Mirai Nikki 04 
Comics: Manga Allgemeines
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 1. Juli 2012

Mirai Nikki 04

Autor: Sakae Esuno
Zeichner: Sakae Esuno

Originaltitel: Mirai Nikki Vol. 4
Reihe: Mirai Nikki
4. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: April 2012
ISBN: 978-3-7704-7557-5
Preis: 7,50 EUR

208 Seiten
Inhalt
8.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
7.9

Wertung:
7.9
von 10
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Zum Inhalt:

Nach der Zerstörung ihrer Schule müssen sich Yukiteru und Yuno an einer neuen Schule eingewöhnen. Yukiteru sieht darin seine große Chance, endlich neue Freunde zu finden, ganz zum Verdruss von Yuno, die Angst hat, ihren Schwarm zu verlieren. Zunächst läuft es für Yukiteru auch prima - aber kann er seinen neuen Freunden tatsächlich vertrauen?

Meinung:

Hatten sich Yukki und Yuno im dritten Band von "Mirai Nikki" noch gegen die Mordversuche des vierjährigen Reisuke zur Wehr setzen müssen, stehen die beiden nun vor neuen Herausforderungen. Da die Schule der beiden bei einem Anschlag der Attentäterin Minene Uryu (Nummer 9 der Tagebuchbesitzer) zerstört wurde, wurden die Jugendlichen inzwischen einer anderen Schule zugewiesen. So beginnt für Yukki ein neuer Alltag in einer für ihn unbekannten Klassengemeinschaft.

Obwohl der Junge wild entschlossen ist, endlich Freunde zu finden, muss er erst einmal die Schikanen von Oji Kosaka über sich ergehen lassen. Einzig seine neue Mitschülerin Hinata Hino und ihre Freundin Mao Nonosaka scheinen Yukki eine Chance geben zu wollen, obwohl Kosaka böse Gerüchte über ihn verbreitet. Und als die beiden Mädchen beschließen, dass sie nach der Schule einen Mordschauplatz besichtigen wollen, schließt er sich bereitwillig an. Gemeinsam mit Kosaka und Yuno machen sie sich auf in einen nahe gelegenen Park, wo sie von einer Meute Hunde angegriffen werden.

In der Hoffnung, dass sie dort Schutz vor den aggressiven Tieren finden, fliehen die Schüler - zusammen mit dem Schülerdetektiv Aru Akise - in einen Aussichtsturm. Dort wird Yukki und Yuno bewusst, dass einer der anderen ebenfalls Besitzer eines Zukunftstagebuchs sein muss und dass diese Person auch für den Angriff der Hunde verantwortlich ist. Während Yuno nur noch fliehen will, um ihren innig geliebten Yukki in Sicherheit zu bringen, versucht der Junge alles, um seine neu gewonnenen Freunde vor den mörderischen Tieren zu beschützen.

Lag in den vorhergehenden "Mirai Nikki"-Bänden der Schwerpunkt eher auf den Möglichkeiten, die die Zukunftstagebüchern ihren Besitzern bieten, setzt Sakae Esuno in diesem vierten Teil der Serie vor allem auf die Schwachpunkte der göttlichen Geräte. Obwohl auch schon vorher deutlich wurde, dass ein solches Journal nicht allmächtig und der Besitzer dementsprechend übertölpelbar ist, wird in dieser Geschichte besonders hervorgehoben, wie sehr es jemanden behindern kann, wenn er sich zu sehr auf die Vorhersagen verlässt. Dieses Spiel mit den Schwachstellen des Tagebuchs unterhält ebenso gut, wie einen die Hintergrundgeschichte hinter den Morden bedrückt.

Die zweifelhaften Motive der Tagebuchbesitzer rund um Yukki hingegen sorgen dafür, dass man die kommenden Bände der Reihe kaum erwarten kann. Keine der Personen - abgesehen von dem etwas naiven und ängstlichen Schüler - lässt sich einfach als gut oder böse bezeichnen. Selbst diejenigen, von denen der Leser dachte, dass er sie ganz gut einschätzen könnte, zeigen immer wieder unvorhersehbare Facetten, die einen großen Reiz dieser Geschichte ausmachen. Und sogar Yukki, der eigentlich ein schüchterner und lieber Junge ist, beweist im Laufe der Handlung, dass auch er andere manipulieren kann, wenn es darum geht, Menschenleben zu beschützen.

Eine weitere interessante Wendung in diesem Band ist, dass zum ersten Mal Personen, die nicht an dem Spiel auf Leben und Tod rund um die Zukunftstagebücher teilnehmen, von der Existenz dieser magischen Journale erfahren. Möglicherweise wird dies keinerlei Auswirkungen auf Yukki haben, aber eventuell wird es auch dafür sorgen, dass die Zahl seiner Feinde (oder vielleicht sogar Freunde) langfristig wächst. Außerdem wird erneut die Frage aufgeworfen, wie Yukki und Yuno am Ende mit der Situation umgehen sollen, wenn es dazu kommen sollte, dass nur sie beide das Spiel überlebt haben. Denn schließlich gehört zur Siegbedingung, dass ein Teilnehmer alle anderen Besitzer eines Tagebuchs ausgeschaltet haben muss.

Zeichnerisch hält Sakae Esuno das Niveau der vorhergehenden drei Bände, auch wenn die Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Parteien nicht so spektakulär wirken wie zum Beispiel der Kampf im Tempel, der in den Bänden 2 und 3 geschildert wird. Denn hier gibt es keine actionreichen Massenszenen oder fantasievollen Mordversuche, sondern ungewöhnliche Duelle zwischen jeweils zwei Gegnern, bei denen es mehr um Glück oder Moral als um Skrupellosigkeit geht. So muss sich Sakae Esuno in dieser Geschichte vor allem auf die Gefühlsregungen der Charaktere konzentrieren, was sehr gut gelingt. Körperhaltung und Mimik teilen dem Betrachter dabei mehr über Stimmung und Motivation der Figuren mit, als es die Sprechblasen je könnten, und verraten so, dass hinter den einzelnen Handlungen mehr steckt, als auf den ersten Blick ersichtlich ist.

Fazit:

Auch der vierte Band von "Mirai Nikki" ist wieder sehr spannend geraten. Dabei setzt Sakae Esuno dieses Mal weniger auf Action als auf ein psychologisches Duell zwischen zwei der beteiligten Figuren. Yukki hingegeben beweist wieder einmal, dass er trotz der vergangenen Vorfälle in erster Linie ein netter Junge ist, der sich sehnsüchtig einen Freundeskreis wünscht. Dieser Kontrast zwischen Yukki und seinen berechnenden und skrupellosen Gegenspielern sowie die Andeutungen bezüglich der Motive der verschiedenen Figuren und zukünftigen Handlungsentwicklungen lassen den Leser auch nach diesem Band wieder voller gespannter Neugier auf die weiteren Teile dieser Serie zurück.
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