Caramel Kiss 3 
Comics: Manga Liebe & Romantik
Geschrieben von Konstanze Tants   
Samstag, 1. Oktober 2011

Caramel Kiss 3

Zeichner: Chitose Yagami

Originaltitel: Caramel Kiss Volume 3
Übersetzt von: Stefan Hofmeister

Reihe: Caramel Kiss
3. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: August 2011
ISBN: 978-3-7704-7418-9
Preis: 6,50 EUR

192 Seiten
Inhalt
4.0
Zeichnungen
6.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
5.6

Wertung:
5.6
von 10
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Zum Inhalt:

Meru konnte Riku retten und endlich erinnert er sich wieder an sie. Doch schon steht die nächste Katastrophe vor der Tür: Riku hat sich in einen Raufbold verwandelt und verführt alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist! Kann Meru diesen Riku noch lieben? Und was ist mit Yus Gefühlen?

Meinung:

Im zweiten Teil von "Caramel Kiss" musste Meru sich mit den Herausforderungen einer Schule in der Menschenwelt herumschlagen, um ihrem Riku wieder näherzukommen. Der Werwolf hatte nicht nur seine Erinnerungen an die Zauberwelt verloren, sondern auch seine Beziehung zu der süßen Hexe vergessen. Außerdem fühlte er sich inzwischen seiner Mitschülerin Maria Tachibana und ihrer Familie verpflichtet, da die ihn aufgenommen haben, als er eines Tages ohne Gedächtnis in der Menschenwelt zu sich kam.

Doch Maria hegt ganz eigene Pläne bezüglich Riku und so muss Meru nicht nur darum kämpfen, dass ihr Werwolf sich wieder an sie erinnert, sondern ihn auch vor einer Falle des intriganten Mädchens bewahren. Dabei stehen ihr ihre neuen Freunde zur Seiten, allen voran Yu, der sich Sorgen um Meru macht. Außerdem hat die junge Hexe nun das Problem, dass sich ihr geliebter Riku momentan wie ein rüpelhafter Casanova aufführt, was ihren Klassenkameradinnen allerdings ganz gut zu gefallen scheint. Yu hingegen will Meru nur noch vor Rikus rücksichtslosem Verhalten beschützen und versteht nicht, dass die Hexe trotz aller Fehler weiterhin zu ihrem Geliebten steht und mit ihm gemeinsam in die Zauberwelt zurückkehren will. Doch das ist gar nicht so einfach, solange die beiden keinen Rückweg finden.

Wie schon im zweiten Band besteht auch dieser Teil aus einer endlosen Kette von kleinen Katastrophen, die man nicht wirklich ernst nehmen kann. Kein Problem dauert länger als ein Kapitel und die Auflösung ist oft ebenso an den Haaren herbeigezogen wie die Entstehung. Das alles wäre absolut in Ordnung, wenn die verschiedenen Episoden witzig zu lesen wären, aber mehr als ein Schmunzeln ist bei "Caramel Kiss" selten drin. Eine langsame Steigerung der absurden Situationen wäre deutlich amüsanter zu verfolgen als diese ganz netten, aber leider viel zu strukturlosen Szenen.

Auch ist Merus Verhalten für eine Siebzehnjährige oft viel zu naiv und kindisch, selbst wenn sie damit die Jungs in ihrer Umgebung bezaubert und ihre Widersacher - ohne es selbst zu bemerken - entwaffnet. So verschenkt Chitose Yagami all die guten Ansätze für eine unterhaltsame Geschichte und konzentriert sich stattdessen auf das niedliche Charakterdesign. Gerade Riku in seiner Werwolf-Gestalt ist wirklich ansprechend gezeichnet, während Meru in ihrer kindlichen Form sehr süß anzuschauen ist. Doch niedliche Zeichnungen allein können den Leser auf Dauer nicht bei der Stange halten.

Außerdem bietet der dritte "Caramel Kiss"-Band noch eine Extrageschichte, die sich um Mikoto dreht, die ihrem Großvater in den Ferien hilft. Dieser vermietet leer stehende Zimmer an Sommergäste, die Mikoto gemeinsam mit ihrem Kindheitsfreund Yamato in Ordnung hält. In diesem Jahr findet Mikoto in einem der Zimmer eine unheimliche Puppe, die einem vermissten Mädchen gehört hat, und erlebt danach einige schauerliche Momente, in denen ihr Yamato zur Seite steht. Diese zusätzliche Geschichte bietet für ihre Kürze ein paar unterhaltsame Gruselszenen und recht atmosphärische Darstellungen.

Fazit:

Leider schöpft Chitose Yagami auch im dritten Teil von "Caramel Kiss" nicht das Potenzial aus, das die vielen netten Ansätze für die Handlung hätten bieten können. Stattdessen dümpelt die Geschichte weiterhin ohne Höhen und Tiefen vor sich hin. Selbst die amüsant gemeinten Szenen können den Leser nicht richtig packen, während die Zeichnungen immerhin nach wie vor so niedlich sind, wie man es von der Mangaka gewohnt ist. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Reihe mit dem letzten Band wieder etwas steigert, damit die Handlung noch einen runden Abschluss findet. Die Zusatzgeschichte hingegen ist Chitose Yagami recht gut gelungen, vor allem dank der gruseligen Darstellung einer unheimlichen Puppe.
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