Shadowblade: Schwarzes Feuer 
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Konstanze Tants   
Dienstag, 21. Januar 2014

Shadowblade: Schwarzes Feuer

Originaltitel: Horngate Witches 2: Crimson Wind
Übersetzt von: Jakob Schmidt

Reihe: Shadowblade
2. Band der Reihe

Untergenre: Urban Fantasy
Verlag: Knaur
Erschienen: Oktober 2013
ISBN: 978-3-426-41196-4
Preis: 6,99 EUR

298 Seiten
Inhalt
8.0
Preis/Leistung
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Zum Inhalt:

Der Krieg kommt ... und die Menschheit hat nicht die geringste Ahnung, dass sie von tödlicher Magie vernichtet zu werden droht. Die Shadowblade-Kriegerin Max weiß hingegen sehr wohl, was auf sie zukommt. Deshalb hat sich der Hexenzirkel, dem sie angehört, in den Bergen von Montana ein sicheres Versteck geschaffen. Doch nun muss Max diese Zuflucht verlassen, um ihre Familie zu holen - und gerät mitten hinein in das Chaos des ausbrechenden Krieges. Kann sie ihre Familie rechtzeitig erreichen? Und wird sie selbst es lebend zurückschaffen? Denn die Prophezeiung einer mächtigen Seherin hat ihren Tod vorhergesagt ...

Meinung:

Mit "Schwarzes Feuer" setzt Diana Pharaoh Francis ihre Reihe rund um die Shadowblade Max fort, die mit "Dunkle Fesseln" ihren Anfang nahm. Für Max, ihre Hexe Giselle und ihre Mitarbeiter waren die letzten Wochen aufreibend, dabei haben sie bislang gerade mal den ersten Schlag der Hüter überstehen müssen. Die Hüter sind in Diana Pharaoh Francis' Welt gottgleiche Wesen, die die Menschheit vernichten wollen, da diese für das besorgniserregende Verschwinden der Magie verantwortlich sind. Giselle und Max hingegen weigern sich, den Krieg der Hüter zu unterstützen, und haben sich stattdessen dem Schutz der Menschen verpflichtet.

So kam es, dass die Hexe und ihre Leibwächterin gegen Ende des ersten Bandes miterleben mussten, wie ein Großteil ihres Hexenzirkels getötet oder verletzt und ihre Zuflucht Horngate durch den Angriff zweier Engel fast zerstört wurde. Nun gilt es für Max, ihre Shadowblades neu aufzubauen und - trotz all der Dinge, die in der Vergangenheit passiert sind - mit Giselle zusammenzuarbeiten, um Horngate zu einer möglichst sicheren Zuflucht im Krieg der Hüter zu machen. Dabei steht Max nicht nur ihr Misstrauen gegenüber der Hexe im Weg, sondern auch die Spannungen innerhalb ihres Teams.

Die Shadowblades sind ebenso wie ihre "Gegenstücke", die Sunspears, deutlich dezimiert worden. Doch statt Zeit für ihre Trauer zu haben, müssen die Krieger trotz ihrer geringen Anzahl die Überlebenden von Hornblade schützen und mit der Anwesenheit der (bis vor Kurzem noch feindlichen) Engel fertigwerden. Obendrein entstehen Spannungen durch die ungeklärte Position, die Alexander in ihrer Mitte einnimmt, und das mysteriöse Schicksal, das Max durch den göttlichen Grenzwächter von Horngate droht. Auch für Max ist die ganze Situation zu viel. Je besser sie Alexander kennenlernt, desto mehr fühlt sie sich zu dem ehemaligen Primus hingezogen, doch die Tatsache, dass sie von Giselle dem göttlichen Grenzwächter versprochen wurde, hindert sie - ebenso wie ihre anderen Verpflichtungen - daran, ihre Gefühle zu sortieren und eventuell sogar auf Alexander zuzugehen.

Außerdem macht sich Max angesichts des aufziehenden Krieges Sorgen um ihre Familie. Diese hat sie zwar seit ihrer Verwandlung zur Shadowblade vor dreißig Jahren nicht mehr gesehen, aber das ändert nichts daran, dass ihr ihre Eltern und Geschwister am Herzen liegen. Als Giselle ihr einige Tage Zeit gibt, um ihre Familie in Sicherheit zu bringen, macht sich Max gemeinsam mit Alexander auf den Weg durch eine Welt, die durch den Einfluss der Hüter langsam aus den Fugen gerät. Objektiv gesehen geschieht in "Schwarzes Feuer" nicht viel mehr, als dass Max und Alexander diverse Hindernisse überwinden müssen, um zu Max früherem Zuhause zu gelangen und zu versuchen, ihre Familie zu retten. Doch Diana Pharaoh Francis nutzt diese lange Reise, um nicht nur den beiden Protagonisten mehr Tiefe und Hintergrund zu verleihen, sondern auch weitere faszinierende Details zu ihrer fantastischen Welt zu präsentieren.

Obwohl die Idee rund um die Hexenzirkel, die Shadowblades und die Hüter von Anfang an reizvoll war, gewinnt die "Shadowblade"-Reihe durch diese weiteren Elemente an Faszination für den Leser. Alexander, der im ersten Band sehr passiv und angepasst wirkte, bekommt nun endlich ein paar Ecken und Kanten, die ihn für den Leser greifbarer machen. Sehr schön ist es auch, wie die Autorin die ersten Begegnungen zwischen den Shadowblades und Menschen, die nichts von der magischen Seite ihrer Welt wissen, beschreibt. Durch die Auswirkungen der ersten Angriffe der Hüter lässt sich die Existenz des Übernatürlichen nicht mehr verheimlichen, sodass Max und Alexander nun nicht nur gegen magische Wesenheiten, sondern auch gegen die Unwissenheit und Feindseligkeit einiger Menschen angehen müssen.

So spannend das alles geschrieben ist und so viele actionreiche Kämpfe Max und Alexander auch zu überstehen haben, um an ihr Ziel zu gelangen, so sind es doch letztlich die kleinen Momente und Szenen, die dafür sorgen, dass die Geschichte noch eine Weile im Leser nachklingt. Stand in "Dunkle Fesseln" Max' Verhältnis zu Giselle im Mittelpunkt, geht es jetzt um die persönlichen Beziehungen der Shadowblade. Während die Passagen mit Alexander unübersehbar im Vordergrund ablaufen, werden die Szenen rund um die Familie von Max lange Zeit eher nebenbei eingeflochten, obwohl sie sehr viel über die Kämpferin und ihre Persönlichkeit aussagen. So bildet "Schwarzes Feuer" eine spannende und ungewöhnliche Geschichte aus fantastischen, emotionalen und actionreichen Elementen, bei der man nicht nur wegen des fiesen Cliffhangers am Ende auf eine weitere Fortsetzung hinfiebert.

Fazit:

Auch "Schwarzes Feuer", der zweite Band der "Shadowblade"-Reihe von Diana Pharaoh Francis, präsentiert dem Leser eine unterhaltsame und spannende Mischung aus einer ungewöhnlichen fantastischen Welt, reizvollen Protagonisten und actionreichen Momenten, in denen die Shadowblade Max und ihr Kollege Alexander regelmäßig um ihr Leben fürchten müssen. Die Autorin lässt sich Zeit, um die inneren Kämpfe von Max darzustellen, ohne dass die Spannung unter diesen ruhigeren Momenten leidet. Hinzu kommen noch rasante Entwicklungen beim Krieg der Hüter, interessante neue Details zur fantastischen Welt und ein Cliffhanger, der den Leser dazu animiert, wilde Vermutungen über die Zukunft von Max anzustellen.
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