Detektiv Conan 76 
Comics: Manga Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 14. Oktober 2013

Detektiv Conan 76

Autor: Gosho Aoyama
Zeichner: Gosho Aoyama

Originaltitel: Meitantei Conan Vol. 76
76. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: August 2013
ISBN: 978-3-7704-7957-3
Preis: 6,50 EUR

192 Seiten
Inhalt
8.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.0

Wertung:
8.0
von 10
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Zum Inhalt:

Toru Amuro arbeitet ja seit Kurzem auf eigenen Wunsch als Kogoro Moris Assistent, und da die Oberschul-Detektivin Masumi Sera auch noch mitmischt, wird die Geschichte von "Detektiv Conan" ab jetzt regelrecht vorangetrieben! Was steckt wirklich hinter dem aktuellen Fall, der von der Schwarzen Organisation überschattet wird?

Meinung:

Auch im 76. "Detektiv Conan"-Band setzt Gosho Aoyama - wie schon im vorherigen Teil der Reihe - mehr auf die zwischenmenschlichen Momente als auf den Kriminalfall, allerdings kommt dieses Mal die Spannung nicht zu kurz. Vor allem die Ermittlungen, die mit einem fehlgeschlagenen Treffen im Restaurant Columbo beginnen, bieten überraschende Momente für den Leser und ein paar kritische Augenblicke für Conan. Doch vor allem nutzt Gosho Aoyama diesen Fall, um einmal all die neuen Detektive rund um Conan und Kogoro Mori auftreten zu lassen.

Dabei beginnt die Handlung recht alltäglich damit, dass Kogoro Mori einen Termin mit einem potenziellen Klienten wahrnehmen möchte. Dieser Klient hat von seinem Bruder einen Schließfachschlüssel geerbt und möchte nun herausfinden, zu welchem Schließfach besagter Schlüssel gehört. Da der potenzielle Kunde bereit ist, gut zu zahlen, ist Kogoro sogar ausnahmsweise einmal recht motiviert. Dennoch ärgert es den berühmten Detektiv, dass sein Auftraggeber kurzfristig den Ort des Termins von der Detektei in ein nahe gelegenes Restaurant verlegt, um ihn dort dann doch zu versetzen. Die richtige Überraschung erwartet Kogoro, Ran, Conan und Toru Amuro, der die drei in seiner Eigenschaft als Kogoros Praktikant begleitet, aber bei ihrer Rückkehr in die Detektei.

Dort finden sie nicht nur eine gefesselte Frau vor, sondern auch ihren Entführer, der anscheinend in Panik geriet und sich selbst erschoss. Im Laufe der Ermittlungen wird Conan entführt, was dafür sorgt, dass nicht nur Kogoro und sein Praktikant sich auf die Suche nach dem Jungen machen, sondern auch der geheimnisvolle Subaru mit Professor Agasa und Ai sowie die impulsive Schülerdetektivin Masumi Sera. Dieser Überschuss an Detektiven schien im vorherigen Band noch schädlich für den weiteren Handlungsverlauf zu sein, doch es gelingt Gosho Aoyama am Ende dieses Falles durch eine kleine Szene, neue Spannung aufzubauen und nicht nur die Männer in Schwarz, sondern auch ihre Gegner wieder ins Spiel zu bringen.

Nach einem so fesselnden Auftakt dieses Bandes kann der nächste Fall, bei dem die Detective Boys gemeinsam mit Professor Agasa zum Grillen eingeladen wurden, nicht ganz so überzeugen. Während des Essens bekommen die Kinder mit, dass ihre Gastgeber keine harmonische Ehe führen. Trotzdem scheint es auf den ersten Blick ein Unfall zu sein, als Frau Konno von ihrem Mann bei einem Streit niedergestochen wird. Natürlich kommt Conan und Ai die Sache merkwürdig vor, und so nimmt eine leider etwas vorhersehbare Handlung ihren Lauf. Dafür läuft der Mangaka bei der letzte Geschichte dieses Bandes, in der der sympathische Inspektor Takagi entführt wird, wieder zur Höchstform auf.

Eigentlich hatte sich Inspektor Takagi für einen Tag beurlauben lassen, um eine wichtige persönliche Angelegenheit zu erledigen. Doch als er nicht wie erwartet seinen Dienst antritt, machen sich seine Kollegen Sorgen. Noch größer werden ihre Befürchtungen, als ein Unbekannter den Detective Boys ein Päckchen in die Hand drückt, das beweist, dass Takagi entführt wurde. Nun läuft dem jungen Polizisten die Zeit davon, während Sato alle Hebel in Bewegung setzt, um ihren Freund und Kollegen zu retten. Diese Episode ist nicht nur spannend, weil der Leser die ganze Zeit um Takagis Leben bangen muss, sondern auch deshalb, weil man sich lange Zeit fragt, was der Inspektor an seinem freien Tag für ein geheimnisvolles Vorhaben verfolgt hat. Neben all den bangen Momenten bietet diese Geschichte auch einige amüsante Szenen rund um die Beziehung zwischen Takagi und Sato.

So ist diese Fortsetzung der "Detektiv Conan"-Reihe - trotz des etwas schwächeren zweiten Falls - besonders unterhaltsam geraten und die Frage, ob Takagi aus seiner misslichen Situation unbeschadet gerettet werden kann oder vielleicht doch von Gosho Aoyama zugunsten der Handlung geopfert wird, lässt einen auf den weiteren Verlauf der Geschichte hinfiebern. Zeichnerisch beweist der Mangaka wieder sein Auge für Details. Dank des geschickten Einbaus von Hinweisen kann man als Leser jederzeit mitermitteln, ohne dass einem die Lösung des Falls zu leicht gemacht wird. Zusätzlich konnte der Mangaka in diesem Band seiner Vorliebe für actionreiche Szenen frönen und eine rasante, spannende und unterhaltsame Verfolgungsjagd einbauen.

Fazit:

Es ist immer wieder bemerkenswert, wie Gosho Aoyama es auch im 76. "Detektiv Conan"-Band schafft, Conans Ermittlungen spannend zu präsentieren. Trotz eines nicht ganz so überzeugenden Mittelteils beweist der Mangaka mit den anderen beiden Geschichten - in denen einmal Conan, ein anderes Mal Takagi entführt wird - erneut, dass er fesselnde, amüsante und herausfordernde Kriminalfälle entwerfen kann. Da benötigt es nicht einmal den Hinweis auf die Schwarze Organisation und den fiesen Cliffhanger am Ende dieses Manga, um den Leser ungeduldig auf die Fortsetzung der Serie hinfiebern zu lassen.
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