Flavia de Luce 3: Halunken, Tod & Teufel 
Bücher: Belletristik Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Donnerstag, 17. November 2011

Flavia de Luce 3: Halunken, Tod & Teufel

Originaltitel: A Red Herring Without Mustard
3. Band der Reihe

Verlag: Penhaligon
Erschienen: Oktober 2011
ISBN: 978-3-7645-3026-6
Preis: 19,99 EUR

352 Seiten
Inhalt
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.0

Wertung:
8.0
von 10
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Zum Inhalt:

Eigentlich wollte Flavia nur ein paar schöne Stunden auf dem Jahrmarkt von Bishop's Lacey verbringen, doch dann steckt sie aus Versehen das Zelt der Wahrsagerin Fenella in Brand. Und kaum hat sich die arme Schaustellerin vom ersten Schreck erholt, wird sie auch noch bezichtigt, vor Jahren einen Säugling entführt und so eine Familie zerstört zu haben. Geplagt von Schuldgefühlen, aber auch getrieben von ihrer unstillbaren detektivischen Neugier, setzt Flavia alles daran, Fenella von diesen schlimmen Vorwürfen reinzuwaschen. Doch die Zeit drängt, denn irgendjemand scheint wegen des angeblichen Kidnappings blutige Rache an der alten Wahrsagerin nehmen zu wollen ...

Meinung:

Der dritte Band rund um Flavia de Luce beginnt ereignisreich: Flavia zündet aus Versehen das Zelt der Wahrsagerin Fenella an, als diese dem Mädchen etwas Schreckliches erzählt. Zum Glück kann die Zigeunerin fast unverletzt gerettet werden und aus Schuldgefühlen (schließlich ist sie für das Feuer verantwortlich) und Neugier (weil sie mehr über die Wahrsagung erfahren will) bietet Flavia an, dass Fenella auf dem Land der de Luces ihren Wagen aufstellen kann, bis es der alten Frau wieder besser geht. Doch kurze Zeit später wird Fenella überfallen und Flavia, die die Verletzte findet, macht es sich zur Aufgabe, den Täter aufzuspüren.

Der Anschlag auf die Zigeunerin ist allerdings nicht das einzige Verbrechen, mit dem sich Flavia beschäftigen muss, denn kurz darauf entdeckt sie einen Toten in der Nähe des Herrenhauses. Außerdem scheint jemand in ihr Heim eingebrochen zu sein. Dann muss sich Flavia noch um Porcelain, die Enkelin von Fenella, kümmern. Deren Verhältnis zu Flavia schwankt zwischen Freundschaft und Anfeindungen und auch sonst stellt sie das Mädchen vor einige Rätsel. Auch Inspektor Hewitt macht es der jungen Hobbydetektivin nicht gerade leicht zu ermitteln, sondern sorgt sogar dafür, dass Flavias Vater auf die Aktivitäten seiner Tochter aufmerksam wird und ihnen einen Riegel vorschieben will.

Obwohl der eigentliche Kriminalfall Alan Bradley in "Halunken, Tod & Teufel" (oder passender "A Red Herring Without Mustard") nicht ganz so gut gelungen ist wie in den vorherigen Romanen um die ungewöhnliche Detektivin, kann einen auch dieser dritte Band wieder gut unterhalten. Dabei ist es weniger die Frage nach den Hintergründen der ungewöhnlichen Vorfälle und den Zusammenhängen zwischen den Verbrechen als die dörflichen Schilderungen und Flavias Familienleben, die die Aufmerksamkeit des Lesers fesseln.

Bei ihren Ermittlungen besucht Flavia nicht nur ein paar Nachbarorte, die eine ganz andere Geschichte und Einwohnerschaft haben als ihr Heimatdorf, sondern sie findet auch noch eine Menge über ihre eigene Familie heraus. So ist es inzwischen unübersehbar, dass ihr Vater pleite ist und kein Geld hat, um den Familiensitz zu erhalten. Es steht sogar so schlimm um die Finanzen, dass Dinge verkauft werden müssen, die für Flavia voller Kindheitserinnerungen stecken. Auch erfährt das Mädchen wieder ein paar neue Details über seine Mutter, die es sehr belasten.

Auf der anderen Seite gelingt es Alan Bradley ganz wunderbar, die Beziehung zwischen den Familienmitgliedern zu vertiefen. Flavias Vater ist zwar ein weltabgewandter Mensch, der nur in seiner Briefmarkensammlung aufzugehen scheint, aber in diesem Roman bemüht er sich redlich darum, seinen Töchtern Aufmerksamkeit zu schenken. Und auch der (unglaublich boshafte) Krieg zwischen Flavia und ihren Schwestern erreicht eine neue Stufe: weniger, weil sich die drei Mädchen immer schlimmere Dinge antun, sondern vielmehr dadurch, dass immer deutlicher wird, dass doch so etwas wie Geschwisterliebe zwischen den dreien herrscht - auch wenn sie dies im Alltag gut verbergen können.

Fazit:

"Halunken, Tod & Teufel", der dritte "Flavia de Luce"-Roman von Alan Bradley, wird wohl nur denjenigen Leser enttäuschen, der in erster Linie einen handfesten Krimi erwartet. Denn wer eine amüsante und fesselnde Handlung mit einer ungewöhnlichen und liebenswerten Hauptfigur sucht, wird auch von diesem Band rund um die chemieliebende Elfjährige nicht enttäuscht werden. Vor allem die Entwicklungen innerhalb ihrer Familie lassen einen auf die weiteren Fortsetzungen der Reihe hinfiebern, während man sich sicher sein kann, dass Flavia auch in Zukunft gewiss wieder über ungewöhnliche Vorkommnisse stolpern wird.
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