Mirai Nikki 05 
Comics: Manga Allgemeines
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 8. Juli 2012

Mirai Nikki 05

Autor: Sakae Esuno
Zeichner: Sakae Esuno

Originaltitel: Mirai Nikki Vol. 5
Reihe: Mirai Nikki
5. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Juni 2012
ISBN: 978-3-7704-7558-2
Preis: 7,50 EUR

212 Seiten
Inhalt
7.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
7.5

Wertung:
7.5
von 10
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Zum Inhalt:

Im Kampf ums Überleben müssen die Tagebuchträger Yukiteru und Yuno einen schweren Verrat verkraften. Ihr bisheriger Verbündeter Nr. 4, Polizeikommissar Kurusu, will nun doch ein Gott werden und beschließt, die beiden aus dem Weg zu räumen. Rasch wird das Paar zu Geächteten, wie Schwerverbrecher gejagt von der Polizei. Ohne fremde Hilfe haben sie keine Chance ...

Meinung:

Nachdem Yukiteru und Yuno im vierten Band von "Mirai Nikki" nur knapp den Angriff der mörderischen Hunde überlebt haben, grübelt Yukki nun über das Geschehene nach. Er ist sich sicher, dass er kurz vor dem Tod von Hinatas Vater (der die Hunde auf die Kinder hetzte) gehört hat, dass dieser mit Nr. 4 geredet hätte. Doch hinter der Nr. 4 der Tagebuchbesitzer verbirgt sich Kommissar Keigo Kurusu, der mit Yukki und Yuno eine Vereinbarung eingegangen ist, da er sein Zukunftstagebuch nur nutzen wollte, um Verbrecher zu jagen - und die beiden Schüler zu beschützen.

Aber auch sein Verhältnis zu Yuno beschäftigt Yukki. Das Mädchen hat ihm in den vergangenen Wochen immer wieder das Leben gerettet, macht ihm aber auch regelmäßig aufgrund ihres labilen Seelenzustandes Sorgen. Und seitdem er sie vor seinen neuen Mitschülern als seine Freundin bezeichnet hat, klammert sich Yuno nur noch mehr an ihn. Doch erst der Besuch einer Veranstaltung rund um das Thema Hochzeit bringt Yukki dazu, seine Beziehung zu Yuno für sich zu klären.

Währenddessen schnüffelt der Schülerdetektiv Aru Akise in Yunos Haus herum, auf der Suche nach den Leichen im Keller des Mädchen. Doch obwohl der Junge Yukki und Yuno manipuliert und versucht, mehr über ihre Geheimnisse herauszufinden, erweckt er nicht den Eindruck, als ob er ein Feind wäre. Bei Kommissar Kurusu hingegen wird im Laufe dieses Bandes deutlich, dass er wirklich die Fronten gewechselt hat, und so müssen die beiden Schüler vor ihrem ehemaligen Verbündeten - und seinen Polizisten - fliehen.

Sakae Esuno beherrscht auch in diesem Band wieder hervorragend das Spiel zwischen den ausgewogenen und ruhigen Momenten sowie den spannenden und gewaltreichen Actionszenen. Scheint die Geschichte anfangs noch sehr geruhsam voranzuschreiten, während die Figuren über das Erlebte sowie ihre Verbündeten und Feinde nachdenken, so steigert sich langsam die Spannung, bis es zu einem Showdown in einem Krankenhaus voller Patienten und Sprengstoff kommt.

Für Yukki und Yuno wird - ebenso wie für den Leser - dabei wieder einmal deutlich, dass die Schüler keinem der anderen Tagebuchträger wirklich vertrauen können. Bei einem Spiel auf Leben und Tod, an dessen Ende einer der Mitspieler zum Gott erhoben wird, werden ständig die Seiten gewechselt und die kurzzeitig Verbündeten von ihren Feinden gegeneinander ausgespielt. Trotzdem gibt es immer wieder Momente, in denen selbst der hartgesottenste Gegner weich wird und sich kurzentschlossen auf die Seite der vermeintlich Schwachen stellt.

So gibt es in der Handlung von "Mirai Nikki" immer wieder überraschende Wendungen und Bündnisse, die den Leser zu Spekulationen anregen, während man über die Motive und Reaktionen der verschiedenen Figuren nachdenkt. Auch tauchen immer häufiger Nebenfiguren auf, die mit diesem tödlichen Spiel nichts zu tun haben und trotzdem in die Ereignisse rund um die übernatürlichen Journale verwickelt werden. Auf diese Weise erweitert Sakae Esuno - trotz der diversen Todesfälle - das Ensemble von "Mirai Nikki" und sorgt stets für unvorhersehbare Einflüsse auf Yukkis Leben.

Einziger Wermutstropfen in diesem Band sind die Motivation und das Timing von Kommissar Kurusu. Auch wenn es einen wichtigen Grund gibt, warum der Polizist auf einmal gegen seine ehemaligen Verbündeten vorgeht, so wird nicht überzeugend dargestellt, warum er so extrem handelt. Es gibt für ihn überhaupt keinen Grund, Yukki und Yuno so früh in der Geschichte anzugreifen, da die beiden keine Gefahr für seine Pläne darstellen. Bei einem Mann, der bislang als sehr beherrscht und voller Ehrgefühl beschrieben wurde, ist eine solche Entwicklung nicht nachvollziehbar und hätte vielleicht etwas langsamer und mit mehr Raffinesse eingeführt werden müssen.

Fazit:

Obwohl der vierte Band von "Mirai Nikki" nicht in allen Details überzeugen kann und vor allem die Figur des Kommissar Kurusu ein etwas unglaubwürdiges Verhalten an den Tag legt, wird die Geschichte von Sakae Esuno spannend weitergeführt. Je länger der tödliche Wettstreit um die Zukunftstagebücher geht, desto weniger können Yukki und Yuno den Personen in ihrer Umgebung vertrauen. Das führt für den Leser immer wieder zu überraschenden und fesselnden Wendungen, die - neben den emotionalen Momenten - einen großen Teil des Reizes dieser Serie ausmachen. Doch vor allem treibt einen nach Ende eines jeden Bandes die Neugier auf die weitere Handlungsentwicklung um und lässt einen höchst ungeduldig auf die nächste Veröffentlichung hinfiebern.
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