Das alles macht ihn nicht unsympathischer als die Zwillinge, sondern eher realistischer. Auch John lässt sich durch Bucks Verhalten beeinflussen und wirkt so in diesem Buch weniger perfekt als in den früheren Geschichten.

Mit Indien hat der Autor auch eine schöne und sehr passende Kulisse für dieses Dschinnabenteuer gefunden. Und auch wenn er sich den einen oder anderen Seitenhieb nicht verkneifen kann, der wohl nur für Erwachsene zu verstehen ist, so ist der Roman für Kinder spannend und unterhaltsam geschrieben. Nur wenige Autoren verstehen es so gut, Todesfälle in ihren Romanen vorkommen zu lassen, ohne dass diese die jungen Leser zu sehr belasten.

Fazit:

Mit "Das Rätsel der neunten Kobra" hat P. B. Kerr bewiesen, dass er das Niveau der Reihe um "Die Kinder des Dschinn" auch noch im dritten Band halten kann. Durch die Verflechtung von mehreren Handlungssträngen wird die Erzählung komplexer und interessanter und die neue Hauptfigur lässt die früher eher zu perfekten Zwillinge John und Philippa realistischer wirken, ohne dass dabei der Humor und die Spannung verloren gehen.