Magnolia Steel 1: Hexendämmerung 
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 23. September 2012

Magnolia Steel: Hexendämmerung

1. Band der Reihe

Untergenre: Fantasy
Verlag: Boje
Erschienen: Februar 2012
ISBN: 978-3-414-82326-7
Preis: 12,99 EUR

333 Seiten
Inhalt
6.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.2

Wertung:
6.2
von 10
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Zum Inhalt:

Was tun, wenn man mit dreizehn Jahren urplötzlich erfährt, dass man eine Hexe ist? Magnolia fällt aus allen Wolken, als ihre Tante Linette sie in dieses Familiengeheimnis einweiht. Bisher hatte sie sich immer für ein durchschnittliches Mädchen gehalten. Doch nun gerät ihre Welt plötzlich ins Wanken. Der unheimliche Graf Raptus, ein dunkler Magier, bedroht Rauschwald und trachtet ihr nach dem Leben. Höchste Zeit also, dass Magnolia in das Hexenhandwerk eingeführt wird, denn um den Grafen zu besiegen, wird jede Hexe gebraucht ...

Meinung:

Sabine Städing hat mit ihrem Debütroman "Magnolia Steel: Hexendämmerung" eine wirklich unterhaltsame Geschichter für Leser ab zehn Jahren geschaffen. Hauptfigur des Buches ist die dreizehnjährige Magnolia Steel, deren Mutter für ein Jahr beruflich nach Amerika geht. Deshalb wird Magnolia in dem kleinen Ort Rauschwald bei ihrer (Groß-)Tante Linette abgeliefert, wo sie während der Abwesenheit ihrer Mutter bleiben soll, obwohl sie ihre Verwandte überhaupt nicht kennt. Schon der erste Blick auf Tante Linette und ihr ungewöhnliches Häuschen mit dem Namen "Regenfass" schreckt Magnolia ab, und auch der exzentrische Charakter der Tante macht es dem Mädchen anfangs nicht leicht, sich einzugewöhnen.

Vor allem spürt Magnolia, dass ihre Tante ihr irgendetwas verschweigt. Immer wieder kommt es zu seltsamen Vorfällen im Haus, und wenn das Mädchen nachfragt, will Tante Linette nichts Ungewöhnliches gesehen oder gehört haben. So dauert es eine ganze Weile, bis Magnolia herausfindet, dass die Tante eine Hexe ist und all die rätselhaften Ereignisse auf Magie zurückzuführen sind. Aber auch Magnolia hat die magische Begabung der Familie geerbt und darf nun jeden Nachmittag nach der Schule extra Unterricht nehmen, um den Umgang mit Zaubersprüchen und anderen übernatürlichen Dingen zu erlernen.

In "Hexendämmerung" konzentriert sich die Autorin vor allem auf die eher alltäglichen Begebenheiten, die den Unterschied zwischen dem normalen Leben einer dreizehnjährigen Schülerin und dem einer kleinen Hexe mitsamt Hexen-Tante ausmachen. So steht zwar immer wieder die Bedrohung durch den unheimlichen Grafen Raptus, der es schon seit Jahrzehnten auf die übernatürlichen Wesen abgesehen hat, im Raum, aber vor allem erzählt Sabine Städing von den vielen kleinen und ungewöhnlichen Momenten in Magnolias Leben. So kabbelt sich Magnolia regelmäßig mit einer eingebildeten Mitschülerin, lernt Zwerge, Kobolde und andere magische Wesen kennen und begeht ihre ersten Schritte auf dem Weg zu einer richtigen Hexe. Einzig Magnolias Verliebtheit in den Schulschwarm Leander wirkt etwas sehr aufgesetzt, vor allem, da das Mädchen in der gesamten Geschichte gerade mal drei Sätze mit dem älteren Jungen wechselt.

Das alles mag nicht besonders aufregend klingen, ist aber sehr unterhaltsam und liebevoll beschrieben und eignet sich sogar als Lektüre für eher ängstliche Kinder. Allein die Prüfungen, die Magnolia vor ihrer Hexenweihe bestehen muss, und der Höhepunkt der Handlung rund um den Grafen und die verschwundenen Menschen von Rauschwald sorgen für Spannung, obwohl man auch hier schon früh ahnen kann, dass am Ende alles gut ausgehen wird. Alle weiteren Szenen bezaubern durch atmosphärische Details, amüsante Momente oder fantastische Ideen, die sich stimmig in unsere "normale" Welt einfügen. So entfaltet "Hexendämmerung" trotz des modernen Settings einen überraschend altmodischen, aber ungemein angenehmen Charme und weckt im Leser schnell den Wunsch, auch einmal gemeinsam mit Magnolia und Linette den Tag im "Regenfass" verbringen zu können.

Fazit:

Mit "Hexendämmerung" hat Sabine Städing eine wirklich nette und unterhaltsame Geschichte rund um die dreizehnjährige Magnolia Steel geschaffen, die durch ihre (Groß-)Tante Linette in die Welt der Hexen eingeführt wird. Dabei existiert zwar von Anfang an eine Bedrohung durch den unheimlichen Graf Raptus, aber wirklich spannend ist die Handlung selten. Stattdessen bietet dieser Roman wunderbar atmosphärische Szenen, witzige Momente - vor allem mit Tante Linette - und liebevoll ausgearbeitete fantastische Details, die für eine stimmige Verschmelzung der realen Welt mit den verschiedenen magischen Elementen sorgen, die sich die Autorin ausgedacht hat.
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