Die Sturmkönige 3: Glutsand 
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Konstanze Tants   
Dienstag, 18. September 2012

Die Sturmkönige 3: Glutsand

3. Band der Reihe

Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: April 2011
ISBN: 978-3-404-16022-8
Preis: 9,99 EUR

477 Seiten
Inhalt
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Zum Inhalt:

In einem Ozean aus geschmolzenem Sand, tief in den südlichen Wüsten, liegt die Ruinenstadt Skarabapur. Dort, wo alle Wunschmacht zusammenfließt, planen die Dschinne ihren Sieg über die Menschheit. Tarik und Sabatea stoßen auf ihren fliegenden Teppichen ins Zentrum der Dschinninvasion vor. Gemeinsam mit dem Magier Khalis, dem Ifritjäger Almarik und den Dieben Nachtgesicht und Ifranji wollen sie das Rätsel des Dritten Wunsches lösen. Ihnen bleibt nicht viel Zeit, denn die Dschinne ziehen in die Schlacht um Bagdad - und ein neuer, unbekannter Gegner beschwört die Allmacht der Stürme ...

Meinung:

"Glutsand" ist der abschließende Band der "Sturmkönige"-Trilogie von Kai Meyer. Nachdem sich Tarik und Sabatea zusammen mit Khalis (dem Magier des Kalifen), dem Byzantiner Almarik und den Geschwistern Nachtgesicht und Ifranji auf die Suche nach der legendären Stadt Skarabapur gemacht hatten, traf die kleine Gruppe an einer Oase auf den verloren geglaubten Junis. Dieser hatte Maryam aus der Schlacht zwischen den Sturmkönigen und den Dschinn retten können, nur um dann mitzuerleben, wie die ehemalige Geliebte seines Bruders aufgrund ihrer Verletzungen starb. Während Junis trauert, muss Tarik zu seinem Bedauern feststellen, dass er inzwischen nichts mehr für Maryam empfindet, obwohl er sich sechs Jahre lang nach ihr sehnte.
 
Junis überredet die kleine Gruppe,Maryams Leiche zu Atalis, der Tochter des Magiers, in den Honigsarg zu stecken, in der Hoffnung, dass der Dritte Wunsch sie wieder zum Leben erwecken kann. Dabei wagt kaum einer der Reisenden überhaupt zu hoffen, dass sie Skarabapur - und somit den Dritten Wunsch - letztendlich erreichen werden. Ihnen allen ist bewusst, wie gefährlich die südliche Wüste, selbst mit einem Führer wie Nachtgesicht, schon unter normalen Umständen ist. Ein solches Abenteuer in Angriff zu nehmen, während die Dschinn gegen die Menschen kämpfen, scheint erst recht eine reine Selbstmordaktion zu sein. Und während Tarik sich auf die Suche macht, wendet sich Junis der Schlacht um Bagdad zu, in der Hoffnung, Jibril aus der Gefangenschaft der Dschinn befreien zu können.

Nahtlos schließt Kai Meyer mit "Glutsand" an die Ereignisse in "Wunschkrieg" an und lässt den Leser so jede Etappe der abenteuerlichen Reise durch die Wüste miterleben. Tarik und seine Gefährten müssen nicht nur in dieser unwirtlichen Umgebung überleben, sondern sich auch gegen diverse Angriffe der Dschinn sowie neuer Gegner zur Wehr setzen. Diese Voraussetzung bietet dem Autor wieder so manche Gelegenheit zu spannenden Actionszenen, in denen der Leser um das Leben der verschiedenen Charaktere bangen muss. Aber auch die Ereignisse rund um Bagdad, wo Junis sich mit der Falkengarde verbündet, um Maryams Traum Wirklichkeit werden zu lassen, lassen dem Leser keine Gelegenheit zum Atemholen.

Zum ersten Mal in dieser Trilogie vermittelt Kai Meyer dem Leser das Gefühl, dass seine Hauptfigur Tarik das gesamte Buch hindurch schlüssig und wie ein reifer Erwachsener handelt. Angesichts der allgegenwärtigen Bedrohungen und der zerbrechlichen Bündnisse, die in seiner Reisegruppe herrschen, ist es der junge Mann, der dafür sorgen muss, dass seine Gefährten die Hoffnung nicht aufgeben und das Ziel am Ende ihres gefahrvollen Weges nicht aus den Augen verlieren. Und auch bei den anderen Charakteren kann der Autor bei der Entwicklung der Charaktere, ihren Motiven und ihren Handlungen durchgehend überzeugen, was spürbar zur Atmosphäre des Romans beiträgt.

Einzig die philosophischen Fragen gegen Ende der Geschichte, bei denen es um die Beweggründe ihrer Gegenspieler geht, erzeugen im Leser manchmal das Gefühl, dass Kai Meyer seine Figuren zu objektiv und zu verständnisvoll agieren lässt, angesichts all des Schrecklichen, was sie schon erlebt und gesehen haben. Aber dieser kleine Kritikpunkt nimmt der Geschichte nichts von ihrer Spannung, ebenso wenig wie die hier und da vorhersehbaren Wendungen in der Geschichte. Dazu sorgen zusätzlich noch all die fantastischen Einfälle sowie die zahlreichen Anspielungen auf popkulturelle Klassiker, wie man sie von diesem Autor schon gewohnt ist, und die überraschende Auflösung für ein ungewöhnliches und sehr unterhaltsames Lesevergnügen.

Fazit:

Mit "Glutsand" findet die "Die Sturmkönige"-Trilogie von Kai Meyer einen rasanten und stimmigen Abschluss. Sowohl die gefahrvolle Suche der Gefährten nach der legendären Ruinenstadt Skarabapur und die Kämpfe rund um Bagdad als auch der emotionale Showdown sorgen für einen hohen Spannungsgrad. Aber auch die Entwicklungen der verschiedenen Charaktere können den Leser zufrieden stellen, ebenso wie die eher leiseren Momente, in denen sich die Figuren Gedanken über die Motive ihrer Gegenspieler machen oder - angesichts der vielfältigen Gefahren - kaum wagen, an ihrer eigene Zukunft zu denken. Bei so einer gelungenen Geschichte fällt es kaum ins Gewicht, dass ein paar Handlungsentwicklungen schon relativ früh abzusehen sind und dass einige der Gefährten gegen Ende des Romans ein überraschendes Verständnis für ihre Gegner entwickeln.
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