Kami Kami Kaeshi 02 
Comics: Manga Fantasy & Sci-Fi
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 9. Juni 2013

Kami Kami Kaeshi 02

Autor: Ema Toyama
Zeichner: Ema Toyama

Originaltitel: Kami Kami Kaeshi Vol. 2
Übersetzt von: Claudia Peter

2. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: März 2013
ISBN: 978-3-770-47962-7
Preis: 6,50 EUR

176 Seiten
Inhalt
7.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
7.5

Wertung:
7.5
von 10
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Zum Inhalt:

Mashiro ist eine Miko, die das Shinto-Ritual "Kami Kami Kaeshi" übernommen hat und deshalb einsperrt wurde. Um endlich frei zu sein, entflieht sie ihrem Zimmer. Aber kurz darauf wird sie von ihrem Verfolger Midori, dem "Haarschneider" und Sprössling des Hauptstammes der Kamitsuka-Familie, angegriffen. Zu ihrem Glück taucht just in diesem Moment Takemika, der Kami der Schwerter, auf.

Meinung:

Nachdem die junge Mashiro dreizehn Jahre in einem kleinen Raum auf dem Anwesen der Kamitsuka-Familie verbracht hat, gelingt ihr mit Hilfe des Feuergottes Hinokagu die Flucht vom Familienanwesen. Nach so lange Zeit unter der gefühllosen Herrschaft ihrer Tante und ohne Kontakt zur Außenwelt ist Mashiro unglaublich unwissend und naiv und stolpert immer wieder in Situationen, die sie nicht einschätzen kann. Während ihr Haarbürster Hayate, der ihr gefolgt ist, sie am liebsten wieder einsperren möchte, damit Mashiro keiner Gefahr ausgesetzt wird, bestärkt Hinokagu das Mädchen in seiner Neugier auf die Welt. Zuflucht finden die drei in einem schäbigen Schrein, der dem Feuergott gewidmet ist und der in den dreizehn Jahren, die der Gott in Mashiros Haaren verbracht hat, seine Anhänger verloren hat.

In diesem Schrein lebt ein älterer Priester, der Hinokagu erkennt und deshalb seine Enkelin Asagi.dazu überredet, sich um die Besucher zu kümmern. Begeistert ist Asagi von der neuen Aufgabe nicht, aber trotzdem nimmt sie Mashiro unter ihre Fittiche. Dennoch wird es für Mashiro gefährlich, als ihr Cousin Midori sie aufspürt und im Auftrag der Familie eliminieren will. Der "Haarschneider" Midori gehört zu den wenigen Menschen, die in der Lage sind, einen Kami zu vernichten, und hätte keine Hemmungen, Mashiro mit seinen besonderen Fähigkeiten zu töten. In ihrer Not ruft die unerfahrene Miko einen weiteren Gott aus ihren Haaren zu Hilfe - Takemika, den Kami der Schwerter -, der sich von diesem Moment an ebenfalls berufen fühlt, Mashiro zur Seite zu stehen.

Außerdem warten einige Herausforderungen auf das Mädchen, bei denen ihm die Götter nicht zur Seite stehen können. Nachdem Mashiro mitbekommt, dass Asagi jeden Tag zur Schule geht (und wie unwissend sie im Vergleich zu dem gleichaltrigen Mädchen ist), will auch sie dieses Stück Normalität für sich entdecken. Dass sie sowohl mit ihrer geringen Größe (trotz ihrer sechzehn Jahre hat sie - dank des Kami-Kami-Kaeshi-Rituals - das Äußere eines kleinen Mädchens) als auch mit ihrer Naivität bei den Mitschülern für Erstaunen sorgt, hat sie dabei nicht bedacht. So kann Mashiro ihren Schultag nicht so genießen, wie sie es sich erhofft hatte, weil ihr jede Minute bewusster wird, wie sehr sie sich doch von anderen Jugendlichen unterscheidet.

Auch beim zweiten "Kami Kami Kaeshi"-Band setzt Ema Toyama das kindliche Äußere von Mashiro und ihrer Unerfahrenheit in einen reizvollen Kontrast zu ihrer Entschlossenheit, für die Kami in ihren Haaren da zu sein. Dabei wird immer deutlicher, dass das Mädchen so von Pflichtgefühl erfüllt ist, dass sie kaum in der Lage ist, auch nur einen einfachen Wunsch für sich selbst zu äußern. Umso schöner ist es mitzuerleben, wie Mashiro all die Dinge entdeckt, die für den Leser alltäglich, für sie aber neu und unbekannt sind. Nebenbei sorgen Hayate, Hinokagu und Takemika für überaus amüsante Szenen, während sie sich kabbeln oder versuchen, sich gegenseitig auszustechen, wenn es um Mashiros Schutz geht. Richtig spannend wird es am Ende dieses Bandes, als eine weitere neue Figur aus dem Umkreis von Mashiros Familie auftaucht und das Mädchen angreift.

Zeichnerisch setzt Ema Toyama auf bewährte Elemente. Die kleine Mashiro ist einfach nur zuckersüß und niedlich dargestellt, während mit den männlichen Figuren an ihrer Seite drei attraktive Typen präsentiert werden, die jeden schwärmerischen Mädchengeschmack abdecken sollten. Außerdem bildet die burschikose und dunkle Asagi nicht nur von ihrem Naturell her, sondern auch farblich einen hübschen Kontrast zu der in hellen Tönen präsentierten Mashiro. Sehr schön ist es auch, dass die Mangaka jeder Figur schon beim ersten Auftritt sehr individuelle Züge verpasst, so dass die Charaktere einen hohen Wiedererkennungswert haben - was bei der langen Spanne zwischen den Veröffentlichungen wirklich von Vorteil ist.

Fazit:

Wer einen Manga von Ema Toyama kauft, der kann damit rechnen, dass er selbst bei einer fantastischen Grundidee die bewährten Grundelemente vorfinden wird, die die Geschichten der Mangaka so unterhaltsam machen. Während die Handlung abwechselnd niedliche und komische Szenen präsentiert, bekommt der Leser optisch eine bezaubernde und naive Mashiro gezeigt, die von attraktiven Männern (bzw. Kami) umgeben ist, die sie beschützen wollen. Dabei sorgen vor allem die ansprechenden Zeichnungen und sympathischen Charaktere für einen großen Unterhaltungswert, so dass "Kami Kami Kaeshi" auch ohne innovative Elemente schön zu lesen ist.
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