Bibliotheca Mystica 01 
Comics: Manga Fantasy & Sci-Fi
Geschrieben von Konstanze Tants   
Samstag, 4. August 2012

Bibliotheca Mystica 01

Autor: Gakuto Mikumo
Zeichner: Chaco Abeno

Originaltitel: Bibliotheca Mystica de Dantalian Vol. 1
1. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: April 2012
ISBN: 978-3-7704-7740-1
Preis: 6,99 EUR

192 Seiten
Inhalt
7.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.6

Wertung:
7.6
von 10
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Zum Inhalt:

Huey erbt von seinem verstorbenen Großvater "Dantalians mystisches Bücherarchiv", das auch magische Bücher umfassen soll, in denen das Wissen und die Einsichten des Bösen niedergeschrieben sind. Mit dem Antritt seines Erbes spürt er auch die Verantwortung, die nun auf seinen Schultern lastet, und so bereist er zusammen mit dem stets in schwarz gekleideten Mädchen namens Dalian, das über spezielle Kräfte verfügt, allerlei geheimnisvolle Orte, um die in alle Winde verstreuten verbotenen "Magischen Bücher" aufzuspüren ...

Meinung:

Die Mangareihe "Bibliotheca Mystica (de Dantalian)" basiert auf den - von G Yusuke illustrierten - Geschichten von Gakuto Mikumo und wurde von Chaco Abeno zeichnerisch umgesetzt. Dabei stürzt die Mangaka den Leser mit ihrem Aufbau der Handlung erst einmal in Verwirrung, da man - vom Klappentext mal abgesehen - anfangs keinen Hinweis auf die Hintergründe bekommt. Erst, nachdem die erste Geschichte abgeschlossen ist, erfährt man, dass sich die Handlung von "Bibliotheca Mystica" um Hugh "Huey" Anthony Disward dreht, der von seinem Großvater eine mysteriöse Bibliothek geerbt hat.

Als Hüter dieser geheimnisvollen Bibliothek ist es Hueys Aufgabe, weitere unheimliche Bücher aufzuspüren und zu verhindern, dass ihre dämonische Macht (weiterhin) von Menschen missbraucht wird. Zur Seite steht ihm dabei Dalian, ein exzentrisches, bücherbesessenes und niedliches Mädchen mit manchmal seltsamen Prioritäten. So ist sie die treibende Kraft, als Huey von Lenny Lents, einem Bekannten seines verstorbenen Großvaters, um Hilfe gebeten wird. Lenny Lents ist Autor einer Buchreihe, die von Dalian begeistert verschlungen wird, und behauptet, dass er und seine Frau in den Bann eines magischen Buchs geraten sind.

Während Dalian den Autor in erster Linie wegen einer Fortsetzung seiner Trilogie bedrängen will, versucht Huey mehr über die Vorgänge im Hause des Schriftstellers herauszufinden. Dabei wird in diesen ersten Kapiteln schnell deutlich, warum dieser Manga vom Verlag in Folie eingeschweißt verkauft wird. Denn auf Lenny Lents Anwesen kommt es Tag für Tag zu grauenhaften - und blutigen - Schreckenstaten, die für zartbesaitete Leser zu viel sein dürften. Dabei gibt es durchaus einen inhaltlichen Grund für die dargestellten Szenen, auch wenn die Motivation der dort zu sehenden beilschwingenden Person auf den ersten Blick nicht nachvollziehbar sein mag.

Neben den splatterhaften Elementen besticht "Bibliotheca Mystica" nicht nur durch eine sehr schöne Grundidee (auch wenn man die ausführlichen Details wohl erst im zweiten Band der Serie erfährt), sondern auch durch viele kleine, amüsante Momente zwischen den beiden Hauptfiguren. Während Huey versucht, seiner neuen Aufgabe nach bestem Können nachzugehen, scheint Dalian weniger eifrig bei der Sache zu sein, obwohl ihr eine entscheidende Rolle bei der Jagd nach den magischen Büchern zufällt. So gibt es immer wieder niedliche Szenen, in denen das Mädchen lieber den Proviantkorb leert oder sich in einer Buchhandlung einem Kaufrausch hingibt. Auch Dalians Benehmen ist für die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, in der die Geschichte spielen soll, ungewöhnlich forsch und bestimmend, sodass Huey immer wieder ausgleichend eingreifen muss.

Die Zeichnungen von Chaco Abeno bieten dem Betrachter eine Mischung aus attraktiven - wenn auch nur selten bis ins Detail dargestellten - Figuren, schönen Straßenszenen und sehr atmosphärischen gruseligen Momenten. Besonders fällt bei den düsteren Passagen in der Handlung der Einsatz von Kontrasten ins Auge, da die Mangaka hier fast vollständig auf Grauschattierungen verzichtet und dafür die ansonsten düster gehaltenen Panels mit prägnanten Weißflächen durchbricht. Diese Darstellungen sind es auch, die ihre Bilder vor einer - wenn auch sehr ansprechenden - Durchschnittlichkeit retten und zu einem Blickfang machen.

Fazit:

Obwohl der Anfang der "Bibliotheca Mystica" etwas verwirrend ist, da dem Leser das nötige Vorwissen fehlt, um die erste Geschichte wirklich nachvollziehen zu können, zieht einen die faszinierende Grundidee schnell in ihren Bann. Auch die sympathischen - und sehr gegensätzlichen - Charaktere Huey und Dalian wecken schon bald die Neugier des Lesers, während sich die Zeichnungen vor allem durch die starken Kontraste bei den gewalttätigeren Szenen von der Masse abheben. Insgesamt macht dieser erste Band auf jeden Fall neugierig auf die weiteren Erlebnisse rund um die magischen Bücher der Bibliotheca Mystica und die Entwicklungen, die Huey als Hüter dieser Bibliothek noch vor sich hat.
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