Code:Breaker 07 
Comics: Manga Horror & Mystery
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 14. Oktober 2012

Code:Breaker 07

Zeichner: Akimine Kamijyo

Originaltitel: Code:Breaker Vol. 07
Übersetzt von: Björn Oke Maas

Reihe: Code:Breaker
7. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Mai 2011
ISBN: 978-3-7704-7434-9
Preis: 6,50 EUR

192 Seiten
Inhalt
6.0
Zeichnungen
7.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.8

Wertung:
6.8
von 10
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Zum Inhalt:

Was ist Yukis großes Geheimnis?
Heike verliert seine Fähigkeit, das Licht zu beherrschen ...
... und Ogami findet endlich den Gesuchten!

Meinung:

Der Kampf gegen Lily und die anderen Anhänger des Gesuchten im sechsten Band der Reihe hat nicht nur gezeigt, wie sehr Sakuras warmherzige Art die Code:Breaker inzwischen beeinflusst hat, sondern auch eine weitere Eigenschaft des Mädchens hervorgebracht. Sie ist als "besonderes Exemplar" in der Lage, die gefährlichen Fähigkeiten der Code:Breaker auszuschalten, kann sich dabei abre auch überanstrengen und schrumpft in diesem Fall auf Püppchengröße.

Doch im Gegensatz zu den Code:Breakern verwandelt sich Sakura nicht von selbst wieder zurück in ihre normale Gestalt, wenn sie sich erholt hat, sondern benötigt dafür besondere Hilfe. So muss der Code:Breaker Masaomi Heike seinen Kollegen enthüllen, dass noch ein weiteres seltenes Exemplar bekannt ist: der Vorsitzende des Schülerrats an der Oberschule. Ihm gelingt es auf seine ganz eigene Art, Sakura zu helfen, wobei er den Code:Breakern, die ihm bislang noch nicht begegnet waren, so einige Rätsel aufgibt. Er weiß nicht nur von ihnen und der Organisation, für die sie arbeiten, sondern kennt anscheinend auch den Gesuchten persönlich. Dabei ist es ihm wichtig, weder für die Code:Breaker noch für die Re-Codes, die unter der Führung des Gesuchten agieren, Partei zu ergreifen.

Auch mit dem siebten Band der "Code:Breaker"-Serie gelingt es Akimine Kamijyo wieder, überraschende Wendungen in die Geschichte einzubauen. Allerdings wird die Figur des Vorsitzenden viel zu häufig für überzogene humorvolle Momente genutzt, um als Charakter wirklich zu funktionieren. Sowohl seine Neigung, im Kostüm herumzulaufen, als auch die vielen - zum Teil eher peinlichen - Szenen rund um seine Person lenken zu sehr von der eigentlichen Geschichte ab. Dabei präsentiert Akimine Kamijyo in diesem Manga endlich weitere Details zu Sakuras Vorgeschichte und Fähigkeiten und zeigt auch mehr über die bislang so mysteriöse Person des Gesuchten.

Außerdem bekommt der Leser hier zum ersten Mal ausführlichere Szenen mit den skrupellosen Re-Codes zu sehen, die sich dem Gesuchten angeschlossen haben und mit ihm gegen die Organisation "Eden" vorgehen. Auch unter ihnen gibt es einige ungewöhnliche Talente, die Ogami und den anderen Code:Breakern ganz schön zu schaffen machen. Hier wird auf reizvolle Weise deutlich, dass jede Code:Breaker-Fähigkeit auch ihre Schwachstellen hat und sehr bewusst eingesetzt werden muss. Solche Szenen lassen einen auch gern darüber hinwegsehen, dass es in dieser Serie immer wieder zu Momenten kommt, in denen sehr locker (selbst angesichts des fantastischen Hintergrunds der Code:Breaker) mit physikalischen Gesetzmäßigkeiten umgegangen wird.

Insgesamt kann die Handlung in diesem Manga aufgrund der Unausgewogenheit zwischen den heiteren und belanglosen Szenen auf der einen und der ernsthaften Fortsetzung der Geschichte auf der anderen Seite nicht so sehr überzeugen wie die vorhergehenden Teile der Serie. Auch der Blick auf Yukis Alltagsleben wirkt eher wie ein Versuch, Seiten zu schinden, und weniger wie eine überzeugende Darstellung des Hintergrunds eines der Code:Breaker. Zusätzlich enttäuscht Akimine Kamijyo den Leser damit, dass zwei eigentlich gefährliche Situationen sich ohne jegliche Erklärungen von selbst lösen und so Spannung aus der Handlung genommen wird, bevor sie noch richtig aufgebaut werden konnte.

Auch zeichnerisch machen sich die vielen überzogenen Szenen eher negativ bemerkbar. Obwohl es immer wieder zu wirklich schön gezeichneten dramatischen Momenten kommt, in denen Gestik und Mienenspiel der jeweiligen ernsthaften Situation entsprechen, wird dieser Eindruck immer wieder von der Figur des Vorsitzenden und anderen übertriebenen Darstellungen überlagert. Immerhin verspricht der erste längere Auftritt der Re-Codes eine reizvolle und aufregende Entwicklung der Geschichte für die kommenden Bände.

Fazit:

Obwohl durch die Einführung der Re-Codes spannende Gegner für die Code:Breaker in der Handlung auftauchen, kann der siebte "Code:Breaker"-Band nicht so sehr überzeugen wie die vorhergehenden Teile der Serie. Akimine Kamijyo lässt sich viel zu oft von "amüsanten" Situationen und skurrilen Figuren wie dem Vorsitzenden des Schülerrats der Oberschule von der eigentlichen Geschichte ablenken. Das führt nicht nur dazu, dass potenziell spannende Szenen enttäuschend aufgelöst werden, sondern verändert auch spürbar die Grundstimmung des Manga. Für die kommenden Bände bleibt zu hoffen, dass Akimine Kamijyo sich mehr auf die actionreichen und überraschenden Momente der Handlung konzentriert und die humorvollen Zwischenspiele dann nur noch zur Auflockerung der eigentlich ernsten Geschichte verwendet.
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