Black Butler 04 
Comics: Manga Fantasy & Sci-Fi
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 2. Januar 2011

Black Butler 04

Autor: Yana Toboso
Zeichner: Yana Toboso

Originaltitel: Kuroshitsuji vol. 4
Übersetzt von: Claudia Peter

Reihe: Black Butler
4. Band der Reihe

Verlag: Carlsen Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Dezember 2010
ISBN: 978-3-551-75306-9
Preis: 6,95 EUR

194 Seiten
Inhalt
7.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
7.5

Wertung:
7.5
von 10
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Zum Inhalt:

Eine neue Serie mysteriöser Überfälle erschüttert London und zwingt den jungen Herrn Ciel und seinen Butler Sebastian, den gemütlichen Landsitz der Phantomhives zu verlassen. Bei ihren Ermittlungen treffen sie auf einen jungen indischen Prinzen und auf dessen Diener. Angesichts dieses tadellosen indischen Butlers beginnen Sebastians makellos weiße Handschuhe zu wirbeln. Und wie sie wirbeln!

Meinung:

Nachdem Earl Phantomhive und sein Butler Sebastian im dritten Band dafür gesorgt haben, dass "Jack the Ripper" nicht länger eine Bedrohung darstellt, hätten sie sich eigentlich einen ruhigen Winter auf dem Landsitz der Phantomhives verdient. Doch schon bald werden sie erneut von der Königin nach London gerufen. Seltsame Vorfälle haben sich in den letzten Wochen gehäuft, bei denen britische Adlige ausgeraubt und zur Schau gestellt wurden. Dabei ist zwar keines der Opfer zu Tode gekommen, aber bei jedem dieser Angriffe kam es zu einer schriftlichen Attacke gegen die britische Königin.

Während die Übergriffe auf Mitglieder der britischen Oberschicht schon schlimm genug sind, aber eigentlich in die Zuständigkeit der Londoner Polizei fallen, ist es Ciel Phantomhives Aufgabe, den Majestätsbeleidigungen ein Ende zu setzen. Schon bald ist dem jungen Earl klar, dass es eine Verbindung zwischen den Opfern, ihren Aufenthalten in Indien und den Tatorten (hindustanische Kaffeehäuser) geben muss. Kurz darauf stolpert er bei seiner Recherche über den indischen Prinzen Soma Asman Kadar und dessen Butler Agni. Während der Prinz den Eindruck eines impulsiven und verwöhnten Jugendlichen macht, der jeder spontanen Idee folgt, ist Agni im Besitz der "Rechten Hand Gottes".

Mit seinem Butler an seiner Seite ist der Prinz ein ernstzunehmender Gegner für Ciel und Sebastian - doch erst einmal entwickeln sich die beiden Ausländer zu uneingeladenen und sehr anspruchsvollen Gästen im Haus Phantomhive. Und auch Lau, der Boss der Londoner Abteilung der Schanghai-Mafia "Chinpan", der schon seit dem zweiten "Black Butler"-Manga eine regelmäßige Nebenrolle in der Geschichte einnimmt, bekommt wieder einige Gelegenheiten, um den Leser zu unterhalten. Yana Toboso präsentiert in diesem "Black Butler"-Band eine amüsante Mischung aus - nicht so intensiven - Kriminalermittlungen, ein paar Informationen über die britische Kolonialherrschaft und witzigen Auseinandersetzungen zwischen dem britischen Earl und dem indischen Prinzen sowie ihren jeweiligen Butlern.

Dabei ist Agni - dank seines Einfühlungsvermögens und des Einflusses der "Rechten Hand Gottes" - überraschenderweise ein deutlich besserer Butler als der teuflische Sebastian. Diese Tatsache sagt dem effizientesten Angestellten des Hauses Phantomhive so gar nicht zu und stellt ihn vor ganz neue Herausforderungen. So schafft die Mangaka durch den Kontrast zwischen dem ernsthaften Ciel Phantomhive und dem impulsiven Prinzen ebenso amüsante Szenen wie durch die Rivalität der beiden Butler. Trotz der insgesamt eher humorvollen Handlung gelingt es Yana Toboso auch in diesem Band, dem Leser ansprechende Kampfszenen mit Sebastian zu präsentieren, die in ihrer Dynamik wirklich schön anzuschauen sind.

Und fast nebenbei erfährt man mehr über die traurige Vergangenheit von Ciel Phantomhive und darüber, wie es zu dem Vertrag mit seinem teuflischen Butler kam. Dabei sind es gerade diese ernsthafteren Hintergrundinformationen, die "Black Butler" so angenehm von anderen humorvollen Serien unterschieden. Dass bei all diesen verschiedenen Aspekten der "Kriminalfall" etwas kürzer kommt, kann schnell verziehen werden, da der ganze Fall sich ja sowieso eher gegen den Stolz des Empires als gegen Menschenleben richtet - und am Ende des Bandes verspricht Yana Toboso für die Fortsetzung ein einzigartiges Duell zwischen Sebastian und seinem indischen Pendant.

Fazit:

Auch der vierte Band der "Black Butler"-Reihe bietet dem Leser wieder eine faszinierende Mischung aus einem - hier allerdings eher nebensächlichen - Kriminalfall, humorvollen Szenen und erschütternden Hintergrundinformationen über die Vergangenheit von Ciel Phantomhive. Dabei gelingt es Yana Toboso sehr schön, die verschiedenen Elemente zu einer unterhaltsamen Geschichte zu verbinden, die von den detaillierten und dynamischen Zeichnungen der Mangaka passend unterstützt wird.
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