Doubt 3 
Comics: Manga Horror & Mystery
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 18. März 2012

Doubt 3

Zeichner: Yoshiki Tonogai

Originaltitel: Doubt Vol. 3
Übersetzt von: John Schmitt-Weigand

Reihe: Doubt
3. Band der Reihe

Verlag: Carlsen Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Mai 2011
ISBN: 978-3-551-75445-5
Preis: 7,95 EUR

194 Seiten
Inhalt
6.0
Zeichnungen
7.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
6.7

Wertung:
6.7
von 10
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Zum Inhalt:

"Rabbit Doubt" ist ein erfolgreiches Onlinespiel, das sechs junge Menschen über ihre Handys spielen. In dem Spiel verkörpert jeder Mitspieler einen Hasen. Doch unter der Maske eines der Hasen versteckt sich ein Wolf, der es darauf abgesehen hat, seine Mitspieler aufzufressen. Die Spieler müssen herausfinden, welcher von ihnen der Wolf ist, bevor alle gefressen werden. Nun haben sich die sechs Onlinespieler miteinander verabredet, um sich in der Realität zu treffen und kennenzulernen. Zunächst scheint es sich um ein fröhliches Treffen zu handeln, doch dann werden die Teilnehmer plötzlich in ein Gebäude verschleppt, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Auf einen Schlag wird den Jugendlichen klar, dass sie sich mitten in ihrem Onlinespiel "Rabbit Doubt" befinden, nur dass es nun kein Spiel mehr ist.

Meinung:

Mit dem dritten "Doubt"-Band steigert sich Yoshiki Tonogai noch weiter bezüglich der Darstellung von Blut und Gewalt. Noch immer dreht sich die Handlung um die Frage, wer von den eingesperrten Personen der "Wolf" im Häschenkostüm sein könnte, aber durch das Ausscheiden einiger Verdächtiger schaukelt sich die Stimmung - und somit die Gewaltbereitschaft - der handelnden Charaktere immer weiter hoch. Hier geht der Reihe einiges an Atmosphäre verloren, während die verschiedenen Figuren voller Misstrauen immer aggressiver aufeinander losgehen, statt gemeinsam nach einem Fluchtweg zu suchen.

Nachdem Yu, seine Freundin Mitsuki, Haruka, Eiji und der Student Hajime gleich nach dem Aufwachen in ihrem gruseligem Gefängnis die Leiche der niedlichen Rei Hazama gefunden hatten, hofften die Jugendlichen, dass der Mörder der unbekannte Mann sei, den sie in einem Raum voller Monitore entdeckten. Doch auch der Unbekannte war nur ein Opfer des geheimnisvollen "Wolfes", der dieses grausame Spiel für die kleine Gruppe inszeniert hat.

In einem Raum - den sie durch den Strichcode öffnen können, der dem fremdem Toten eintätowiert wurde - finden Yu und die anderen Unterlagen über jeden einzelnen von ihnen, was die gegenseitigen Verdächtigungen nur noch weiter anheizt. So wird Eiji von den anderen in einen Raum gesperrt, während Haruka sich von den anderen absondert, weil sie keinem mehr vertraut. Erst nach einigen Auseinandersetzungen, Kämpfen und Verletzungen gesteht einer von ihnen, dass er der Wolf sei, was für den Leser allerdings zu neuen Fragen führt.

Denn jedem aufmerksamen Betrachter wird schnell klar, dass diese Person die Taten allein von der zeitlichen Abfolge her nicht ohne Weiteres hätte begehen können. Auch das Motiv des geständigen "Wolfes" kann nicht so ganz überzeugen, obwohl es gleichzeitig dafür verantwortlich ist, dass man am Ende dieses Manga um das Leben der letzten beiden "unschuldigen" Charaktere bangen muss. So bleibt - trotz der in diesem Band enttäuschenden Entwicklung der Geschichte - die Neugier auf den weiteren Verlauf der Handlung erhalten, während man sich fragt, welche Enthüllungen der abschließende Teil von "Doubt" für den Leser noch bereithält.

Auch zeichnerisch bot Yoshiki Tonogai in den vorhergehenden beiden Bänden mehr Qualität. Denn nun konzentrieren sich die Darstellungen auf die Aggressionen der Beteiligten und die Verwundungen der Opfer statt auf die feineren Emotionen der verschiedenen Charaktere. Und je mehr die jeweiligen Personen das Gefühl haben, dass sie im Zweifelsfall für ihr Überleben töten müssten, desto weniger fein und ansprechend wird ihre Gestik und Mimik dargestellt. So spiegeln die Zeichnungen zwar sehr gut die Handlungsentwicklung wider, können aber nicht mehr durch ihren Nuancen- und Detailreichtum bei den Personen überzeugen.

Fazit:

Im Vergleich zu den vorhergehenden beiden Bänden ist der dritte Teil von "Doubt" enttäuschend. Hatte sich die Spannung bislang stetig gesteigert, während der Leser versuchte, anhand der subtilen Hinweisen den Drahtzieher des realen "Rabbit Doubt"-Spiels herauszufinden, so wird die Geschichte nun deutlich direkter und brutaler. Doch vor allem die Identität des "Wolfes" kann den Leser nicht überzeugen, da diese Enthüllung mehr Fragen aufwirft als beantwortet. So entsteht die Spannung in diesem Manga weniger aus dem Handeln der verschiedenen Personen als aus der Hoffnung heraus, dass der kommende vierte Band einen befriedigenden Abschluss für die Geschichte präsentieren kann.
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