Di[e]ce 1 
Comics: Manga Horror & Mystery
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 28. Mai 2012

Di[e]ce 1

Originaltitel: Di[e]ce Vol. 1
Übersetzt von: Monika Hammond

Reihe: Di[e]ce
1. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Mai 2012
ISBN: 978-3-7704-7745-6
Preis: 6,99 EUR

194 Seiten
Inhalt
7.0
Zeichnungen
7.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
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Zum Inhalt:

Kazuki Naruse und Haruki Kotake.
Am Morgen des 11. Novembers, ihres 16. Geburtstages, ändert sich ihre Welt.
The die is cast.
Die Würfel sind gefallen.
Ein unbarmherziges Spiel auf Leben und Tod hat begonnen.

Meinung:

Der Auftaktband der sechsteiligen Reihe "Di[e]ce" von Otho Saki und Kana Yamamoto wirft den Leser mitten ins Geschehen und lässt ihn am Ende erst einmal verwirrt und voller Neugier auf die kommenden Geschehnisse zurück. Dabei beginnt die Handlung ganz harmlos in einem Gamecenter, wo der fünfzehnjährige Kazuki Naruse wie ein Besessener versucht, seine Rekorde gegen einen geheimnisvollen Herausforderer namens Sion zu verteidigen. So engagiert ist Kazuki bei der Sache, dass er nicht einmal auf seinen Mitschüler Yuki Shirakawa hört, der ihn zurück in das Seitoko-Gymnasium bringen soll, weil er dort an diesem Tag bei einem wichtigen Basketball-Turnier mitspielt.

Einzig Kazukis bestem Freund Haruki Kotake, Schülersprecher des Seitoko-Gymnasiums, gelingt es, ihn an seine Pflichten zu erinnern und von den Videospielen zu trennen. Die beiden Jungen kennen sich schon seit frühester Kindheit und sind trotz ihres gegensätzlichen Naturells sehr gut miteinander befreundet. Außerdem sehen sich Kazuki und Haruki zum Verwechseln ähnlich, so dass selbst langjährige Freunde sie nur schlecht auseinanderhalten können, und haben - ohne miteinander verwandt zu sein - am gleichen Tag Geburtstag.

An ihrem sechzehnten Geburtstag, dem 11. November 2006, kommt es zu erschreckenden Vorfällen am Seitoko-Gymnasium, die für Kazuki, Haruki und Yuki zu einem Kampf auf Leben und Tod führen. Während ein starker Schneesturm Tokio im Griff hält, leiden die Schüler des Gymnasiums unter einer Fehlfunktion der Klimaanlage, die zu Temperaturen von über 40 Grad führt. Aber das allein kann nicht dafür verantwortlich sein, dass sich ein Großteil der Schülerschaft wie aggressive Zombies verhält und jeden angreift, der in ihre Nähe kommt.

Durch eine Nachricht auf ihre Handys erfahren Kazuki, Yuki und Haruki, dass sie unfreiwillig zu Mitspielern eines unheimlichen "Spiels" geworden sind, bei dem es darum geht, heil das Schulgebäude zu verlassen. Um dies zu erreichen, müssen sie gegen ihre zombiehaften Mitschüler kämpfen und verschiedenen Hinweisen folgen. Ihnen zur Seite steht der rätselhafte Sion, der behauptet, dass es seine Aufgabe sei, Kazuki zu beschützen. Während Kazuki das Ganze als ungewöhnliche Variante seiner Videospielherausforderungen ansieht, leidet Haruki darunter, dass bei diesem "Spiel" Menschen getötet werden könnten.

Gemeinsam wollen die vier herauszufinden versuchen, wer der Drahtzieher hinter diesem Ereignis ist - auch wenn der schweigsame Sion wohl mehr über die Hintergründe weiß, als er den drei jüngeren Schülern mitteilen will. Auch scheint es noch zwei weitere "Mitspieler" zu geben, die sich in der Schule befinden müssen und die eine Aufgabe in dieser Angelegenheit zu übernehmen haben. Für die Hauptfiguren ist das Ganze ebenso verwirrend wie für den Betrachter des Manga, aber das sorgt in diesem Fall dafür, dass man beim Lesen jede einzelne Aussage prüft und hinterfragt und sich eine Menge Gedanken über die Geschichte und die verschiedenen Charaktere macht.

Die Zeichnungen bei "Di[e]ce" sind klar und kraftvoll gehalten, was die Kampfszenen schön dynamisch und ausdrucksstark wirken lässt. Auch die stetig wechselnde Perspektive sorgt für eine gewisse Dynamik, ebenso wie das deutliche - aber nur selten übertriebene - Mienenspiel der Figuren. Es fällt zwar auf, dass die verschiedenen Schüler sich recht ähnlich sehen, aber Körpersprache, Mimik und Frisuren sind individuell genug gezeichnet, so dass man keine Probleme hat, die Personen auseinanderzuhalten.

Am Ende des ersten "Di[e]ce"-Bandes sehnt man sich voller Spannung nach einer Erklärung für die Vorgänge im Seitoko-Gymnasium und fragt sich, welche Rolle die verschiedenen Figuren in der Geschichte noch spielen werden. Ist es oft eher frustrierend, wenn eine Mangaserie mit so wenigen Informationen startet, so gelingt es Otho Saki und Kana Yamamoto hervorragend, Neugierde aufzubauen und die Faszination des Lesers anzufachen. Bei einem so reizvollen Serienauftakt fällt das Warten auf den zweiten Teil der Reihe umso schwerer.

Fazit:

Mit ihrem ersten "Di[e]ce"-Band gelingt es Otho Saki und Kana Yamamoto hervorragend, den Leser neugierig auf den weiteren Verlauf ihrer Geschichte zu machen. Obwohl die Handlung anfangs etwas verwirrend ist und jede Erklärung nur noch mehr Fragen aufzuwerfen scheint, zieht einen das Rätsel um das gefährliche "Spiel" in der Seitoko-Schule schnell in seinen Bann. Auch die Hauptfiguren Kazuki, Hazuki, Yuki und Sion beschäftigen den Leser, denn so sympathisch die Schüler auf den ersten Blick wirken, so scheinen auch sie Geheimnisse zu bergen, die mit dem "Spiel" auf Leben und Tod in Verbindung stehen. Das alles lässt einen voller Spannung auf den weiteren Verlauf der Geschichte zurück, in der Hoffnung, dass man in den insgesamt sechs Bänden eine rasante Handlung miterleben darf, bei der letztendlich alle offenen Fragen geklärt werden.
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