Detektiv Conan 71 
Comics: Manga Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Dienstag, 7. Februar 2012

Detektiv Conan 71

Autor: Gosho Aoyama
Zeichner: Gosho Aoyama

Originaltitel: Meitantei Conan Vol. 71
71. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: November 2011
ISBN: 978-3-7704-7578-0
Preis: 6,50 EUR

192 Seiten
Inhalt
7.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.6

Wertung:
7.6
von 10
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Zum Inhalt:

Eine Erdbeere ist der Auftakt zu diesem ausufernden Fall mit süß-saurem Beigeschmack ... Conan muss durch ganz London hetzen, um das Rätsel hinter dem Ankündigungsschreiben des Täters zu offenbaren, denn darin ist von wahllosem Mord die Rede! Außerdem erwartet Euch in diesem Band auch noch eine Episode um Inspektor Chibas erste Liebe.

Meinung:

Nachdem der Fall rund um den Hundedämon im vorherigen Manga abgeschlossen wurde, erwartet den Leser im 71. Band der "Detektiv Conan"-Reihe eine ganz neue Geschichte. Während Conan, Ai und die Detective Boys in den ersten beiden Kapiteln ihrer Lehrerin bei der Durchsicht des Videoraums helfen, stolpern sie über Inspektor Chiba, der selbst einmal auf diese Grundschule gegangen ist. So erfahren die Kinder, dass der Polizist vor vielen Jahren in diesem Raum vergeblich nach einer Nachricht von seiner ersten Liebe gesucht hat.

Im Laufe dieser kleinen Nebenepisode bekommt der langjährige Mitarbeiter von Kommissar Megure für den Leser endlich einmal etwas mehr Profil. Außerdem nutzt Gosho Aoyama diese Gelegenheit, um eine neue Figur bei der Polizei einzuführen, die Stoff für weitere nette Hintergrundgeschichten bieten könnte. Doch den größten Eindruck hinterlassen die restlichen Kapitel in diesem Band, die sich allesamt mit einem einzigen Fall beschäftigen. Hier erhalten Detektiv Kogoro Mori, seine Tochter Ran und Conan zufällig die Gelegenheit, nach London zu reisen. Für Conan würde damit ein lang gehegter Traum in Erfüllung gehen, da er endlich die Möglichkeit bekäme, die diversen Schauplätze der Sherlock-Holmes-Geschichten mit eigenen Augen zu sehen.

Doch bevor er sich noch ausgiebig dem Sightseeing widmen kann, stolpert er über einen kleinen Jungen, der Informationen über einen geplanten Anschlag hat. Der kleine Apollo Glass hat vom vermutlichen Täter ein Rätsel in die Hand gedrückt bekommen, welches Hinweise auf die Tat beinhalten soll. So beginnen Conan, Kogoro, Ran und der ebenfalls mitgereiste Professor Agasa fieberhaft mit den Ermittlungen, die sie auf den Spuren von Sherlock Holmes quer durch London führen. Doch jede weitere Erkenntnis scheint die vier nur weiter zu verwirren, während der gesuchte Verbrecher mit Conan und den anderen Katz und Maus spielt.

Für den langjährigen Leser der "Detektiv Conan"-Reihe ist es sehr schön, mal eine so ausführlich erzählte Geschichte verfolgen zu können. Dabei ist zwar die eine oder andere Wendung in der Handlung vorhersehbar, aber trotzdem bietet die Länge Gosho Aoyama einige Möglichkeiten, die in den kürzeren Episoden nicht vorhanden sind. So nimmt sich der Mangaka nicht nur Zeit, um dem Leser London und Sherlock Holmes etwas näher vorzustellen, sondern spielt auch wieder mit den Problemen zwischen Ran und Shinichi.

Doch so schön es ist, dass Conan mal wieder in seiner "erwachseneren" Form auftreten kann, ist es doch auch bedauerlich, dass Gosho Aoyama diese Rückverwandlung so beliebig einsetzt. Natürlich ist es für ihn als Autor praktisch, wenn er sich nach all den Jahren nicht nur auf Conans kindliche Form beschränken muss und wieder neue Spannung in die Beziehung zwischen Ran und Shinichi bringen kann, aber letztlich wünscht man sich als Leser doch so langsam eine endgültigere Lösung.

Trotz dieses kleinen Wermutstropfen ist der Fall rund um den Serienmörder aber sehr spannend konzipiert. Vor allem die Szenen am Ende dieses Bandes, in denen Conan dem Verbrecher nahe kommt, während ihm und den anderen potenziellen Opfern die Zeit davonläuft, sind sehr fesselnd und lassen einen auf die Fortsetzung hinfiebern. Aber auch die kleinen Details, besonderen Einfälle und Wendungen, die auch nach all den Jahren dafür sorgen, dass sich Gosho Aoyamas Krimigeschichten von der Masse abheben, sorgen für wunderbare Unterhaltung.

Fazit:

Der 71. Band der "Detektiv Conan"-Serie bietet dem Leser eine ausführlich erzählte (und noch nicht abgeschlossene) Geschichte, die in London spielt. Dabei müssen Conan, Kogoro Mori, Ran und Professor Agasa das Rätsel eines Serienmörders lösen, um einen groß angelegten Anschlag zu verhindern. Auch wenn es dabei etwas ärgerlich ist, dass Gosho Aoyama den Wechsel zwischen Conan und Shinichi inzwischen etwas zu häufig verwendet, bietet dieser Fall ansonsten wieder viele ansprechende Elemente. Vor allem die vielen Wendungen in der Handlung und die ungewöhnlichen Einfälle des Autors sorgen für einen spannenden und sehr unterhaltsamen Kriminalfall, während der Cliffhanger am Ende dieses Manga den Leser ungeduldig auf die abschließenden Kapitel warten lässt.
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