Detektiv Conan 72 
Comics: Manga Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 18. März 2012

Detektiv Conan 72

Autor: Gosho Aoyama
Zeichner: Gosho Aoyama

Originaltitel: Meitantei Conan Vol. 72
72. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: März 2012
ISBN: 978-3-7704-7630-5
Preis: 6,50 EUR

192 Seiten
Inhalt
6.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.2

Wertung:
7.2
von 10
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Zum Inhalt:

Kommen sich Shinichi und Ran in London endlich näher? Die Schnitzeljagd quer durch London findet jedenfalls endlich ihr Ende! Des Weiteren warten noch ein Entführungsfall, bei dem Rettungscodes der Feuerwehr eine entscheidende Rolle spielen, ein vermeintlicher Selbstmord in der Geisterbahn sowie ein schwerer Hausfriedensbruch, der mit einer Partie Karten aufgelöst werden kann, auf uns!

Meinung:

Abgesehen von einem kleinen Ausflug in Chibas Privatleben drehte sich der vorhergehende Band ausschließlich um die Jagd auf einen Massenmörder, der in London sein Unwesen treibt. Nachdem Conan, Ran, ihr Vater Kogoro Mori und Professor Agasa von einer vermögenden Dame in die Stadt an der Themse eingeladen wurden, stolperte Conan über Apollo Glass. Der Junge hatte - wie so viele andere Kinder auf den Londoner Straßen - von einem unbekannten Mann ein Rätsel in die Hand gedrückt bekommen, in dem dieser ein Attentat ankündigte.

Mit vereinter Hilfe gelang es den vier Japanern, die Botschaft des Rätsels zu lösen. Doch das herausgefundene Lösungswort brachte die vier Ermittler erst weiter, als sie mehr über den Hintergrund des Verbrechers - der von der Polizei als Hades Sabara identifiziert wurde - herausfanden. So endete die Handlung mit einem spannenden Cliffhanger zwischen den Tribünen von Wimbledon, wo die Tennisspielerin Minerva Glass ein rasantes Match um das Leben ihrer Mutter spielte. In Band 72 bringt Gosho Aoyama nun diesen Handlungsstrang zu einem befriedigenden Ende, bei dem sich auch Shinichis Eltern noch kurz in die Geschehnisse einmischen. Nach einem so fesselnden Fall geht es mit den Detective Boys in gleich zwei Fällen etwas entspannter weiter, während sich Ran und Sonoko in einer weiteren Geschichte mit einem gruseligen Spukhaus auseinandersetzen müssen.

In der ersten Detective Boys-Geschichte spielen die drei Grundschüler zusammen mit Conan und Ai in einem Abrisshaus, als sie einen Notruf vernehmen. Da Mitsuhiko sich gerade erst anlässlich eines Katastrophenfilms mit Feuerwehr-Codes auseinandergesetzt hat, ist den Kinder gleich klar, dass da ein Mensch in Schwierigkeiten steckt. Im Gegensatz dazu brauchen Ran und ihre Freundin Sonoko beim Besuch eines Spukhauses einige Zeit, bis sie feststellen, dass sich unter all den Schaufensterpuppen auch eine echte Leiche befindet. Doch zum Glück ist Conan mit den beiden Mädchen unterwegs und kann so der Polizei bei der Suche nach dem Täter helfen.

Im zweiten Fall mit den Detective Boys kann Conan aufgrund einer Erkältung eine Verabredung zum Kartenspielen mit seinen Freunden nicht einhalten. Kurz darauf klingelt ein Nachbarjunge an Ayumis Tür und behauptet, dass die beiden Erwachsenen in seiner Gesellschaft nicht seine Eltern seien und einfach in seine Wohnung eingedrungen wären. Bei dem Versuch, mehr über den Jungen, der bei den Nachbarn als Unruhestifter bekannt ist, herauszufinden, geraten Ai und die Detective Boys selbst in Gefahr und können nur hoffen, dass Conan ihnen trotz seiner Erkrankung zur Hilfe eilt.

Während Gosho Aoyama mit dem in London spielenden Rätsel rund um den Massenmörder Hades Sabara wieder mal einen komplexeren Fall voller sympathischer Figuren geschaffen hat, sind die beiden Geschichten mit den Detective Boys eher unterhaltsam geraten. Obwohl es auch hier um Leben und Tod geht, sorgt die Beteiligung von Ayumi, Mitsuhiko und Genta doch immer wieder für niedliche und auch lehrreiche Momente, wobei die Spannung ein bisschen auf der Strecke bleibt. Etwas gruseliger ist hingegen der Teil, der in dem Spukhaus spielt, aber auch hier wird der Mörder so schnell gestellt, dass nicht so viel Atmosphäre aufkommen kann.

Insgesamt bietet auch der 72. Band der "Detektiv Conan"-Reihe wieder vertraut solide Krimikost, den einen oder anderen amüsanten Moment mit den Detective Boys und eine anrührende Szene zwischen Shinichi und Ran. Das alles bringt zwar die Haupthandlung nicht weiter, sorgt aber beim Lesen für die vertraute gute Unterhaltung. Und bei den Zeichnungen im Horrorhaus beschleicht einen das Gefühl, dass Gosho Aoyama sehr viel Spaß beim Darstellen der gruseligen Kulissen und den sie bevölkernden Zombies und Monstern hatte.

Fazit:

Nachdem zu Beginn des 72. "Detektiv Conan"-Bandes der ausführlich erzählte Handlungsstrang in London von Gosho Aoyama zu einem fesselnden Abschluss gebracht wird, bietet dieser Manga drei solide konstruierte Geschichten. So muss dieser Teil der Serie zwar ohne große Höhepunkte auskommen, unterhält den Leser aber durch reizvolle Fälle, ein liebevoll gestaltetes Spukhaus und einige niedliche Momente mit den Detective Boys. Das Schlusskapitel hingegen bringt schon einmal einen Ausblick auf die nächste Geschichte, in der lauter Uhren eine Rolle spielen, und weckt damit die Vorfreude auf den kommenden Band der Reihe.
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